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Konzert (Veranstaltung)
Der Begriff grenzt sich ab von Veranstaltungen, bei denen die Musik nicht die Hauptsache ist. Open-Air-Konzert in der Berliner Parkbühne Wuhlheide, 2019 …
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Begriff und Funktion
Ein Konzert im Sinne einer Musikveranstaltung ist der Vortrag von Musik vor einem eigens dafür versammelten Publikum, der Hörerschaft. Es findet meist auf einer geeigneten oder eigens errichteten Bühne statt und kann öffentlich oder privat sein. Entscheidend ist, dass die Musik den Hauptinhalt der Veranstaltung bildet; dadurch unterscheidet sich das Konzert von Veranstaltungen, bei denen Musik nur eine Nebenrolle spielt.
Entstehung des öffentlichen Konzerts
Das Konzert entwickelte sich mit dem Beginn des bürgerlichen Musiklebens im 18. Jahrhundert, zunächst vor allem in London und Paris. In Paris entstand beispielsweise das Concert spirituel. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts verbreitete sich diese Form zunehmend in den übrigen europäischen Metropolen. In Deutschland gehören die Abendmusiken in Lübeck zu den frühen öffentlichen Konzertreihen. Dort wurde anfangs hauptsächlich geistliche Musik aufgeführt.
Zuvor war eine öffentliche Musikdarbietung ohne Tanz meist mit einem religiösen oder höfischen Zusammenhang verbunden, etwa mit Liturgie, Zeremonie oder Bankett. Nun wurde sie erstmals als eigenständige, selbstzweckhafte Kunstübung verstanden. In ihr konnten sich Humanität und Gefühl zugleich repräsentativ und unterhaltend darstellen.
Das bürgerliche Konzert und seine Formen
Das Konzert schuf ein Ritual, das unabhängig von traditionellen religiösen und höfischen Zeremonien war, aber weiterhin deren Glanz besaß. Das Publikum konnte dabei auch seine Bildung zeigen. Wichtig war außerdem die bürgerliche Aufwertung der Musiker, die am Hof zuvor eine dienende Funktion gehabt hatten. In manchen Konzertgesellschaften mussten Mitglieder Kenntnisse über Musikinstrumente besitzen. Deshalb spielten Zuhörer gelegentlich selbst auf dem Podium, gemeinsam mit eingeladenen Solisten.
Bis ins 20. Jahrhundert waren rein instrumentale Konzerte und Konzerte, die durchgehend von denselben Interpreten ausgeführt wurden, selten. Die meisten Veranstaltungen glichen eher einem bunten Abend. Auch die Abgrenzung zur Tanzveranstaltung war nicht immer eindeutig; ein Beispiel dafür ist das Kurkonzert.
Konzerttypen im 20. Jahrhundert und heute
Im 20. Jahrhundert entstanden in Opposition zum bürgerlichen Konzert weitere Konzerttypen. Das Jazzkonzert bevorzugt eine Clubatmosphäre, die sich aus älteren Music Halls entwickelt hat. Das Pop- oder Rockkonzert löste sich seit dem Ende der 1960er Jahre von der Tanzveranstaltung. Es gibt sich meist als zwanglose Massenzusammenkunft und findet häufig auch als Freiluftkonzert statt. Dennoch sind selbst in diesem Bereich Konzerte mit Dresscode üblich.
Zu den spezielleren Formen gehören das Gesprächskonzert, bei dem Erklärungen oder Interviews Bestandteil der Veranstaltung sind, und das Wandelkonzert, bei dem sich das Publikum im Raum bewegen darf. Sinfonieorchester erreichen mit bestimmten Veranstaltungen ein Massenpublikum, etwa mit dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker oder der Last Night of the Proms.