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HD Doku - Geschichte - Das Superkloster - Eberbach-Legende aus dem Mittelalter - 2011 - Reportage

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Transkriptautomatisch erstellt · 172 Zeilen
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  1. Sie kommen im Jahre 1136. Mönche aus dem fernen Burgot. Nach einer beschwerlichen Reise erreicht eine kleine Scharzister Ziensa
  2. Kisselbach im Rheau in den Überresten eines verlassenen Gotteshauses wollen sie ein neues, ihr
  3. eigenes Kloster gründen. Das Kloster Eberwach. Ein Ort der Stille, an dem sie ein gottgefälliges Leben fernab der
  4. Zivilisation führen können. Auf die Mönche wartet ein entbehrungsreiches Leben.
  5. Vor fast 900 Jahren ziehen sie hier ein und die große Geschichte eines legendären Klosters beginnt. [Musik]
  6. Kloster Eberbach, ein mystischer Ort, den sich die Mönche ausgesucht haben. Wie durch ein Wunder ist die Klosteranlage fast vollständig erhalten
  7. geblieben. [Musik] Nirgendwo sonst in Deutschland kann man so authentisch nachvollziehen, wie die
  8. Mönche im Mittelalter gewohnt und gearbeitet haben in romanischen und frühischen Gebäuden aus dem 12. und 13. Jahrhundert.
  9. Niemand kennt diesen Ort und seine Geschichte besser als Günther Ringsdorf. Über 20 Jahre war er als Betriebsleiter für das Kloster verantwortlich.
  10. Unglaublich, was die Mönche früher geleistet haben, findet Trinksdorf, der auch gerne der letzte Abt von Ebabach genannt wird.
  11. Sie haben mit ihren eigen Händen das, was sie hier sehen, aufgebaut. Die haben niemanden benötigt. Sie waren allein, sie haben das gigantische Unternehmen
  12. Kloster Ebelebach wie alle Klöster der Sister Zenser aufgebaut. Die Zister Zienser waren unbeugsam in ihrem Glauben und radikal in ihren
  13. Prinzipien. Frohenarbeiten sie ab, verzichten auf Zwangsabgaben und Schenkungen. Sie wollen ihre eigenen Herren sein. Im Laufe der Jahre
  14. entwickeln sie sich zu Managern des Mittelalters. Bis zu 120 Mönche und rund 200 Leihenbrüder lebten hier. Ihre wichtigste Ordensregel ORA et
  15. laabora. Bete und arbeite. Das größte Weinwirtschaftsunternehmen der Dampers bekanntwelt haben die Zis Zenser von Eberbach aufgebaut. Es muss
  16. faszinierend gewesen sein. Im Umkreis von über 350 km hatten sie 205 Außenhöfe, wo sie Weinbau betetrieben haben, aber auch andere Dinge. Sie
  17. hatten eigene Schiffe, Boxsau und Pint mit den Reihen runtergefahren sind, um in Köln ihre Ware zu verkaufen. Kloster Eberbach liegt im Rheau in der
  18. Mitte Deutschlands, ganz in der Nähe von Wiesbaden. Ihre begehrten Tropfen ließen die Mönche unmittelbar am Rhein verschiffen. Ein alter Kran erinnert
  19. daran. Die Diener Gottes verstanden ihr Geschäft. Nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage erzielten sie
  20. Spitzenpreise für ihre Spitzenweine. Den Weinbauch, den wir heute haben, haben die Zisters den Grundstock gelegt aufgrund ihres Wissens, aufgrund ihrer
  21. Fähigkeit und mit dem Anlegen des wohl berühmten Weinbergers dem Steinberger. Ein Weinberg, der in der ganzen Welt bekannt ist. Unglaublich. Schon vor
  22. Hunderten von Jahren ist der Steinberg die beste Lage des Klosters Eberbach. Die Mönche hatten die Kunst des Weinbaus aus dem Burgund mitgebracht und waren
  23. damit im lieblichen Rheau erfolgreich. [Musik] Ihr Nachfolger in Eberbach ist heute
  24. Dieter Greiner, der Chef der hässischen Staatsweingüter. Greiner hat das Weingut fit für die Zukunft gemacht, aber heute geht es ihm
  25. um Technik aus der Geschichte. Eine uralte Presse soll noch einmal aktiviert werden, obwohl sie seit Jahrzehnten außer Betrieb ist.
  26. Sorgsam wird das alte Stück zerlegt. Ob die Presse jemals wieder funktionieren wird? Für uns geht heute schon ein Traum in
  27. Erfüllung, dass wir hier mit diesen historischen Dockenkältern aus dem 16. 17. Jahrhundert Wein erzeugen dürfen, weil hier aus diesen Kältern wurden
  28. hochwertigste Weine über die Jahrhunderte erzeugt und wir haben heute noch in der Schatzkammer Weine aus dieser Zeit bis 176 zurück, die heute
  29. noch von exzellenter Qualität sind und wir wollen dem Geheimnis dieser Qualität mit diesen Kältern auf die Spur kommen. Ganz so wie im Mittelalter geht es heute
  30. allerdings nicht. Will man aus den Trauben später tatsächlich Wein erzeugen, muss aus hygienischen Gründen eine Stahlwanne in die alte Presse
  31. eingesetzt werden. Erst wenn die pass genau sitzt, können die Traupen kommen und dann soll es so weitergehen wie vor Hunderten von
  32. Jahren. Die Eberbacher Mönche waren nicht nur überaus arbeitsam, sie waren auch
  33. innovativ. Ständig verbesserten und verfeinerten sie ihre Kältertechniken. Intensiv tauschten sie sich mit ihren Glaubensbrüdern als anderen Zisterziensa
  34. Klöstern aus. Nur so ist es zu erklären, dass sie auf dem Gebiet des Weinbaus unter dem Einsatz aller Kräfte wahre Meister
  35. worden. [Musik] Günther Ringsdorf hat als ehemaliger
  36. Betriebsleiter viel erlebt in seinem Kloster mit den geheimnisvollen mittelalterlichen Gewölben. Doch einen Tag, den wird er nie vergessen. Der
  37. beschierte dem Kloster eine ganz neue Karriere. Da hat mich in Her angesprochen. Hören Sie, können wir bei Ihnen im Kloster
  38. drehen? Habe ich gesagt selb verständlich. Ihr dürft mir nur mein Kloster nicht anzünden. Da fängen die an zu lachen. Haben auf Italienisch,
  39. Spanisch, Deutsch, was für Sprachen die alle gesprochen haben gekichert und haben mich gefragt, kennen Sie das Buch der Name da Rose? Ja, ich hat's wohl
  40. Weihnachten geschenkt bekommen, aber gekannt ist nicht Günther Ringsdorf vertraute seinem Instinkt und öffnete das Kloster für die
  41. Filmcw perfekte Kulisse für die Verfilmung von Umberto Echos Bestseller Sean Connery unvergesslich in der
  42. Hauptrolle als Mönch der mysteriösen Morden auf der Spur ist. Selbst Produzent Bernt Eichinger konnte damals nicht ahnen, dass sein Film 1986
  43. ein Kinohit wurde. Hier seltene Aufnahmen von den Dreharbeiten. Kloster Eberbach war auf einmal weltberühmt. Wochenlang hielten sich die Filmleute im
  44. Kloster auf und so manches Mal musste Günther Ringsdorf das Schlimmste verhindern. Ich hatte panische Angst, dass sie irgendwas tun können, was dem
  45. Kluste schaden würde. Und ich kam sonntags morgens, Gott sei Dank hierunter hier in diesem Raum. An dieser Säule hat man ein Eisenband rumlegen
  46. wollen. Das war zu gering. Da wollten sie mit dem Hammer und Meisel wollten an dieser Säule Löcher reinschlagen. Schrei, ich habe gesagt, um Gottes hört
  47. auf. Ihr macht dir das ganze Kloster kaputt. Oh, ich hat ein Sonnen. Macht, dass er rauskommt. Ich h nicht hier drehen. Auf Schluss. Ready action.
  48. Ringsdorf hat die Dreharbeiten natürlich nicht gestoppt und so wurden die alten Gewölbe selbst zu Filmstars.
  49. Bis heute kommen die Touristen, um nachzusehen, wo genau Echos Mönche lebten oder auch ums Leben gebracht wurden.
  50. Der Erhalt der Anlage verschlingt Unsummen. Im Laufe der letzten Jahre flossen rund 70 Millionen Euro in die Generalsanierung der Klosteranlage. Das
  51. muss sich rentieren. Neue Einnahmequellen müssen aufgetan werden. Miriam Ess Hochzeitsplanerin. Heiraten im Kloster ist ihr Geschäft. 175 mal pro
  52. Jahr verspricht man sich in Eberbach die ewige Treue. Miriam Esser und ihr Team sind dafür verantwortlich, dass am schönsten Tag des Lebens alles glatt
  53. läuft. ganz wichtig, dass wir einfach dabei sind an dem Tag selbst, weil die
  54. Bordbare kennen uns, die wissen, okay, das sind die beiden, die haben sich die an Zeit gekümmert, die wissen, was wir besprochen haben, was wir gerne möchten.
  55. Und das Wichtigste ist, denke ich, dass die Brautbarin ihren Tag einigermaßen entspannt sein können, weil Aufregung ist immer da, aber dann wissen sie,
  56. okay, sie haben uns viel in die Hand gegeben und dann können sie sich auf das Wesentliche konzentrieren. Sie sehen toll aus.
  57. Ah, geht's ihn gut. Also vor 10 Minuten ging es noch. Kein Problem. Hier ist alles gut. Okay,
  58. Putig haben auch ein bisschen aufgeregt, aber Deutschland gibt nur ein so schön kann Heiraten sein. Kein Wunder
  59. bei dieser Filmreifenkulisse. Zurück zum Film Der Name der Rose. Diesen ehemaligen Schlafsaal der Mönche
  60. verwandelten die Filmemacher in das Skriptorium, die Schreibstube. Immer wieder zieht es Sean Connery alias William von Baskaville in diesen Raum zu
  61. den Büchern. In den kunstvollen Schriften, so ahnt der Mönch, muss der Schlüssel für die Aufklärung der mysteriösen Morde liegen,
  62. wenn Bücher zur tödlichen Gefahr werden. Zurückgeblieben von den wilden Drehtagen sind ein paar wenige Requisiten wie dieses Stehpult.
  63. Das Pult hat für mich dann ganz große Bedeutung, denn ich bin oft abends sehr spät hier in das Skriptorium gegangen. Habe an diesem Pult gestanden, habe die
  64. Bücher in Bewegung gesetzt, hab das Blattgold mir angeschaut, hab die wunderschönen Buchstaben gesehen. Ich war im tiefsten Mittelalter. Es war für
  65. mich einfach faszinierend und ich muss sagen, ich habe mein Groß erleben können, wie es ausgesehen hat in diesem tiefsten dunklen Mittelalter.
  66. [Musik] Ob das Mittelalter hier tatsächlich so dunkel war?
  67. Der Alltag der Zisterensa war alles andere als angenehm. Privatgespräche sind verboten. Es herrscht eine strenge
  68. Schweigepflicht. Die Ernährung ist kärklich. Fleisch, Fisch, Eier, Butter oder Käse kommen nicht auf den Tisch.
  69. Auf das Frühstück wird ganz verzichtet. Ab und an durften sie ihren selbsterzeugten Wein trinken, ansonsten Wasser.
  70. Oft gab es nur eine Mahlzeit am Tag und die bestand meistens aus schwerem dunklen Brot. [Musik]
  71. Und doch waren die Klöster damals leuchtende Orte des Fortschritts, des Wissens und der Kunst. [Musik]
  72. Das Hochmittelalter um das Jahr 1200, die Zeit der Kreuzzüge. Die Bevölkerung wächst dramatisch und die Landwirtschaft hat Mühe, die vielen
  73. Menschen zu ernähren. Aber neue Produktionsmethoden erhöhen die Erträge. Handwerk und Handel blühen auf.
  74. Und doch, die Mehrzahl der Bevölkerung lebt in tiefer Armut. Dunkel war das Mittelalter für die Armen, hell, allenfalls für die
  75. aufblühenden Orden und Klöster. Der Zisterenser Orden breitete sich zwischen 1200 und 1300 geradezu
  76. explosionsartig über ganz Europa aus. Die Zisterienser waren der erste zentralorganisierte Orten der Menschheit. Über 700 Niederlassungen
  77. sind überliefert. Meist sind es die Söhne wohlhabender Adliger, die das karge und gottgeweihte Leben der Mönche faszinierte.
  78. Den Familien war es eine Ehre, einen Angehörigen im Kloster zu haben. Doch das Klosterleben war so entbehrungsreich, dass die
  79. Lebenserwartung der Brüder nur bei etwa 30 Jahren lag. Der Weinbau war über alle Jahrhunderte hinweg der dominierende Geschäftszwig
  80. der Rheauer Mönche. Um ihre exklusivsten Rebstöcke im Steinberg bauten sie eine gigantische Mauer von zweieinhalb Kilometer Länge.
  81. Sie sollte die edlen Trauben vor Eindränglingen schützen, doch sie hatte noch einen ganz anderen Effekt. In ihrem Schutz bildete sich ein Mikroklima, in
  82. dem die Trauben ganz besonders gut reiften. Die Weinberge der Mönche sind 1803 verstaatlicht worden. Das Land Hessen
  83. ist heute Eigentümer. Die Staatsweingüter unterhalten Deutschlands größtes Weingut. 220 Hektar Rebfläche, allein unter dem Namen Kloster Eberbach.
  84. Die Lese unterscheidet sich von der Lese der Mönche eigentlich kaum. Es wurde von Hand geerntet, es wurde geschaut, die Trauben müssen gesund sein. Es gibt
  85. vereinzelt aber auch Bären, die etwas Vollnis haben. Die müssen eigentlich rausgelesen werden, weil nur aus gesunden vollreifen Trauben auch ein
  86. guter Wein entsteht. Von daher machen wir heute genau dasselbe wie die Mönche vor 500 Jahren. Weltberühmt würde der Rheau mit seinen
  87. Riesling weinen. Lange war allerdings das Image der edlen Tropfen etwas angestaubt. Deshalb ließ Dieter Greiner einen super
  88. modernen Keller unter den Steinberg bauen. Das gefiel nicht allen. Anfangs gab es sehr viel Protest und Unmut über diese Kellerei. Man konnte
  89. sich nicht vorstellen, dass hier in dieser sensiblen Stelle im Rheau in dieser wunderbaren Kulturlandschaft ein so großes Bauwerk erichtet wurde. Wir
  90. haben gesagt, wir machen es unterirdisch und dadurch haben die Möglichkeit über drei Etagen in den Keller hineinzuarbeiten, sehr schonend zu
  91. arbeiten und diese schonende Verarbeitung dieser modernen Keller ermöglicht eine sehr sehr gute Weinqualität.
  92. Der Clue der Anlage in den riesigen Stahltanks gärt der Weintemperatur gekühlt. Ständige Messungen garantieren einen enormen Qualitätssprung.
  93. Fachleute aus aller Welt zieht es inzwischen in den unterirdischen Keller, der als einer der modernsten Europas gilt.
  94. Ich glaube, die Mönche wären neidisch. Sie waren ja sehr vorbildlich in der Wirtschaftsweise, waren sehr innovativ, was Technologien angehen, also waren
  95. wirklich vorbildlich und hier ist auch ein vorbildlicher Keller und sie hätten es wahrscheinlich genauso gemacht, aber hatten natürlich damals die Möglichkeit
  96. nicht, wie wir sie heute haben. [Applaus] Heute ist Eberbach Business und schon
  97. längst nicht mehr zur höheren Ehre Gottes. Geistlich wird es nur noch selten, z.B. am Zisterzen Tag. Feierlicher Gottesdienst zum Gedenken an
  98. die Eberbacher Mönche in der Basilika. Ein Zisterzienser AT zelebriert die Messe.
  99. Die Kirche hat eingeatmet das Gebet von 700 Jahren. Das spürt man das Gebet, ich sag's mal so, bleibt in den Wänden hängen. Und
  100. wenn jetzt wieder Gebetsgottesdienst stattfinden, dann ist wieder etwas davon belebt und immer tief beeindruckend. Man stellt sich das vor. saßen standen,
  101. saßen sangen die Mönche, beten die Mönche kurz nach Mitternacht und dann am frühen Morgen. [Musik]
  102. Der Tagesablauf der Mönche ist streng geregelt. Den Takt geben die Anda vor. Alles ist genau eingeteilt. Die ersten Gebete beginnen morgens gegen 3 Uhr und
  103. wiederholen sich über den ganzen Tag. Abends um 8:30 Uhr ist Nachtruhe. Nur dem Abt stand eine eigene Kammer zu. Hier schlief er und hier vertiefte er
  104. sich in seine Gebete. Privatsphäre auf engstem Raum. Das war sein Privileg.
  105. [Musik] Günther Ringsdorf kennt sie alle, die Drehurorte von der Name der Rose. Überall Spuren des Films.
  106. Das die verbotene Tür aus dem Film der Name der Rose, wo John Conri glaubte, das Buch des Lachens zu finden, dass ihm die Morde erklären könnte. Aber glauben
  107. Sie mir, dahinter ist keine Bibliothek. [Musik] Heute öffnet sich diese Tür nur für einen Mann. Stefan Hölke,
  108. Fledermaussexperte. In dem riesigen alten Dachstuhl des Klosters sollen Unzählige dieser
  109. nachtaktiven Tiere nisten. Stefan Höldke geht auf Spurensuche. Bei der umfangreichen Sanierung des Marotengebelgs hatte man die Fledermäuse
  110. fast vertrieben. Jetzt kehren sie langsam zurück und um zu wissen, wo sie sind, nimmt sich Hölke ihrer Hinterlassenschaften an.
  111. Der Cot ist nicht unappetitlich, denn er ist trockenrümlich, ist auch geruchlos und der lässt auch keine Spuren auf meiner Hand. Das ist reines Schitin. Von
  112. der Seite ist es nicht unangenehm, also es ist kein Mäuse Code. Und hier an der Menge dieser Code Menge kann man sehr gut erkennen, wie stark dieses Quartier
  113. hier über uns besucht ist. Allein der Code macht noch keine Fledermaus. Höltke beschleicht die Sorge, dass die scheuentiere im wahrsten
  114. Sinne des Wortes alle ausgeflogen sind. Zweimal im Jahr sucht sich der Fledermausfachmann seinen Weg durch die
  115. Balken, um nach dem Verbleib der Tiere zu schauen. Endlich hat er wenigstens ein Tier entdeckt. Die Fledermäuse leben hier
  116. fast so zurückgezogen wie einst die Mönche. Doch Höldke gibt sich nicht zufrieden. Er hofft noch mehr Fledermäuse zu
  117. entdecken und zwängt sich durch einen schmalen Gang in der Außenwand der Basilika. Das ist der Geheimgang der Mönche. Den
  118. hatten die Mönche genutzt, um unerkannt aus der Basilika verschwinden zu können. Heute wird voraussichtlich dieser Gang genutzt von den Fledermäusen, um auf den
  119. Dachboden zu kommen. Haben also hier genügend Einflugsmöglichkeiten, wo sie dann hier in den Gang reinkommen und von hier aus nach oben in die
  120. Quartiere fliegen können. Und so wird er immer noch genutzt, um unerkannt irgendwo hinzukommen. [Musik]
  121. Im Kreuzgang des Klosters, angeführt vom Abt, zogen hier die Brüder zur heiligen Messe, in sich gekehrt, schweigend, nur in der Zwiesprache mit dem Allmächtigen.
  122. [Musik] Wie gehen die Arbeiten an der historischen Presse weiter?
  123. Bevor Dieter Greiner und sein Team die alte Anlage in Betrieb nehmen können, müssen sie die Trauben erst anpressen.
  124. Um den Kälterprozess historisch getreu ablaufen zu lassen, wird weitgehend auf moderne Technik verzichtet. Jetzt kommt es darauf an, ob sich die Trauben
  125. tatsächlich mit der sogenannten Dockenkälte aus dem 16. Jahrhundert verarbeiten lassen. Dieter Greiner setzt auf seine Experten und die Mönche.
  126. Die Mönche wussten wesentlich mehr als wir den zutrauen. Die Zusammenhänge haben sie sehr sehr gut verstanden. Wie eine schonende Kälterung abzulaufen
  127. hat, dass eben hier durch das Auspressen der Vorlauf, der jetzt rausläuft aus der Presse ein ganz klarer Saft ist, dass man eben nicht zu stark pressen darf,
  128. dass die Stängel nicht gequetscht werden dürfen und solche Dinge. Das wussten die schon, weil die haben auch eine gute Zunge gehabt. Die haben probiert und
  129. wussten was gut schmeckt. Das richtige Ergebnis. Der Unterhalt des Klosters kostet jährlich 2ieinhalb Millionen Euro.
  130. Priatkarten. Geld, das auch durch die Hochzeiten wieder reinkommen soll. Glückliche Paare können sich schon ab
  131. 300 € trauen lassen. Sollte der Rahmen allerdings üppiger sein, sind nach obenhin keine
  132. finanziellen Grenzen gesetzt. Wir wollten einen besonderen Ort haben, wollten nicht einfach ein Standesamt
  133. irgendwo in der Stadt haben und ähm der Reingau bietet ja nun sehr, sehr viele schöne Orte und ähm mein jetzt Ehemann, ach schön, mein jetzt Ehemann, der ähm
  134. kommt ähm der kennt Elwille sehr gut, ist hier auch viel unterwegs und hat dann gleich Kloster Eberbach vorgeschlagen.
  135. Hier wird im Halbstundentakt geheiratet. Die Spuren der letzten Trauung müssen schnell verschwinden. Schließlich wartet schon das nächste Paar. Die
  136. Hochzeitsplanerin schwärmt von der einmaligen Location. Es ist einfach wie Urlaub, weil es ist so ein besonderes Gelände. Es ist nicht
  137. einfach ein Büro, es ist das Klos der Eberbach. Das ist einfach richtig schön bei jedem Wetter zu jeder Jahreszeit und wenn dann eben noch so Hochzeiten,
  138. Gesellschaften sind, die einfach glücklich sind, Spaß haben, die dankbar sind, dass man sich um sie kümmert, ist unheimlich schön.
  139. Die berühmte romanische Basilika. Sie wurde im Jahr 1186 geweiht, selbst entworfen und gebaut von den Sisterensern.
  140. Nur an einem Ort war es ihnen erlaubt, Privates zu besprechen, im Kapitelsaal. Wie überall im Kloster war es hier in den Wintermonaten eisig kalt und so
  141. dienten die Füße der jungen Mönche den älteren als wärmendes Sitzkissen während der Gespräche.
  142. Hier wurden alle wichtigen Angelegenheiten beraten, Streitigkeiten geschlichtet und wenn erforderlich zu Gericht gesessen. Ein Ritual, das bis
  143. zur Auflösung des Klosters beibehalten wurde. [Musik] Im Zuge der französischen Revolution
  144. müssen die Eberbacher Mönche ihr Kloster 1803 fluchtartig verlassen. Das Klosterinventar wird verschleudert oder vernichtet.
  145. Es beginnt eine wechselvolle Zeit für das ehrwürdige Gemäuer. Das Kloster wird unter anderem als Weiberzuchthaus und als sogenannte Eberbacher Irrenanstalt
  146. genutzt und dämmerte dann Jahrzehnte vor sich hin. Das Team um Dieter Greiner ist fast am Ziel.
  147. Jetzt muss ich zeigen, ob die Weinpresse nach so langer Pause funktioniert. [Musik] Sie wird von Hand betrieben, so wie von
  148. den Mönchen vor vielen hundert Jahren. Und wahrhaftig, es rieselt der erste Most. Nach Jahrzehnten hat es die Presse tatsächlich geschafft.
  149. Und wie früher die Mönche können es die Weinexperten kaum erwarten, den frisch gewonnenen Traubensaft zu verkosten.
  150. Wir sind sehr glücklich, dass alles so gut geklappt hat heute. Wir sind trotzdem erstaunt, dass dieser Saft, der hier von der Presse abläuft, so
  151. kristallklar ist. Also wirklich viel filtriert und die Mönche wussten schon, was sie taten. Sie haben wir diese großen Pressen hier eingeführt mit
  152. diesem großen Tresterkuchen, der den Saft filtriert gibt einen ganz wunderbaren Saft, der hervorragend zur Weinbereitung.
  153. nächstes Jahr 100 Jahre alt und wenn dies auf der Versteigerung in Kloster Eberbach im September 1912 ist, hoffe ich, dass sie mindestens so ihre 6
  154. 7 8000 € schön wäre es, wenn es 10.000 € bekommen würde. Das ist ja auch wert. aus dem berühmten Weinberg, der Sister Zenser Steinberge, ihrem
  155. Lieblingsweinberg. Nach getaner Arbeit und dem Nachtgebet gehen die Mönche früh zu Bett.
  156. Sie schlafen alle gemeinsam in einem ungeheizten Raum, dem Mönigs Dormitorium, auf Strohsäcken nebeneinander liegend, nur notdürftig
  157. zugedeckt. Ihr Gewand ziehen sie zur Nacht nicht aus, um jederzeit bereit für eine Andacht zu sein.
  158. [Musik] Zurück in die Schatzkammer. Weinfans aus aller Welt pilgern hierher. Bereit für Kostbarkeiten viel zu zahlen.
  159. Wunderschön in der Farbe. Günther Ringsdorf hat eine Rieslingspätlese von 1971 geöffnet.
  160. Doch ins Geheim träumt er von ganz anderen Tropfen. Wenn du ein 1759er trinkst, machst die Augen zu und denkst,
  161. was war da los? Mozart. Die Mönche lebten noch hier, die waren hier und trinkst aus dieser Zeit einen Wein und er ist als Wein zu spüren, zu riechen
  162. und zu schmecken. Nicht mit einer Begeisterung. Aber wenn man weiß, was es ist. Es war für mich faszinierend. brauchst nur die Augen zuzumachen und
  163. hörst die Musik der Zeit, siehst die Menschen der Zeit vor dir. Zeitreisen aus der Flasche, Zeitreisen im Kino.
  164. Regisseur Jean-Jacques Anna hat Monate gebraucht, um diese charaktervollen Mönchdarsteller zu finden.
  165. Aber erst der Zauber der Räume aus dem Mittelalter machten den Klosterkremie perfekt.
  166. Und es vergeht kein Tag, wo nicht eine Führung oder mehrere Führung mit Verbindung Name der Hose geführt werden. Und grundsätzlich wird immer von diesem
  167. Film erzählt. Es hat dem Kloster geholfen. Ganz ehrlich, viele Menschen kommen hierher, schauen sich das Kloster an wegen des Filmes und sind dann vom
  168. Kloster begeistert. Und dann fängt das Kloster an zu reden, seine Sprache zu sprechen und erzählt den Menschen von seiner Geschichte, von seinen 85 Jahr
  169. Kloster Eberbach, das ist die Geschichte der Menschen, die mit unglaublicher Willenskraft eine der schönsten Klosteranlagen Europas bauten.
  170. Heute geht es darum, das Kloster in Würde zu erhalten und zugleich muss mit ihm Geld verdient werden. Ein schwieriger Balanceakt.
  171. Vergangenheit und Zukunft von Eberbach ist der Wein. Immer noch werden hier edle Trauten gekältert und damals wie heute ist Kloster Eberbach darin einsame
  172. Spitze. Так. [Musik]