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Hotel Bayerischer Hof (München)
Palais Montgelas. Bearbeiten. Atrium Das Palais Montgelas (Promenadeplatz/Kardinal-Faulhaber-Straße). 1969 wurde mit dem Palais Montgelas das Nachbargebäude an …
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Überblick und Bedeutung
Der Bayerische Hof ist ein Grand Hotel am Promenadeplatz 2–6 in der nordwestlichen Altstadt Münchens. Es wurde am 15. Oktober 1841 eröffnet und ist ein 5-Sterne-Luxushotel. Staatsgäste und andere prominente Gäste nutzen das Haus häufig.
Seit 1972 gehört der Bayerische Hof zur Allianz The Leading Hotels of the World. Von 2011 bis 2015 war er das umsatzstärkste Hotel Deutschlands; seit 2016 liegt er nach dem Estrel in Berlin auf Rang 2.
Entstehung, Zerstörung und Wiederaufbau
Joseph Anton von Maffei ließ das Hotel ab 1839 neben seinem Maffei-Palais nach Plänen von Friedrich von Gärtner errichten. König Ludwig I. unterstützte das Projekt, weil es Kunst und Fremdenverkehr in München fördern sollte. Bei der Eröffnung 1841 besaß das Haus rund 100 Zimmer und zwei Säle. Zu den bekannten Gästen gehörten Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn und Sigmund Freud.
1897 kaufte Hermann Volkhardt das Hotel für 2.850.000 Goldmark. Er ließ die Fassade im Stil des Historismus umgestalten und die Innenräume mit Gemälden sowie antiken Möbeln ausstatten. 1903 war das Haus auf rund 250 Zimmer erweitert; zu Beginn des Ersten Weltkriegs verfügte es über 708 Betten. Im großen Ballsaal traten unter anderem Künstler wie Enrico Caruso auf.
Beim Luftangriff der Royal Air Force in der Nacht vom 24. auf den 25. April 1944 wurde das Gebäude schwer beschädigt. Im August 1945 begann in teilweise enttrümmerten Räumen wieder ein provisorischer Restaurantbetrieb, wenig später standen die ersten Gästezimmer bereit. Falk Volkhardt aus der dritten Hoteliergeneration trat nach seinem Kriegsdienst in den Betrieb ein. Der Wiederaufbau erfolgte abschnittsweise und in veränderter Form, besonders nach der Währungsreform. Ende 1949 gab es 73 Zimmer; 1951 entstand ein neuer Haupteingang zum Promenadeplatz. Die Bettenzahl stieg 1951 auf 280 und 1952 auf 437.
Das kriegsbeschädigte Maffei-Palais, ein um 1685 von Enrico Zuccalli und Martin Gunetzrhainer errichteter Barockbau, wurde 1951 für die Hotelerweiterung abgerissen. 1969 kam das östlich anschließende Palais Montgelas hinzu.
Palais Montgelas
Das Palais Montgelas an der Ecke Promenadeplatz/Kardinal-Faulhaber-Straße wurde 1811 bis 1813 von Emanuel Herigoyen für Graf Maximilian von Montgelas im klassizistischen Stil errichtet; Jean Baptiste Métivier gestaltete die Ausstattung. Zuvor standen dort das barocke Perusa-Palais und der 1425 errichtete Salzstadel. Kennzeichen des Baus sind ein rustiziertes Erdgeschoss, zwei Obergeschosse, ein breites Gebälk mit Empirefries und ein durch Pilaster gegliederter sechsachsiger Mittelrisalit. Ein drittes Obergeschoss wurde erst 1865 aufgesetzt. Erhalten sind unter anderem Königssaal, Montgelas-Salon und Ministerzimmer.
Nach Montgelas’ Entlassung war das Palais von 1817 bis 1933 Dienstgebäude des Bayerischen Staatsministeriums des Äußern, bis 1918 unter der Bezeichnung Staatsministerium des Königlichen Hauses und des Äußern. Von 1933 bis 1945 war es erster Dienstsitz der Bayerischen Staatskanzlei. Im Königssaal wurden 1918 die Gründungsdokumente für die Münchner Räterepublik unterzeichnet. Am 29. März 1924 unterzeichnete der spätere Papst Pius XII. dort das Bayerische Konkordat.
1944 erlitt das Palais leichte Brandbombenschäden; 1946 zog das Erzbischöfliche Ordinariat ein. Der Bayerische Hof erwarb das Nachbargebäude 1969 und ließ es durch Erwin Schleich zum Hotel ausbauen. Anfang der 1970er Jahre restaurierten und erweiterten Schleich und der Innenarchitekt Siegward Graf Pilati das Palais einschließlich des Königssaals. In der dritten und vierten Etage liegen seitdem luxuriöse Suiten. Seit 2023 gehört das gesamte Palais dem Hotel; Teile sind weiterhin an Luxusgeschäfte und Anwaltskanzleien vermietet.
Angebot und Räume
Der Bayerische Hof hat 337 Zimmer in verschiedenen Stilen, darunter 74 Suiten, sowie 40 Veranstaltungsräume. Zum gastronomischen Angebot zählen fünf Restaurants, ein Frühstücksraum auf dem Dachgarten und sechs Bars.
Das Blue Spa erstreckt sich über drei obere Etagen. Es wurde 2005 nach Plänen der französischen Innenarchitektin Andrée Putman geschaffen und umfasst unter anderem Sauna, Schwimmbad mit Sonnenterrassen, Bar und Lounge. Das Fitnessstudio mit Blick auf die Frauenkirche konzipierte Ralf Möller. Der renovierte siebte Stock enthält einen V.I.P.-Trakt; Axel Vervoordt erneuerte die Palaishalle grundlegend.
Im Erdgeschoss befindet sich das Boulevardtheater Komödie im Bayerischen Hof. Im Keller liegen der Night Club mit fast täglichen Auftritten von Jazz-, Blues- und Soul-Musikern sowie Trader Vic’s. Weitere öffentliche Bars sind Menehune Bar, Falk’s Bar, Piano Bar und Blue Spa Bar & Lounge.
Unternehmen, Auszeichnungen und Veranstaltungen
Das Hotel ist seit 1897 im Besitz der Familie Volkhardt. Betreiberin ist die Gebrüder Volkhardt KG; seit 2004 ist Innegrit Volkhardt geschäftsführende Komplementärin. Das Unternehmen beschäftigt über 700 Mitarbeiter. Der Umsatz betrug 2018 rund 66 Millionen Euro und sank wegen der Corona-Maßnahmen 2022 auf 53 Millionen Euro.
Zu den Auszeichnungen zählen: 2000 Gault-Millau „Hotel des Jahres“, 2005 Global Finance „Bestes Business Hotel München“ und 2007 der World Hotel Award in der Kategorie „Classic Hotel“. Das Restaurant Atelier erhielt mit Küchenchef Jan Hartwig bis 2021 drei Michelinsterne, seit 2022 zwei Sterne mit Anton Gschwendtner und seit 2026 mit Kevin Romes.
Jährlich im Februar findet die Münchner Sicherheitskonferenz im Bayerischen Hof statt. Weitere genannte Veranstaltungen sind Jazz Sommer im Bayerischen Hof, Faschingsbälle und der Ball des Münchner Senioren-Convents.