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Klaviersonate Nr. 12 (Mozart)
Die Klaviersonate Nr. 12 in F-Dur KV 332/300k von Wolfgang Amadeus Mozart wurde zur selben Zeit wie die Sonate Nr. 10 C-Dur KV 330 (300h) und Sonate Nr. 11 …
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Überblick und Einordnung
Die Klaviersonate Nr. 12 in F-Dur KV 332/300k ist ein Werk von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie entstand vermutlich zusammen mit der Sonate Nr. 10 in C-Dur KV 330 (300h) und der Sonate Nr. 11 in A-Dur KV 331 (300i), der sogenannten „Alla turca“. Vermutlich komponierte Mozart alle drei Sonaten 1778 in Paris. Sie wurden jedoch auf das Jahr 1783 datiert und 1784 gemeinsam mit den beiden anderen Sonaten im Artaria Verlag veröffentlicht.
Die Sonate besteht aus drei Sätzen und dauert bei einer Aufführung einschließlich aller Wiederholungen durchschnittlich etwa 25 Minuten. Ihre Sätze unterscheiden sich deutlich: Der erste und der dritte Satz folgen grundsätzlich der Sonatenhauptsatzform, während der zweite Satz ein A–B–A–B-Formschema besitzt. Die Sonatenhauptsatzform umfasst hier eine Exposition mit den thematischen Gruppen, eine Durchführung, in der Motive verarbeitet werden, und eine Reprise, in der das Material erneut erscheint und in die Tonika zurückführt.
Erster Satz: Allegro
Der erste Satz steht in F-Dur, im 3/4-Takt, und ist mit Allegro bezeichnet. Das kantable Anfangsthema besteht vor allem aus gebrochenen Dreiklängen in der rechten Hand. Die linke Hand begleitet dazu mit einem Alberti-Bass, also einer wiederholten, gebrochenen Akkordbegleitung.
Der Nachsatz des Anfangsthemas ist doppelt so lang wie der Vordersatz und umfasst acht Takte; das Thema reicht bis Takt 12. Anschließend verarbeitet Mozart das Thema motivisch bis Takt 20. Die Überleitung zum Seitenthema dauert bis einschließlich Takt 40 und moduliert über c-Moll und G-Dur. Das Seitenthema steht in C-Dur. Charakteristisch sind seine Achtelnoten. Auch hier ist der Nachsatz doppelt so lang wie der Vordersatz. Danach verwendet Mozart erneut motivische Elemente des Seitenthemas, bevor die Schlussgruppe die Exposition beendet.
Die Durchführung umfasst 39 Takte. In den Takten 60–65 tritt eine klare Quintfallsequenz auf; dabei werden Motive über c-Moll und d-Moll verarbeitet. Anschließend folgt die Reprise, in der das musikalische Material vollständig in der Tonika wiedergegeben wird.
Mozart hält sich grundsätzlich an die Sonatenhauptsatzform, nutzt sie aber mit großer Freiheit. Zu den originellen Einfällen gehören die Hemiolen-Bildung in den Takten 64/65 und der Beginn der Durchführung mit einem neuen thematischen Gedanken. Einige dieser Verfahren erinnern an Joseph Haydn.
Zweiter Satz: Adagio
Der zweite Satz steht in B-Dur, im 4/4-Takt, und trägt die Bezeichnung Adagio. Im Mittelpunkt steht ein viertaktiges Motiv, das Mozart immer wieder neu gestaltet. Dadurch entsteht ein Satz, dessen musikalischer Zusammenhang vor allem durch Variationen desselben Grundgedankens geprägt wird.
Zweimal führt Mozart Mollwendungen ein. Diese erzeugen eine tragische Spannung innerhalb des ansonsten idyllischen Werkcharakters. Über Umwege gelangt die Musik außerdem zweimal nach D-Dur. Das Formschema des Satzes lautet A–B–A–B: Auf einen Abschnitt A folgt ein kontrastierender Abschnitt B, danach kehren beide Abschnitte jeweils noch einmal in derselben Abfolge wieder.
Dritter Satz: Allegro assai
Der dritte Satz steht wieder in F-Dur und ist als Allegro assai bezeichnet. Er steht im 6/8-Takt und ist ungewöhnlich ausgedehnt. Im Unterschied zum zweiten Satz verwendet er eine reine Sonatenhauptsatzform.
Das sechstaktige Hauptthema wird bis Takt 12 zweimal wiederholt. Nach zwei weiteren Takten folgt ein viertaktiges Seitenthema, das mehrfach verändert erscheint. Kleine Sequenzen trennen diese Varianten voneinander. In Takt 42 tritt ein weiteres Thema in c-Moll auf. Danach beendet Mozart die Exposition mit Läufen und C-Dur-Akkorden.
Die Durchführung umfasst 47 Takte. In ihr werden die Motive in b-Moll und D-Dur verarbeitet. Danach folgt die Reprise, die in der Tonika F-Dur endet.
Der Satz gilt als eines der schwierigsten und virtuosesten Werke Mozarts. In seinem 6/8-Takt-Rhythmus erscheint außerdem in den Takten 46–48 eine erneute Quintfallsequenz. Manche Passagen erinnern dadurch an die späteren „Jagdfinale“ einiger Klavierkonzerte.