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Henotheismus
Der Begriff Henotheismus wurde von Friedrich Wilhelm Joseph Schelling eingeführt und vom Indologen Friedrich Max Müller (1823–1900) popularisiert.
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Begriff und Abgrenzung
Henotheismus, auch Summodeismus genannt, bezeichnet die besondere Verehrung einer Gottheit, die für einen begrenzten Zeitraum aus einer ethnischen Götterwelt ausgewählt wird. Andere, untergeordnete Götter werden dabei nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Das unterscheidet den Henotheismus vom Monotheismus der abrahamitischen Religionen.
Ein ähnlicher Begriff ist Monolatrie. Damit ist die Verehrung einer Stammesgottheit ohne zeitliche Begrenzung gemeint. Der Begriff Henotheismus wurde von Friedrich Wilhelm Joseph Schelling eingeführt und durch den Indologen Friedrich Max Müller (1823–1900) popularisiert.
Einordnung und mögliche Beispiele
Henotheismus wird häufig als Sonderform der Polylatrie beziehungsweise des Polytheismus betrachtet. Besonders genannt werden der Hinduismus und einige ethnische Religionen. Zugleich kann Henotheismus als möglicher Zwischenschritt zwischen Polytheismus und Monotheismus verstanden werden: Zunächst wird aus dem Pantheon eine Gottheit ausgewählt, zu der eine besonders enge Beziehung entsteht. Diese Gottheit wird anschließend möglicherweise als besonders mächtig angesehen, bis den übrigen Göttern schließlich ihre Göttlichkeit abgesprochen wird.
Als möglicherweise henotheistisch gelten nach einer von mehreren bislang gleichberechtigten Theorien der Ägyptologen auch die Bestrebungen des Pharaos Echnaton, den Sonnengott Aton als höchsten und allen anderen Göttern überlegenen Gott zu etablieren. Ähnliche Tendenzen weist der spätantike römische Sonnenkult auf, wie ihn Kaiser Aurelian einführte und Julian wieder aufnehmen wollte.
Friedrich Max Müllers Erklärung
Friedrich Max Müller beschrieb den Henotheismus im Zusammenhang mit der indischen Religion. Nach seiner Erklärung verehrt ein Mensch eine überwältigende, transzendenzeröffnende Erscheinung als Gott und zugleich als einzigen und höchsten Gott. Diese Verehrung ist vollständig situationsbezogen: Verschwindet die Erscheinung, verliert auch das entsprechende religiöse Wesen seine Einzigartigkeit. Der Gott besitzt nach Müller daher noch keine Konstanz.
In Müllers entwicklungsgeschichtlicher Auffassung steht der Henotheismus vor dem Polytheismus.