Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
HD Doku - Geschichte - Das Superkloster - Eberbach-Legende aus dem Mittelalter - 2011 - Reportage
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 172 Zeilen
- Sie kommen im Jahre 1136. Mönche aus dem fernen Burgot. Nach einer beschwerlichen Reise erreicht eine kleine Scharzister Ziensa
- Kisselbach im Rheau in den Überresten eines verlassenen Gotteshauses wollen sie ein neues, ihr
- eigenes Kloster gründen. Das Kloster Eberwach. Ein Ort der Stille, an dem sie ein gottgefälliges Leben fernab der
- Zivilisation führen können. Auf die Mönche wartet ein entbehrungsreiches Leben.
- Vor fast 900 Jahren ziehen sie hier ein und die große Geschichte eines legendären Klosters beginnt. [Musik]
- Kloster Eberbach, ein mystischer Ort, den sich die Mönche ausgesucht haben. Wie durch ein Wunder ist die Klosteranlage fast vollständig erhalten
- geblieben. [Musik] Nirgendwo sonst in Deutschland kann man so authentisch nachvollziehen, wie die
- Mönche im Mittelalter gewohnt und gearbeitet haben in romanischen und frühischen Gebäuden aus dem 12. und 13. Jahrhundert.
- Niemand kennt diesen Ort und seine Geschichte besser als Günther Ringsdorf. Über 20 Jahre war er als Betriebsleiter für das Kloster verantwortlich.
- Unglaublich, was die Mönche früher geleistet haben, findet Trinksdorf, der auch gerne der letzte Abt von Ebabach genannt wird.
- Sie haben mit ihren eigen Händen das, was sie hier sehen, aufgebaut. Die haben niemanden benötigt. Sie waren allein, sie haben das gigantische Unternehmen
- Kloster Ebelebach wie alle Klöster der Sister Zenser aufgebaut. Die Zister Zienser waren unbeugsam in ihrem Glauben und radikal in ihren
- Prinzipien. Frohenarbeiten sie ab, verzichten auf Zwangsabgaben und Schenkungen. Sie wollen ihre eigenen Herren sein. Im Laufe der Jahre
- entwickeln sie sich zu Managern des Mittelalters. Bis zu 120 Mönche und rund 200 Leihenbrüder lebten hier. Ihre wichtigste Ordensregel ORA et
- laabora. Bete und arbeite. Das größte Weinwirtschaftsunternehmen der Dampers bekanntwelt haben die Zis Zenser von Eberbach aufgebaut. Es muss
- faszinierend gewesen sein. Im Umkreis von über 350 km hatten sie 205 Außenhöfe, wo sie Weinbau betetrieben haben, aber auch andere Dinge. Sie
- hatten eigene Schiffe, Boxsau und Pint mit den Reihen runtergefahren sind, um in Köln ihre Ware zu verkaufen. Kloster Eberbach liegt im Rheau in der
- Mitte Deutschlands, ganz in der Nähe von Wiesbaden. Ihre begehrten Tropfen ließen die Mönche unmittelbar am Rhein verschiffen. Ein alter Kran erinnert
- daran. Die Diener Gottes verstanden ihr Geschäft. Nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage erzielten sie
- Spitzenpreise für ihre Spitzenweine. Den Weinbauch, den wir heute haben, haben die Zisters den Grundstock gelegt aufgrund ihres Wissens, aufgrund ihrer
- Fähigkeit und mit dem Anlegen des wohl berühmten Weinbergers dem Steinberger. Ein Weinberg, der in der ganzen Welt bekannt ist. Unglaublich. Schon vor
- Hunderten von Jahren ist der Steinberg die beste Lage des Klosters Eberbach. Die Mönche hatten die Kunst des Weinbaus aus dem Burgund mitgebracht und waren
- damit im lieblichen Rheau erfolgreich. [Musik] Ihr Nachfolger in Eberbach ist heute
- Dieter Greiner, der Chef der hässischen Staatsweingüter. Greiner hat das Weingut fit für die Zukunft gemacht, aber heute geht es ihm
- um Technik aus der Geschichte. Eine uralte Presse soll noch einmal aktiviert werden, obwohl sie seit Jahrzehnten außer Betrieb ist.
- Sorgsam wird das alte Stück zerlegt. Ob die Presse jemals wieder funktionieren wird? Für uns geht heute schon ein Traum in
- Erfüllung, dass wir hier mit diesen historischen Dockenkältern aus dem 16. 17. Jahrhundert Wein erzeugen dürfen, weil hier aus diesen Kältern wurden
- hochwertigste Weine über die Jahrhunderte erzeugt und wir haben heute noch in der Schatzkammer Weine aus dieser Zeit bis 176 zurück, die heute
- noch von exzellenter Qualität sind und wir wollen dem Geheimnis dieser Qualität mit diesen Kältern auf die Spur kommen. Ganz so wie im Mittelalter geht es heute
- allerdings nicht. Will man aus den Trauben später tatsächlich Wein erzeugen, muss aus hygienischen Gründen eine Stahlwanne in die alte Presse
- eingesetzt werden. Erst wenn die pass genau sitzt, können die Traupen kommen und dann soll es so weitergehen wie vor Hunderten von
- Jahren. Die Eberbacher Mönche waren nicht nur überaus arbeitsam, sie waren auch
- innovativ. Ständig verbesserten und verfeinerten sie ihre Kältertechniken. Intensiv tauschten sie sich mit ihren Glaubensbrüdern als anderen Zisterziensa
- Klöstern aus. Nur so ist es zu erklären, dass sie auf dem Gebiet des Weinbaus unter dem Einsatz aller Kräfte wahre Meister
- worden. [Musik] Günther Ringsdorf hat als ehemaliger
- Betriebsleiter viel erlebt in seinem Kloster mit den geheimnisvollen mittelalterlichen Gewölben. Doch einen Tag, den wird er nie vergessen. Der
- beschierte dem Kloster eine ganz neue Karriere. Da hat mich in Her angesprochen. Hören Sie, können wir bei Ihnen im Kloster
- drehen? Habe ich gesagt selb verständlich. Ihr dürft mir nur mein Kloster nicht anzünden. Da fängen die an zu lachen. Haben auf Italienisch,
- Spanisch, Deutsch, was für Sprachen die alle gesprochen haben gekichert und haben mich gefragt, kennen Sie das Buch der Name da Rose? Ja, ich hat's wohl
- Weihnachten geschenkt bekommen, aber gekannt ist nicht Günther Ringsdorf vertraute seinem Instinkt und öffnete das Kloster für die
- Filmcw perfekte Kulisse für die Verfilmung von Umberto Echos Bestseller Sean Connery unvergesslich in der
- Hauptrolle als Mönch der mysteriösen Morden auf der Spur ist. Selbst Produzent Bernt Eichinger konnte damals nicht ahnen, dass sein Film 1986
- ein Kinohit wurde. Hier seltene Aufnahmen von den Dreharbeiten. Kloster Eberbach war auf einmal weltberühmt. Wochenlang hielten sich die Filmleute im
- Kloster auf und so manches Mal musste Günther Ringsdorf das Schlimmste verhindern. Ich hatte panische Angst, dass sie irgendwas tun können, was dem
- Kluste schaden würde. Und ich kam sonntags morgens, Gott sei Dank hierunter hier in diesem Raum. An dieser Säule hat man ein Eisenband rumlegen
- wollen. Das war zu gering. Da wollten sie mit dem Hammer und Meisel wollten an dieser Säule Löcher reinschlagen. Schrei, ich habe gesagt, um Gottes hört
- auf. Ihr macht dir das ganze Kloster kaputt. Oh, ich hat ein Sonnen. Macht, dass er rauskommt. Ich h nicht hier drehen. Auf Schluss. Ready action.
- Ringsdorf hat die Dreharbeiten natürlich nicht gestoppt und so wurden die alten Gewölbe selbst zu Filmstars.
- Bis heute kommen die Touristen, um nachzusehen, wo genau Echos Mönche lebten oder auch ums Leben gebracht wurden.
- Der Erhalt der Anlage verschlingt Unsummen. Im Laufe der letzten Jahre flossen rund 70 Millionen Euro in die Generalsanierung der Klosteranlage. Das
- muss sich rentieren. Neue Einnahmequellen müssen aufgetan werden. Miriam Ess Hochzeitsplanerin. Heiraten im Kloster ist ihr Geschäft. 175 mal pro
- Jahr verspricht man sich in Eberbach die ewige Treue. Miriam Esser und ihr Team sind dafür verantwortlich, dass am schönsten Tag des Lebens alles glatt
- läuft. ganz wichtig, dass wir einfach dabei sind an dem Tag selbst, weil die
- Bordbare kennen uns, die wissen, okay, das sind die beiden, die haben sich die an Zeit gekümmert, die wissen, was wir besprochen haben, was wir gerne möchten.
- Und das Wichtigste ist, denke ich, dass die Brautbarin ihren Tag einigermaßen entspannt sein können, weil Aufregung ist immer da, aber dann wissen sie,
- okay, sie haben uns viel in die Hand gegeben und dann können sie sich auf das Wesentliche konzentrieren. Sie sehen toll aus.
- Ah, geht's ihn gut. Also vor 10 Minuten ging es noch. Kein Problem. Hier ist alles gut. Okay,
- Putig haben auch ein bisschen aufgeregt, aber Deutschland gibt nur ein so schön kann Heiraten sein. Kein Wunder
- bei dieser Filmreifenkulisse. Zurück zum Film Der Name der Rose. Diesen ehemaligen Schlafsaal der Mönche
- verwandelten die Filmemacher in das Skriptorium, die Schreibstube. Immer wieder zieht es Sean Connery alias William von Baskaville in diesen Raum zu
- den Büchern. In den kunstvollen Schriften, so ahnt der Mönch, muss der Schlüssel für die Aufklärung der mysteriösen Morde liegen,
- wenn Bücher zur tödlichen Gefahr werden. Zurückgeblieben von den wilden Drehtagen sind ein paar wenige Requisiten wie dieses Stehpult.
- Das Pult hat für mich dann ganz große Bedeutung, denn ich bin oft abends sehr spät hier in das Skriptorium gegangen. Habe an diesem Pult gestanden, habe die
- Bücher in Bewegung gesetzt, hab das Blattgold mir angeschaut, hab die wunderschönen Buchstaben gesehen. Ich war im tiefsten Mittelalter. Es war für
- mich einfach faszinierend und ich muss sagen, ich habe mein Groß erleben können, wie es ausgesehen hat in diesem tiefsten dunklen Mittelalter.
- [Musik] Ob das Mittelalter hier tatsächlich so dunkel war?
- Der Alltag der Zisterensa war alles andere als angenehm. Privatgespräche sind verboten. Es herrscht eine strenge
- Schweigepflicht. Die Ernährung ist kärklich. Fleisch, Fisch, Eier, Butter oder Käse kommen nicht auf den Tisch.
- Auf das Frühstück wird ganz verzichtet. Ab und an durften sie ihren selbsterzeugten Wein trinken, ansonsten Wasser.
- Oft gab es nur eine Mahlzeit am Tag und die bestand meistens aus schwerem dunklen Brot. [Musik]
- Und doch waren die Klöster damals leuchtende Orte des Fortschritts, des Wissens und der Kunst. [Musik]
- Das Hochmittelalter um das Jahr 1200, die Zeit der Kreuzzüge. Die Bevölkerung wächst dramatisch und die Landwirtschaft hat Mühe, die vielen
- Menschen zu ernähren. Aber neue Produktionsmethoden erhöhen die Erträge. Handwerk und Handel blühen auf.
- Und doch, die Mehrzahl der Bevölkerung lebt in tiefer Armut. Dunkel war das Mittelalter für die Armen, hell, allenfalls für die
- aufblühenden Orden und Klöster. Der Zisterenser Orden breitete sich zwischen 1200 und 1300 geradezu
- explosionsartig über ganz Europa aus. Die Zisterienser waren der erste zentralorganisierte Orten der Menschheit. Über 700 Niederlassungen
- sind überliefert. Meist sind es die Söhne wohlhabender Adliger, die das karge und gottgeweihte Leben der Mönche faszinierte.
- Den Familien war es eine Ehre, einen Angehörigen im Kloster zu haben. Doch das Klosterleben war so entbehrungsreich, dass die
- Lebenserwartung der Brüder nur bei etwa 30 Jahren lag. Der Weinbau war über alle Jahrhunderte hinweg der dominierende Geschäftszwig
- der Rheauer Mönche. Um ihre exklusivsten Rebstöcke im Steinberg bauten sie eine gigantische Mauer von zweieinhalb Kilometer Länge.
- Sie sollte die edlen Trauben vor Eindränglingen schützen, doch sie hatte noch einen ganz anderen Effekt. In ihrem Schutz bildete sich ein Mikroklima, in
- dem die Trauben ganz besonders gut reiften. Die Weinberge der Mönche sind 1803 verstaatlicht worden. Das Land Hessen
- ist heute Eigentümer. Die Staatsweingüter unterhalten Deutschlands größtes Weingut. 220 Hektar Rebfläche, allein unter dem Namen Kloster Eberbach.
- Die Lese unterscheidet sich von der Lese der Mönche eigentlich kaum. Es wurde von Hand geerntet, es wurde geschaut, die Trauben müssen gesund sein. Es gibt
- vereinzelt aber auch Bären, die etwas Vollnis haben. Die müssen eigentlich rausgelesen werden, weil nur aus gesunden vollreifen Trauben auch ein
- guter Wein entsteht. Von daher machen wir heute genau dasselbe wie die Mönche vor 500 Jahren. Weltberühmt würde der Rheau mit seinen
- Riesling weinen. Lange war allerdings das Image der edlen Tropfen etwas angestaubt. Deshalb ließ Dieter Greiner einen super
- modernen Keller unter den Steinberg bauen. Das gefiel nicht allen. Anfangs gab es sehr viel Protest und Unmut über diese Kellerei. Man konnte
- sich nicht vorstellen, dass hier in dieser sensiblen Stelle im Rheau in dieser wunderbaren Kulturlandschaft ein so großes Bauwerk erichtet wurde. Wir
- haben gesagt, wir machen es unterirdisch und dadurch haben die Möglichkeit über drei Etagen in den Keller hineinzuarbeiten, sehr schonend zu
- arbeiten und diese schonende Verarbeitung dieser modernen Keller ermöglicht eine sehr sehr gute Weinqualität.
- Der Clue der Anlage in den riesigen Stahltanks gärt der Weintemperatur gekühlt. Ständige Messungen garantieren einen enormen Qualitätssprung.
- Fachleute aus aller Welt zieht es inzwischen in den unterirdischen Keller, der als einer der modernsten Europas gilt.
- Ich glaube, die Mönche wären neidisch. Sie waren ja sehr vorbildlich in der Wirtschaftsweise, waren sehr innovativ, was Technologien angehen, also waren
- wirklich vorbildlich und hier ist auch ein vorbildlicher Keller und sie hätten es wahrscheinlich genauso gemacht, aber hatten natürlich damals die Möglichkeit
- nicht, wie wir sie heute haben. [Applaus] Heute ist Eberbach Business und schon
- längst nicht mehr zur höheren Ehre Gottes. Geistlich wird es nur noch selten, z.B. am Zisterzen Tag. Feierlicher Gottesdienst zum Gedenken an
- die Eberbacher Mönche in der Basilika. Ein Zisterzienser AT zelebriert die Messe.
- Die Kirche hat eingeatmet das Gebet von 700 Jahren. Das spürt man das Gebet, ich sag's mal so, bleibt in den Wänden hängen. Und
- wenn jetzt wieder Gebetsgottesdienst stattfinden, dann ist wieder etwas davon belebt und immer tief beeindruckend. Man stellt sich das vor. saßen standen,
- saßen sangen die Mönche, beten die Mönche kurz nach Mitternacht und dann am frühen Morgen. [Musik]
- Der Tagesablauf der Mönche ist streng geregelt. Den Takt geben die Anda vor. Alles ist genau eingeteilt. Die ersten Gebete beginnen morgens gegen 3 Uhr und
- wiederholen sich über den ganzen Tag. Abends um 8:30 Uhr ist Nachtruhe. Nur dem Abt stand eine eigene Kammer zu. Hier schlief er und hier vertiefte er
- sich in seine Gebete. Privatsphäre auf engstem Raum. Das war sein Privileg.
- [Musik] Günther Ringsdorf kennt sie alle, die Drehurorte von der Name der Rose. Überall Spuren des Films.
- Das die verbotene Tür aus dem Film der Name der Rose, wo John Conri glaubte, das Buch des Lachens zu finden, dass ihm die Morde erklären könnte. Aber glauben
- Sie mir, dahinter ist keine Bibliothek. [Musik] Heute öffnet sich diese Tür nur für einen Mann. Stefan Hölke,
- Fledermaussexperte. In dem riesigen alten Dachstuhl des Klosters sollen Unzählige dieser
- nachtaktiven Tiere nisten. Stefan Höldke geht auf Spurensuche. Bei der umfangreichen Sanierung des Marotengebelgs hatte man die Fledermäuse
- fast vertrieben. Jetzt kehren sie langsam zurück und um zu wissen, wo sie sind, nimmt sich Hölke ihrer Hinterlassenschaften an.
- Der Cot ist nicht unappetitlich, denn er ist trockenrümlich, ist auch geruchlos und der lässt auch keine Spuren auf meiner Hand. Das ist reines Schitin. Von
- der Seite ist es nicht unangenehm, also es ist kein Mäuse Code. Und hier an der Menge dieser Code Menge kann man sehr gut erkennen, wie stark dieses Quartier
- hier über uns besucht ist. Allein der Code macht noch keine Fledermaus. Höltke beschleicht die Sorge, dass die scheuentiere im wahrsten
- Sinne des Wortes alle ausgeflogen sind. Zweimal im Jahr sucht sich der Fledermausfachmann seinen Weg durch die
- Balken, um nach dem Verbleib der Tiere zu schauen. Endlich hat er wenigstens ein Tier entdeckt. Die Fledermäuse leben hier
- fast so zurückgezogen wie einst die Mönche. Doch Höldke gibt sich nicht zufrieden. Er hofft noch mehr Fledermäuse zu
- entdecken und zwängt sich durch einen schmalen Gang in der Außenwand der Basilika. Das ist der Geheimgang der Mönche. Den
- hatten die Mönche genutzt, um unerkannt aus der Basilika verschwinden zu können. Heute wird voraussichtlich dieser Gang genutzt von den Fledermäusen, um auf den
- Dachboden zu kommen. Haben also hier genügend Einflugsmöglichkeiten, wo sie dann hier in den Gang reinkommen und von hier aus nach oben in die
- Quartiere fliegen können. Und so wird er immer noch genutzt, um unerkannt irgendwo hinzukommen. [Musik]
- Im Kreuzgang des Klosters, angeführt vom Abt, zogen hier die Brüder zur heiligen Messe, in sich gekehrt, schweigend, nur in der Zwiesprache mit dem Allmächtigen.
- [Musik] Wie gehen die Arbeiten an der historischen Presse weiter?
- Bevor Dieter Greiner und sein Team die alte Anlage in Betrieb nehmen können, müssen sie die Trauben erst anpressen.
- Um den Kälterprozess historisch getreu ablaufen zu lassen, wird weitgehend auf moderne Technik verzichtet. Jetzt kommt es darauf an, ob sich die Trauben
- tatsächlich mit der sogenannten Dockenkälte aus dem 16. Jahrhundert verarbeiten lassen. Dieter Greiner setzt auf seine Experten und die Mönche.
- Die Mönche wussten wesentlich mehr als wir den zutrauen. Die Zusammenhänge haben sie sehr sehr gut verstanden. Wie eine schonende Kälterung abzulaufen
- hat, dass eben hier durch das Auspressen der Vorlauf, der jetzt rausläuft aus der Presse ein ganz klarer Saft ist, dass man eben nicht zu stark pressen darf,
- dass die Stängel nicht gequetscht werden dürfen und solche Dinge. Das wussten die schon, weil die haben auch eine gute Zunge gehabt. Die haben probiert und
- wussten was gut schmeckt. Das richtige Ergebnis. Der Unterhalt des Klosters kostet jährlich 2ieinhalb Millionen Euro.
- Priatkarten. Geld, das auch durch die Hochzeiten wieder reinkommen soll. Glückliche Paare können sich schon ab
- 300 € trauen lassen. Sollte der Rahmen allerdings üppiger sein, sind nach obenhin keine
- finanziellen Grenzen gesetzt. Wir wollten einen besonderen Ort haben, wollten nicht einfach ein Standesamt
- irgendwo in der Stadt haben und ähm der Reingau bietet ja nun sehr, sehr viele schöne Orte und ähm mein jetzt Ehemann, ach schön, mein jetzt Ehemann, der ähm
- kommt ähm der kennt Elwille sehr gut, ist hier auch viel unterwegs und hat dann gleich Kloster Eberbach vorgeschlagen.
- Hier wird im Halbstundentakt geheiratet. Die Spuren der letzten Trauung müssen schnell verschwinden. Schließlich wartet schon das nächste Paar. Die
- Hochzeitsplanerin schwärmt von der einmaligen Location. Es ist einfach wie Urlaub, weil es ist so ein besonderes Gelände. Es ist nicht
- einfach ein Büro, es ist das Klos der Eberbach. Das ist einfach richtig schön bei jedem Wetter zu jeder Jahreszeit und wenn dann eben noch so Hochzeiten,
- Gesellschaften sind, die einfach glücklich sind, Spaß haben, die dankbar sind, dass man sich um sie kümmert, ist unheimlich schön.
- Die berühmte romanische Basilika. Sie wurde im Jahr 1186 geweiht, selbst entworfen und gebaut von den Sisterensern.
- Nur an einem Ort war es ihnen erlaubt, Privates zu besprechen, im Kapitelsaal. Wie überall im Kloster war es hier in den Wintermonaten eisig kalt und so
- dienten die Füße der jungen Mönche den älteren als wärmendes Sitzkissen während der Gespräche.
- Hier wurden alle wichtigen Angelegenheiten beraten, Streitigkeiten geschlichtet und wenn erforderlich zu Gericht gesessen. Ein Ritual, das bis
- zur Auflösung des Klosters beibehalten wurde. [Musik] Im Zuge der französischen Revolution
- müssen die Eberbacher Mönche ihr Kloster 1803 fluchtartig verlassen. Das Klosterinventar wird verschleudert oder vernichtet.
- Es beginnt eine wechselvolle Zeit für das ehrwürdige Gemäuer. Das Kloster wird unter anderem als Weiberzuchthaus und als sogenannte Eberbacher Irrenanstalt
- genutzt und dämmerte dann Jahrzehnte vor sich hin. Das Team um Dieter Greiner ist fast am Ziel.
- Jetzt muss ich zeigen, ob die Weinpresse nach so langer Pause funktioniert. [Musik] Sie wird von Hand betrieben, so wie von
- den Mönchen vor vielen hundert Jahren. Und wahrhaftig, es rieselt der erste Most. Nach Jahrzehnten hat es die Presse tatsächlich geschafft.
- Und wie früher die Mönche können es die Weinexperten kaum erwarten, den frisch gewonnenen Traubensaft zu verkosten.
- Wir sind sehr glücklich, dass alles so gut geklappt hat heute. Wir sind trotzdem erstaunt, dass dieser Saft, der hier von der Presse abläuft, so
- kristallklar ist. Also wirklich viel filtriert und die Mönche wussten schon, was sie taten. Sie haben wir diese großen Pressen hier eingeführt mit
- diesem großen Tresterkuchen, der den Saft filtriert gibt einen ganz wunderbaren Saft, der hervorragend zur Weinbereitung.
- nächstes Jahr 100 Jahre alt und wenn dies auf der Versteigerung in Kloster Eberbach im September 1912 ist, hoffe ich, dass sie mindestens so ihre 6
- 7 8000 € schön wäre es, wenn es 10.000 € bekommen würde. Das ist ja auch wert. aus dem berühmten Weinberg, der Sister Zenser Steinberge, ihrem
- Lieblingsweinberg. Nach getaner Arbeit und dem Nachtgebet gehen die Mönche früh zu Bett.
- Sie schlafen alle gemeinsam in einem ungeheizten Raum, dem Mönigs Dormitorium, auf Strohsäcken nebeneinander liegend, nur notdürftig
- zugedeckt. Ihr Gewand ziehen sie zur Nacht nicht aus, um jederzeit bereit für eine Andacht zu sein.
- [Musik] Zurück in die Schatzkammer. Weinfans aus aller Welt pilgern hierher. Bereit für Kostbarkeiten viel zu zahlen.
- Wunderschön in der Farbe. Günther Ringsdorf hat eine Rieslingspätlese von 1971 geöffnet.
- Doch ins Geheim träumt er von ganz anderen Tropfen. Wenn du ein 1759er trinkst, machst die Augen zu und denkst,
- was war da los? Mozart. Die Mönche lebten noch hier, die waren hier und trinkst aus dieser Zeit einen Wein und er ist als Wein zu spüren, zu riechen
- und zu schmecken. Nicht mit einer Begeisterung. Aber wenn man weiß, was es ist. Es war für mich faszinierend. brauchst nur die Augen zuzumachen und
- hörst die Musik der Zeit, siehst die Menschen der Zeit vor dir. Zeitreisen aus der Flasche, Zeitreisen im Kino.
- Regisseur Jean-Jacques Anna hat Monate gebraucht, um diese charaktervollen Mönchdarsteller zu finden.
- Aber erst der Zauber der Räume aus dem Mittelalter machten den Klosterkremie perfekt.
- Und es vergeht kein Tag, wo nicht eine Führung oder mehrere Führung mit Verbindung Name der Hose geführt werden. Und grundsätzlich wird immer von diesem
- Film erzählt. Es hat dem Kloster geholfen. Ganz ehrlich, viele Menschen kommen hierher, schauen sich das Kloster an wegen des Filmes und sind dann vom
- Kloster begeistert. Und dann fängt das Kloster an zu reden, seine Sprache zu sprechen und erzählt den Menschen von seiner Geschichte, von seinen 85 Jahr
- Kloster Eberbach, das ist die Geschichte der Menschen, die mit unglaublicher Willenskraft eine der schönsten Klosteranlagen Europas bauten.
- Heute geht es darum, das Kloster in Würde zu erhalten und zugleich muss mit ihm Geld verdient werden. Ein schwieriger Balanceakt.
- Vergangenheit und Zukunft von Eberbach ist der Wein. Immer noch werden hier edle Trauten gekältert und damals wie heute ist Kloster Eberbach darin einsame
- Spitze. Так. [Musik]