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Hongkong-Englisch
Als Hongkong-Englisch, kurz: HKE (chinesisch 港式英語 / 港式英语, Pinyin gǎngshì yīngyǔ, Jyutping gong2sik1 jing1jyu5, englisch Hong Kong English) wird eine …
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Gegenstand und Bedeutung
Hongkong-Englisch, kurz HKE, ist eine Varietät der englischen Sprache. Im modernen Sinn bezeichnet der Ausdruck vor allem das Englisch, das von Kantonesisch-Muttersprachlern in Hongkong gesprochen wird. Die Sprecher sind heute größtenteils Hongkong-Chinesen. HKE ist daher durch den Kontakt zwischen Englisch und Kantonesisch geprägt.
Englisch hat in Hongkong trotz der Rückgabe an die Volksrepublik China im Jahr 1997 weiterhin eine wichtige öffentliche und institutionelle Bedeutung. Es ist neben Chinesisch eine Amtssprache der Sonderverwaltungszone Hongkong. Nach dem Basic Law darf Englisch von den ausführenden Behörden, der Legislative und der Judikative verwendet werden. Straßenschilder und amtliche Bekanntmachungen sind zweisprachig. Auch im Hochschulbereich findet ein großer Teil der Lehrveranstaltungen auf Englisch statt. Nach dem Ende der Kolonialzeit wurde Englisch sogar populärer als zuvor, was mit seinem hohen Prestige erklärt werden kann.
Historische Entwicklung
Die Entwicklung des Hongkong-Englisch begann mit frühem Sprachkontakt im Handel. Bereits im 17. Jahrhundert bildete sich zwischen portugiesischen und englischen Händlern, darunter Angehörigen der britischen Ostindien-Kompanie, und lokalen Kaufleuten Südostchinas eine Pidgin-Sprache heraus. Eine Pidgin-Sprache ist eine vereinfachte Kontaktsprache, die zur Verständigung zwischen Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen dient.
Diese historische Kontaktsprache wird heute als Chinese Pidgin English bezeichnet. Sie enthielt Elemente des britischen Standard-Englisch und des Kantonesischen sowie vor allem Vokabular aus dem indischen Englisch, dem Portugiesischen und dem Malaiischen. Einzelne Strukturen lassen sich noch im modernen Englisch Hongkongs erkennen. Dazu gehört etwa „chop-chop!“ im Sinn von „zügig, zackig“ oder „Dalli dalli!“, außerdem „Co-hong“, die Bezeichnung für eine gildenartige Organisation des 17. Jahrhunderts.
Nach dem Ersten Opiumkrieg wurde Hongkong 1843 britische Kronkolonie. Im Geschäftsleben entstanden zunächst Kompradoren. Dabei handelte es sich um bilinguale Personen, die zwischen Kantonesisch- und Englischsprechern vermittelten. Mit dem Aufbau englischer Schulen und einer englischen Verwaltung verbreitete sich Englisch zunehmend in der Bevölkerung. Dadurch wurden die Kompradoren als Vermittler nach und nach überflüssig.
Heute haben ungefähr 90 % der Hongkonger Kantonesisch als Muttersprache. Kantonesisch bleibt im öffentlichen Leben deshalb besonders wichtig, während Englisch durch Verwaltung, Bildung und öffentliche Beschilderung weit verbreitet ist.
Sprachliche Norm und Merkmale
Das moderne Hongkong-Englisch ist in weiten Teilen weder normiert noch kodifiziert. Deshalb lassen sich nur schwer allgemeine Aussagen über seine sprachlichen Eigenschaften treffen. Außerdem sind seine Orthografie, also die Schreibweise, und seine Phonologie, also das Lautsystem, bislang nicht abschließend erforscht.
Ein wichtiger Einfluss des Kantonesischen zeigt sich bei der Aussprache. Einige englische Vokale kommen im Kantonesischen nicht vor. Sprecher des Hongkong-Englisch verwenden deshalb für bestimmte englische Laute häufig verschiedene Varianten. Der Buchstabe ‹a› kann beispielsweise als /æ/, /aː/ oder /ʌ/ artikuliert werden.
Trotz dieser eigenständigen Entwicklung prägen die koloniale Vergangenheit und der fortbestehende institutionelle Gebrauch des Englischen die Varietät weiterhin. Daher dominieren im Hongkong-Englisch nach wie vor britische Schreibungen und Aussprachen. Eine abschließende Beschreibung aller sprachlichen Merkmale ist wegen der fehlenden umfassenden Normierung und der noch nicht abgeschlossenen Forschung jedoch nicht möglich.