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Buhne
Eine Buhne, auch als Stack, Höft, Kribbe, Schlenge oder im Alpenraum als Schlacht bezeichnet, ist ein meist rechtwinklig zum Strandverlauf in ein Meer …
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Begriff und Funktion am Meer
Eine Buhne, auch Stack, Höft, Kribbe, Schlenge oder im Alpenraum Schlacht genannt, ist ein meist rechtwinklig zum Strandverlauf ins Meer vorgebauter oder vom Ufer zur Flussmitte errichteter Damm. Sie dient dem Küstenschutz oder dem Flussbau.
An Meeresküsten bestehen Buhnen aus Pfahlreihen aus Holz oder Beton, Stahlspundwänden oder Steinschüttungen, die teilweise von zwei Pfahlreihen eingefasst werden. Sie bremsen uferparallele Strömungen so weit, dass die Sanderosion abnimmt. Die von der Strömung mitgeführten Sedimente lagern sich dadurch stärker ab.
Bauformen und Wirksamkeit an Küsten
Buhnen wurden Anfang des 19. Jahrhunderts zunächst aus gerammten Holzpfählen gebaut. Später erprobte man Betonpfähle sowie dammartige Bauweisen aus Steinen mit Bitumen- oder Betonverguss. Für besonders stark beanspruchte Küstenabschnitte entwickelte man in den 1950er Jahren schwere Beton-Tetrapoden, die zum Schutz von Buhnen eingesetzt werden. Versuche mit Kunststoffen in jüngerer Zeit bewährten sich aus verschiedenen Gründen nicht.
Holzbuhnen hatten früher eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa 50 Jahren. Seit den 1990er Jahren traten verbreitet Fraßschäden durch die Schiffsbohrmuschel auf. Deshalb werden teilweise statt Eichen- oder Nadelholz Tropenhölzer oder Eukalyptus verwendet, die von dieser Muschel nicht angegriffen werden.
Die Wirkung von Buhnen ist regional unterschiedlich: Mancherorts war sie geringer als erwartet, andernorts sind Buhnen bis heute erfolgreich. An der Sylter Westküste konnten sie den Sandverlust kaum aufhalten. Dort werden sie durch regelmäßig durchgeführte Sandvorspülungen ergänzt, bei denen verlorene Sedimente direkt ersetzt werden. Bei der traditionellen Landgewinnung im Wattenmeer ergänzt man Buhnen häufig durch Lahnungen. Das sind buhnenähnliche, kniehohe, faschinierte Doppelpflockreihen. In den von ihnen umschlossenen Lahnungsfeldern wird durch die verringerte Strömung die Sedimentation verstärkt.
Buhnen zur Fahrrinnenvertiefung
Im Flussbau werden Buhnen meist an Flussabschnitten mit relativ geringem Fließgefälle errichtet. Paarweise ragen sie von beiden Ufern in den Fluss und dienen der Vertiefung der Fahrrinne sowie dem Uferschutz.
Die Buhnenpaare verkleinern künstlich die Querschnittsfläche des Flussbettes. Weil die Wassermenge gleich bleibt, erhöht sich nach dem Venturi-Effekt die Fließgeschwindigkeit in der Flussmitte. Die stärkere Strömung verstärkt die Erosion und trägt Sediment vom Flussbett ab. Dadurch wird die Fahrrinne tiefer; zugleich vergrößert sich der Abflussquerschnitt wieder.
Zwischen den Buhnen entstehen am Ufer Stillwasserzonen ohne Strömung oder mit leichter Rückströmung, der sogenannten Neerströmung. Diese Bereiche heißen Buhnenfelder. Dort lagern sich vermehrt Sedimente ab, wodurch die Ufer geschützt werden. Moderne Buhnen werden etwa 10° gegen die Strömung geneigt eingebaut. Bei Hochwasser und Überströmung halten sie die Strömung eher in der Flussmitte und vermindern dadurch die Erosion von Ufersedimenten.
Ist eine Uferseite ausreichend gegen Erosion befestigt, können dort einzelne Buhnen entfallen. Statt Buhnenpaaren werden dann entsprechend längere einseitige Buhnen angelegt. Buhnen sind meist geschüttete Dämme, die durch Pflasterung oder Schotter geschützt werden; teilweise verwendete man auch Hochofenschlacke. Sie müssen regelmäßig instand gesetzt werden. In Deutschland sind dafür die Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter zuständig. An einigen deutschen Binnenwasserstraßen markieren Buhnensteine am Ufer ungefähr die Lage einer Buhne.
Buhnen bei Renaturierung und mögliche Gefahren
Bei der Renaturierung begradigter Gewässer werden Buhnen anders angeordnet als zur Fahrrinnenvertiefung. Sie sollen neue Mäander, also Flussschlingen, sowie Auskolkungen und Ufererosionen entstehen lassen. Das gegenüberliegende Ufer muss dafür unbefestigt sein. Die Fließgeschwindigkeit sinkt dabei paradoxerweise, weil der renaturierte Flusslauf durch die Schlingen länger wird und dadurch das Gefälle abnimmt. Häufig werden solche Buhnen ingenieurbiologisch aus Totholz oder Findlingen hergestellt. Beispiele sind die Renaturierung der Weschnitz und des Lainbachs.
Am Buhnenkopf, dem flussseitigen Ende einer Buhne, treffen Wasserkörper mit unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten aufeinander. Dadurch können Strudel mit lotrechter Achse entstehen. In einem unbefestigten Gewässergrund erzeugen sie oft metertiefe Kolke. Buhnenfelder am Mittelrhein werden teilweise zum Baden genutzt. Weil der Grund an Buhnenköpfen meist unbefestigt ist, besteht jedoch die Gefahr, dass Schwimmer durch Strudel in die Kolke gezogen werden und ertrinken.
In Nordamerika und Nepal werden seit den 1960er Jahren teilweise Felder aus senkrecht eingeschlagenen Leitblechen eingesetzt. Diese Anlagen heißen Iowa Vanes und dienen als Alternative zu herkömmlichen Flussbuhnen.
Buhnen als Motiv der Bildenden Kunst
Buhnen sind auch ein Motiv der Bildenden Kunst. Zahlreiche Künstler haben sich mit ihnen beschäftigt. Im Artikel werden Fritz Overbeck, Otto Eglau, Ingo Kühl und Hans Jessel genannt; als konkretes Beispiel erscheint Ingo Kühls Ölgemälde „Küste – Farbige Buhnen“ von 2011, das sich im Besitz des Nordfriesland Museums. Nissenhaus Husum befindet.