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Harmonisches Ostinato

Ein harmonisches Ostinato bezeichnet in der Musik eine Progression (also eine Abfolge von Akkorden), die relativ kurz ist (zwei bis etwa acht Akkorde, …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Definition und Funktion
  2. 2. Stufen und typische Akkordfolgen
  3. 3. Beispiele in Musikstücken
  4. 4. Verwandte Jazzbegriffe

Definition und Funktion

Ein harmonisches Ostinato ist eine kurze Akkordprogression, also eine Abfolge von Akkorden. Sie umfasst meist zwei bis etwa acht Akkorde, häufig vier, und wird in einem Musikstück fortlaufend zyklisch wiederholt. Es ist damit ein Sonderfall des allgemeinen Ostinatos, einer wiederkehrenden musikalischen Struktur.

Die Akkordfolge bildet eine harmonische und zeitliche Grundlage, über der sich die Melodie entwickelt. Sie bleibt als verbindender „roter Faden“ unverändert. Das Gehör richtet sich dabei vor allem auf die Melodie; durch die Wiederholung kann zugleich der Eindruck von Rundheit und Verbundenheit entstehen.

Im einfachsten Fall beginnt die Folge mit der Tonika, dem Grundakkord einer Tonart, und endet mit ihrer Dominante. Die Dominante strebt zur Tonika zurück. Dadurch wirkt die Folge, als rolle sie fortlaufend weiter. Harmonische Ostinati gibt es unter anderem im Jazz, Blues, Volkslied, Folk und Pop. Sie können Strophe und Refrain begleiten oder bei einer Jamsession als Rahmen für gemeinsames Improvisieren dienen.

Stufen und typische Akkordfolgen

Mit der Stufentheorie lassen sich Akkorde durch ihre Stufe innerhalb einer Tonart beschreiben. Die Folge Tonika – Tonikaparallele – Subdominante – Dominantseptakkord wird als I-VI-IV-V notiert.

Ein verbreitetes harmonisches Ostinato heißt „1625“ (gesprochen: sechzehnfünfundzwanzig). Es lautet I-VI-II-V und entspricht Tonika – Tonikaparallele – Subdominantparallele – Dominante. Im Jazz werden dafür speziell tonleitereigene Vierklänge verwendet: I^{maj7}, VIm^{7}, IIm^{7}, V^{7}. Weitere genannte Folgen sind II-V-I im Jazz und I-V-vi-IV im Pop.

Beispiele in Musikstücken

Ein bekanntes Beispiel ist der Kanon in D von Johann Pachelbel. Seine Akkordfolge wird 28 Mal unverändert wiederholt: |: D-Dur - A-Dur - h-Moll - fis-Moll - G-Dur - D-Dur - G-Dur - A-Dur :|.

Weitere Beispiele sind Guantanamera und Ti Amo mit |: G, Em, Am, D^{7} :|, La Bamba mit |: D, G, A^{7} :| sowie With or Without You mit |: D, A, Hm, G :|. Hit the Road Jack verwendet |: B♭m, A♭, Gb, F :|; diese Folge wird auch „andalusische“ oder „spanische Kadenz“ genannt.

Alle Kanons enthalten außerdem ein harmonisches und ein melodisches Ostinato.

Verwandte Jazzbegriffe

Ein verwandter, aber nicht gleichzusetzender Begriff im Jazz ist der Vamp. Damit ist eine Begleitfigur gemeint, die meist aus einer kurzen melodischen oder harmonischen Abfolge besteht. Harmonische Ostinati kommen außerdem im sogenannten Turnaround vor.

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