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Hemiole
Eine Hemiole (griechisch ἡμιόλιος, hēmiólios „anderthalb“) ist eine Sonderform der Synkope. Dabei wird das Betonungsschema eines Taktes durch …
Begriff und Funktionsweise
Eine Hemiole ist eine Sonderform der Synkope, also einer Verschiebung der erwarteten Betonungen im Takt. Dabei wird das übliche Betonungsschema vorübergehend so verändert, dass der Eindruck einer anderen Taktart entsteht.
Häufig werden durch Überbindung zwei Dreiertakte als ein großer Dreiertakt mit doppeltem Notenwert gehört. So wirken etwa zwei ^{3}⁄{4}-Takte quasi wie ein ^{3}⁄{2}-Takt. Auch ohne Überbindung sind Hemiolen im ^{6}⁄{4}- oder ^{6}⁄{8}-Takt möglich; sie erzeugen dann den Eindruck eines ^{3}⁄{2}- beziehungsweise ^{3}⁄{4}-Takts.
Wirkung und Verwendung
Die veränderte Taktgliederung und der Rhythmus können wie eine Verbreiterung, also ein ritardando, wirken. Hemiolen finden sich häufig in Kadenzen des Barock, besonders an Phrasenabschlüssen in Tanzsätzen.
In der Wiener Klassik gerieten sie etwas in Vergessenheit. Im 19. Jahrhundert treten sie wieder häufiger auf, insbesondere bei Johannes Brahms und Robert Schumann. Im Hauptthema von Schumanns 3. Sinfonie Es-Dur wirken die ersten Takte beispielsweise quasi wie ein ^{3}⁄_{2}-Takt.
Bildung und Notation
Eine Hemiole kann auch allein durch rhythmische Gestaltung und Akzentuierung innerhalb eines Dreiertaktes entstehen. In diesem Fall ist keine Synkopierung nötig.
In der Mensuralnotation wurde sie im damals üblichen ^{3}⁄{1}-Takt häufig durch Kolorierung oder Notenschwärzung gekennzeichnet. Die Kennzeichnung ^{3}⁄{2} ist dabei keine Taktbezeichnung. In späteren Zeiten wurde die Hemiole nicht mehr eigens gekennzeichnet.