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Klaviersonate Nr. 11 (Mozart)

Die Sonate Nr. 11 A-Dur KV 331 (300i) ist eine der bekanntesten Klaviersonaten Wolfgang Amadeus Mozarts. Mozart schrieb sie 1783 in Wien oder Salzburg.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Werk und Gesamtaufbau
  2. 2. Thema und Variationen des ersten Satzes
  3. 3. Menuett und Trio
  4. 4. Rondo „Alla Turca“
  5. 5. Manuskript und spätere Verwendung

Werk und Gesamtaufbau

Die Klaviersonate Nr. 11 in A-Dur, KV 331 (300i), gehört zu den bekanntesten Klaviersonaten Wolfgang Amadeus Mozarts. Mozart schrieb sie 1783 in Wien oder Salzburg; der Erstdruck erschien 1784 bei Artaria & Co. Die Aufführung dauert ungefähr 26 Minuten.

Die Sonate hat drei Sätze: erstens ein Andante grazioso mit einem Thema und sechs Variationen, zweitens ein Menuett mit Trio und drittens das Rondo „Alla Turca“. Besonders der dritte Satz wurde als „Türkischer Marsch“ populär. Er ist ein Allegretto in a-Moll, das in A-Dur endet. Auch das eingängige Thema des ersten Satzes wird häufig in der Popkultur zitiert.

Ungewöhnlich beginnt die Sonate nicht mit einem Sonatenhauptsatz, sondern mit einem Variationssatz. Bei Variationen wird ein musikalisches Thema mehrfach wiederholt und jeweils verändert, etwa durch Rhythmus, Tonart, Tempo oder Taktart.

Thema und Variationen des ersten Satzes

Das Thema trägt die Vortragsbezeichnung Andante grazioso, steht im 6/8-Takt und in A-Dur. Es hat die dreiteilige Liedform A – B – A′. Der Teil A sowie die Folge B + A′ werden jeweils wiederholt.

Das Thema besitzt Merkmale eines Sicilianos, einer barocken Tanzform. Deren Rhythmus prägt das gesamte Stück und verleiht ihm einen lieblichen Charakter. Das Tempo bleibt ruhig. Die Dynamik, also die Lautstärkegestaltung, ist meist zurückhaltend; kurze Forte-Stellen wirken eher als Akzente. Auch die Harmonik ist einfach, weil sie kaum die Hauptfunktionen verlässt.

In den sechs Variationen verarbeitet Mozart das Thema auf unterschiedliche Weise. Er verwendet unter anderem Komplementärrhythmik, bei der sich rhythmische Bewegungen verschiedener Stimmen ergänzen, und verändert Tongeschlecht, Tempo und Taktart.

Der zweite Satz ist ein Menuetto im 3/4-Takt in A-Dur. Seine Abfolge lautet Menuetto – Trio – Menuetto da capo; nach dem Trio wird also das Menuett wiederholt.

Das Menuett besteht aus zwei Teilen, die jeweils wiederholt werden. Sein Hauptthema ist eine nach A-Dur transponierte und dem 3/4-Takt angepasste Variante des Hauptthemas aus dem ersten Satz von Mozarts Klaviersonate in C-Dur KV 309. Der erste Teil umfasst 18 Takte: Zunächst betont er das typische Schreiten eines Menuetts, dann moduliert er zur Dominante E-Dur. Schnelle Sechzehntel bilden einen Kontrast zu den vorherigen Motiven.

Der zweite Teil umfasst 30 Takte. Er beginnt mit einer Art Durchführung in Moll und endet schließlich wieder in E-Dur. Dadurch kann der erste Teil als Reprise anschließen, die in der Tonika A-Dur endet. Das Trio steht in der Subdominante D-Dur, wird besonders durch gleichmäßige Achtelbewegungen geprägt und ähnelt in seinem Formschema dem Menuett.

Rondo „Alla Turca“

Der dritte Satz heißt Rondo „Alla Turca“, trägt die Tempoangabe Allegretto und steht im 2/4-Takt in a-Moll. Sein Formschema lautet: |: A :||: B – A′ :||: C :||: D :||: E – D′ :||: C :||: A :||: B – A′ :||: C′ :| F. Ein Rondo lässt einen wiederkehrenden Hauptteil mit kontrastierenden Teilen abwechseln.

Melodisch entfaltet sich das Stück ausschließlich in der rechten Hand. Die linke Hand spielt durchgehend Arpeggios, also gebrochene Akkorde, oder andere Begleitfiguren; Kontrapunkte werden nicht verwendet. Teil A, der bekannte Beginn, ist ein gebrochener, rasch aufsteigender und umspielter a-Moll-Dreiklang. Anschließend folgt eine viertaktige Scheinmodulation zur Dominante. Teil B steht zunächst in der Tonikaparallele C-Dur, hat einen eher absteigenden Charakter und wird in a-Moll sequenziert. Danach kehrt A wieder, nun mit fortepiano und einem Schluss in der Tonika.

Teil C steht in A-Dur und bildet einen starken Gegensatz. Wenn man den Satz als Sonatenrondoform auffasst, können D und E als Durchführung gelten. D beginnt in fis-Moll und moduliert scheinbar nach cis-Moll; weil am Schluss der Quintton fehlt, lässt sich dies als Ansatz für E umdeuten. E steht auf der oberen Terz des A-Dur-Dreiklangs. Nach der Wiederkehr von D und einer kurzen Überleitung durch C erscheinen A und B als Reprise. Ein verändertes C führt forte zu einer brillanten Coda F in A-Dur, die die Sonate beendet.

Manuskript und spätere Verwendung

Vom Autograph, also Mozarts eigener Handschrift, galt lange nur das letzte Blatt mit den Takten 90 ff. des dritten Satzes als erhalten. Anfang September 2014 berichteten ungarische Medien über vier weitere Seiten des dritten Satzes in der Széchényi-Nationalbibliothek. Das Manuskript weicht in mehreren Punkten von der bisher überlieferten Fassung ab. Die Neuentdeckung wurde am 26. September 2014 in Budapest öffentlich gespielt.

Das Thema des ersten Satzes verwendete Max Reger 1914 in seinen Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart für Orchester. Für den „Türkischen Marsch“ entstanden unter anderem eine virtuose Paraphrase von Arcadi Volodos, Fazıl Says Jazz-Adaption Alla Turca Jazz von 1993 und Bodo Wartkes Boogie-Woogie-Arrangement Alla Turca Stomp von 2005. Außerdem wurden Sätze der Sonate wiederholt als Musik in Filmen, Fernsehformaten und Computerspielen eingesetzt.

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