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Harald Blüchel
Später orientierte er sich an deutschen Gruppen der elektronischen Musik wie Cluster, Tangerine Dream und Kraftwerk. 1987 zog Blüchel nach West-Berlin und …
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Musiker zwischen Trance und Klassik
Harald Blüchel (* 19. Februar 1963 in Nürnberg) ist ein deutscher Komponist, Pianist und Musikproduzent. Als Cosmic Baby gehörte er von 1989 bis 1999 zu den Protagonisten von Techno und Trance in Deutschland. Seine Stücke dieser Zeit verbinden treibende Arpeggios (schnell wiederholte gebrochene Akkorde), übereinander gelagerte Sequenzer-Figuren und deutlich hervorgehobene Melodien.
Seit 2000 arbeitet er überwiegend unter seinem bürgerlichen Namen an (neo-)klassischer und zeitgenössischer Musik, besonders für Theaterproduktionen. Seit 2016 tritt er außerdem wieder mit Soloklavierkonzerten auf. Den Stil dieser „Werkstattkonzerte“ bezeichnet er als „Klaviermusik der New Yorker Minimal Musik-Schule“; genannt werden Bezüge zu Steve Reich, Philip Glass und Simeon ten Holt sowie zu Ludovico Einaudi, Yann Tiersen und Max Richter.
Werdegang und prägende Trance-Produktionen
Blüchel erhielt ab dem Alter von sieben Jahren am Nürnberger Konservatorium eine Ausbildung zum Klassik-Pianisten. Später orientierte er sich an Cluster, Tangerine Dream und Kraftwerk. Nach seinem Umzug nach West-Berlin 1987 studierte er Komposition an der Hochschule der Künste, der heutigen UdK. Ab 1988 wandte er sich der entstehenden Techno- und Trance-Bewegung zu.
Sein erstes Album als Cosmic Baby, Stellar Supreme, erschien im September 1992 bei MFS. Mit Paul van Dyk bildete er The Visions of Shiva und veröffentlichte unter anderem Perfect Day sowie 1993 How much can you take?. Zusammen mit Mijk van Dijk entstand die gemixte Trance-CD Tranceformed from beyond. Ebenfalls 1993 veröffentlichte er mit Kid Paul als Energy 52 die Trance-Hymne Café del Mar, die zu den weltweit bekanntesten Liedern dieser Richtung wurde.
Nach dem Wechsel zu Logic Records konzentrierte er sich auf sein Solo-Projekt. Loops of Infinity erschien im Januar 1994 und erreichte als eine der ersten Trance-Produktionen die deutschen Charts: Platz 40 ab 14. März 1994 für zehn Wochen; außerdem Platz 34 in der Schweiz und Platz 70 im Vereinigten Königreich. Im April 1994 folgte das Album Thinking about myself. Ab 1995 veröffentlichte Blüchel auf seinem eigenen Label Time out of Mind und entfernte sich dabei deutlich vom klassischen Trance-Sound. Als Live-Performer spielte er weltweit in Clubs und bei Rave-Events wie Mayday, Time Warp und Tribal Gathering; 1997 war er der erste Techno-Künstler bei Rock am Ring/Rock im Park.
Zu seinen Kooperationen zählen The Visions of Shiva mit Paul van Dyk, Veinmelter mit Jonzon, Energy 52 mit Kid Paul und Bluechel & von Deylen mit Christopher von Deylen. Mit von Deylen erschienen 2004 die Alben Bi Polar und Mare Stellaris; letzteres war der Soundtrack für die Lange Nacht der Sterne in deutschen Planetarien.
Theatermusik und spätere Veröffentlichungen
Blüchel komponierte auch für die Bühne. Das Techno-Musical Futura, das mit dem Pyro Space Ballet entstand, hatte im April 1994 in der Akademie der Künste Berlin Premiere. 1996 schrieb er den Soundtrack zu Max Frischs Andorra am Staatstheater Stuttgart. Weitere Theaterarbeiten waren eine neue Andorra-Vertonung für das Hamburger Schauspielhaus 2006, Bernarda Albas Haus am Schauspiel Köln 2007, Danach: Wie Robinson!? 2009, Tannöd 2009 und Eislaufen, das am 18. Februar 2010 im Berliner Theater unterm Dach uraufgeführt wurde.
Ende 1999 zog sich Blüchel aus der Techno-Szene zurück. Es folgten unter anderem 2000 Musik für Streichquartett für die Video-Oper Memory und 2003 Musik für Sopran & Countertenor & Harddiskrecording für Susan Sontags Die Frau vom Meer, jeweils für das Theater am Neumarkt in Zürich.
Die ersten Solo-Veröffentlichungen unter seinem Namen bilden die von Thomas Manns Roman inspirierte Zauberberg-Trilogie. Es handelt sich um experimentelle „Hörstücke“, die mit Dark Ambient oder moderner Kunstmusik verglichen werden. Teil 1, Die Toteninsel, erschien im September 2006 und wurde durch Arnold Böcklins gleichnamiges Gemälde angeregt. Teil 2, caged, erschien im April 2007; der Titel spielt sowohl auf John Cage als auch auf das Gefangensein an. Teil 3 ist Electric Chamber Music von 2009.
Als Cosmic Baby veröffentlichte er 2006 außerdem das ursprünglich 1997 bis 1999 entstandene Electro-Pop-Album Industrie und Melodie sowie 2007 die bereits 1996 entstandenen Download-Alben Works 1996.1 - Somnambul und Works 1996.2 - Hundeherz. Wichtige weitere Alben sind Stunde Null, Fourteen Pieces, Kinetik und Heaven. Die Diskografie nennt zudem die 2026 veröffentlichte Single Time Out mit Felicia „Kyle“ Alexander auf Time out of Mind.