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Hurrikan Katrina

Der Hurrikan richtete Ende August 2005 in den südöstlichen Teilen der USA, insbesondere an der dortigen Golfküste, gewaltige Schäden an und erreichte zeitweise …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Verlauf
  2. 2. Warnungen und Evakuierungen
  3. 3. Zerstörungen und Folgen in den Regionen
  4. 4. Staatliche Reaktion, Hilfe und Energieversorgung
  5. 5. Umwelt und gesellschaftliche Veränderungen

Überblick und Verlauf

Hurrikan Katrina war Ende August 2005 eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Er entstand am 23. August 2005 über den Bahamas, löste sich am 31. August auf und traf vor allem Florida, Louisiana mit New Orleans, Mississippi und Alabama. Im Golf von Mexiko erreichte er zeitweise Kategorie 5 der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala, also die höchste Stufe. Seine maximale einminütige Windgeschwindigkeit betrug 280 km/h, Böen erreichten bis zu 344 km/h, der niedrigste Kerndruck 902 hPa.

Katrina zog am 25. August als Hurrikan der Kategorie 1 über Südflorida. Über dem rund 30 °C warmen Golf von Mexiko verstärkte er sich rasch: Am 27. August erreichte er Kategorie 3, am 28. August Kategorie 5. Am frühen 29. August traf er bei Buras-Triumph in Louisiana auf Land, nach einer Abschwächung zunächst als Kategorie-4-, beim Landgang mit rund 200 bis 205 km/h als Kategorie-3-Hurrikan. Danach schwächte er sich über Land zum Tropensturm und tropischen Tief ab.

Der Artikel nennt 1.392 Tote nach der am 4. Januar 2023 korrigierten Angabe des National Hurricane Center; frühere Angaben im Artikel nennen 1.833 beziehungsweise 1.836 Tote. Auch beim Schaden gibt es unterschiedliche Bezugsgrößen: Die Infobox nennt 108 Milliarden US-Dollar in Preisen von 2005, der Text etwa 125 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 97,3 Milliarden Euro. Wegen der enormen Zerstörung wurde der Name Katrina im April 2006 von der Namensliste tropischer Wirbelstürme gestrichen.

Warnungen und Evakuierungen

Die Wetterdienste beobachteten Katrina mit Satelliten sowie Hurricane-Hunters-Flugzeugen. Diese setzten Dropsonden aus, die Windgeschwindigkeit, Luftdruck, Temperatur und Luftfeuchte an Bodenstationen übermittelten. Vor dem Landgang bei New Orleans veröffentlichten der National Weather Service und das National Hurricane Center (NHC) fortlaufend Berechnungen zu Zugbahn, Stärke, Regen und Sturmflut.

In Florida rief Gouverneur Jeb Bush am 24. August den Notstand aus, öffnete Unterkünfte, schloss Schulen und veranlasste überwiegend freiwillige Evakuierungen. In besonders gefährdeten Teilen von Martin County wurde die Räumung angeordnet. Präsident George W. Bush erklärte am 27. August für Louisiana, Mississippi und Alabama den Notstand. Für die Golfküste wurden insgesamt etwa 1,2 Millionen Menschen evakuiert; rund 1,3 Millionen verließen nach Aufrufen das Gebiet um New Orleans.

Für New Orleans war die Gefahr besonders groß, weil etwa 80 % der Stadt und etwa 20 % des Umlands unter dem Meeresspiegel liegen. Frühere Studien hatten bei einem direkten Hurrikantreffer vor massiven Überflutungen, Todesopfern, Krankheiten und Trinkwassermangel gewarnt. Der Evakuierungsplan sah Schulbusse für Menschen ohne Auto vor, doch diese Busse wurden nicht eingesetzt. Im Louisiana Superdome suchten zwischen 20.000 und 60.000 Menschen Schutz. Das Stadion wurde schwer beschädigt, später von Wasser eingeschlossen und musste ebenfalls evakuiert werden.

Zerstörungen und Folgen in den Regionen

Die schwersten Schäden entstanden in Louisiana und besonders in New Orleans. Zwar hielten die Deiche am Mississippi River, aber Flutwellen durchbrachen die Wände zweier Kanäle auf jeweils insgesamt genannter Länge von 150 m. Brackwasser aus dem Lake Pontchartrain strömte in die tiefer gelegene Stadt. Bis zu 80 % des Stadtgebiets standen bis zu 7,60 m tief unter Wasser. Stromausfall verhinderte zunächst das Abpumpen; Verkehrswege waren unterbrochen und ein Flughafen stand vollständig unter Wasser. Trinkwasser wurde knapp, weil eine beschädigte Leitung das Versorgungssystem mit Flutwasser verunreinigte.

Louisiana erhielt bis zu 25 cm Regen, bei Slidell rund 38 cm. Fast 900.000 Menschen hatten dort keinen Strom; der Artikel nennt 490 Todesopfer im Bundesstaat. An der Küste Mississippis drang die Sturmflut vielerorts bis zu 10 km, an Buchten und Flüssen bis zu 20 km ins Landesinnere vor. 238 Menschen starben, 67 galten als vermisst; 65.380 Häuser wurden beschädigt oder zerstört. Biloxi wurde größtenteils zerstört.

Südflorida war bereits am 25. August betroffen: Windgeschwindigkeiten erreichten 130 km/h, mehr als eine Million Menschen verloren die Stromversorgung, und 14 Menschen starben. In Alabama verursachten Sturmfluten und Tornados Schäden; mehr als 600.000 Menschen verloren ihr Hab und Gut, zwei Menschen starben bei einem Verkehrsunfall. Auch der Nordwesten Floridas, Georgia sowie weitere US-Staaten wurden durch Regen, Wind und Stromausfälle getroffen. Am 30. und 31. August entstanden 62 Tornados in acht Staaten. Die Sturmreste brachten zudem Ontario und Québec Überschwemmungen.

Insgesamt wurden etwa eine Million Menschen obdachlos, etwa fünf Millionen hatten keinen Strom. Nach ersten Tagen ohne ausreichende Versorgung im Superdome und Convention Center gab es Berichte über Gewalt und Plünderungen; der Artikel weist darauf hin, dass der Wahrheitsgehalt vieler Sensationsmeldungen später bezweifelt wurde. Wegen verschmutzten Flutwassers wurden vor allem bakterielle Darminfektionen und Hepatitis A befürchtet; einzelne Ruhrfälle wurden gemeldet.

Staatliche Reaktion, Hilfe und Energieversorgung

Nach Darstellung des Artikels lag die erste Verantwortung im föderalen System bei der Stadt New Orleans und dem Bundesstaat Louisiana. Bürgermeister Ray Nagin setzte den vorhandenen kommunalen Notfallplan zunächst nicht in Gang; bereitstehende Schulbusse blieben ungenutzt. Gouverneurin Kathleen Blanco wird als weitgehend passiv beschrieben. Die Reaktion der Bundesregierung und besonders der Katastrophenschutzbehörde FEMA wurde stark kritisiert. Präsident Bush besuchte das Katastrophengebiet am 2. September und der Kongress bewilligte zunächst 10,5 Milliarden US-Dollar Soforthilfe. FEMA-Direktor Michael Brown wurde am 9. September von der Koordinierung vor Ort entbunden und trat am 12. September zurück.

Mehr als 20.000 Soldaten der Nationalgarde und 7.200 Soldaten im aktiven Dienst halfen im Katastrophengebiet. Die Mobilisierung der Nationalgarde Louisianas war erschwert, weil etwa ein Drittel ihrer Angehörigen und Ausrüstung im Irak eingesetzt war. Küstenwache und Marine setzten Hubschrauber, Boote, Schiffe und das Lazarettschiff Comfort ein. FEMA entsandte Such- und medizinische Teams; Lastwagen brachten Wasser, Eis, Mahlzeiten, Zelte und Wohncontainer. Viele Staaten boten Hilfe an. Nach anfänglichem Zögern nahmen die USA ausländische Hilfe an, doch mangelhafte Koordination verzögerte teilweise den Einsatz der Güter.

Katrina beschädigte oder zerstörte 30 Bohrinseln im Golf von Mexiko. Da dort mehr als ein Viertel der US-Förderung von Erdöl und Erdgas lag, fielen Produktion, Raffinerien und Pipelines aus. Der Rohölpreis stieg in New York auf über 70 Dollar je Barrel; in den USA verteuerte sich Benzin von gut 2 auf rund 3 Dollar je Gallone, örtlich bis zu 8 Dollar. Zwölf Monate später waren laut Artikel noch 15 % der Ölförderung und 11 % der Gasförderung nicht wiederhergestellt.

Umwelt und gesellschaftliche Veränderungen

Die Sturmflut erodierte Küsten und verwüstete teilweise ganze Gebiete. Auf Dauphin Island wurde Sand über die Insel in den Mississippi Sound transportiert; auch die Chandeleur Islands wurden stark beschädigt. Überschwemmte Marschen und verlorenes Land beeinträchtigten Brut- und Lebensräume zahlreicher Tiere. 16 Naturschutzgebiete mussten schließen; im Breton National Wildlife Refuge wurde laut Artikel die Hälfte des Gebiets fortgespült. Das aus New Orleans abgepumpte Flutwasser gelangte innerhalb von 43 Tagen in den Pontchartrain-See und enthielt Abwasser, Bakterien, Schwermetalle, Pestizide, giftige Chemikalien sowie etwa 6,5 Millionen Gallonen Öl.

In New Orleans änderte sich nach Katrina die Sozialstruktur stark. Sozialwohnungen im Innenstadtbereich wurden abgeriegelt und später vielfach abgerissen; auf den Grundstücken sollten gemischte Wohnviertel entstehen. Über 99 % der betroffenen Bewohner waren laut Artikel Afroamerikaner, besonders alleinerziehende Mütter, Menschen mit Behinderung und ältere Menschen. Viele frühere Mieter erhielten in den neuen Siedlungen keine oder keine bezahlbare Wohnung. Drei Jahre später lebten von ursprünglich 450.000 Einwohnern noch 120.000 über die USA verteilt; Mieten stiegen um bis zu 50 %. Kritik richtete sich daher gegen unzureichende Hilfe, soziale Ungleichheit sowie mögliche Benachteiligung armer und schwarzer Menschen bei Evakuierung und Wiederaufbau.

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