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Gymnasium am Steinwald
Lesetechniken: 5-Schritt-Lesemethode. Klassenstufe 7. Zeitplanung II; Gruppenarbeit; Visualisierungstechniken II: Diagramme, Skizzen. Klassenstufe 8. Referate I …
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Profil und Bildungsweg
Das Gymnasium am Steinwald (GaS) ist ein Gymnasium in Neunkirchen im Saarland. Es hat einen mathematisch-naturwissenschaftlichen und einen sprachlichen Zweig und wird vom Landkreis Neunkirchen getragen. Die Schule wurde 1864 gegründet; im Oktober 2023 besuchten sie 532 Schülerinnen und Schüler, 2023 unterrichteten dort 45 Lehrkräfte. Leiter ist Roger Gräber.
Der Schulbesuch endet nach Klassenstufe 12 beziehungsweise für die damaligen Klassenstufen 5 bis 7 nach Klassenstufe 13, weil im Saarland erneut eine G9-Regelung eingeführt wurde. Abschluss ist die allgemeine Hochschulreife, das Abitur. Wer das Gymnasium früher verlässt, kann – abhängig von der zuletzt besuchten Klassenstufe – eine Gleichstellung mit dem Hauptschulabschluss oder der Mittleren Reife erhalten.
Zur Betreuung gehören ein schulisches Bistro mit täglich angebotenem Mittagessen und Aufenthaltsmöglichkeiten sowie eine Bibliothek. Diese besteht seit 2000, umfasst mehr als 2500 Bücher aus zahlreichen Fachrichtungen und wurde 2008 vom Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur als „Beste Schulbibliothek“ ausgezeichnet. Das Preisgeld betrug 1500 €.
Entwicklung der Schule
Die Schulgeschichte begann 1864 mit der Privaten Familienschule, die Carl Ferdinand von Stumm-Halberg gründete. Mädchen und Jungen wurden getrennt, aber jeweils in zwei Klassenräumen für den Besuch einer Höheren Schule ausgebildet. Bis 1887, als die zuvor private Schule in die Trägerschaft der damaligen Gemeinde Neunkirchen überging, wechselte der Standort in der damaligen Bahnhofstraße dreimal: 1881 in das Viktoriakrankenhaus, 1884 in das Haus Sprenger und ab 1886 in das Haus des Brauereibesitzers Friedrich Schmidt.
1911 wurde die Öffentliche paritätische Mädchenschule unter Direktor Arnold Knoke zur Öffentlichen paritätischen höheren Mädchenschule. Nach 1900 war die Schule auf mehrere Gebäude verteilt: 1919 fand der Unterricht des Lyzeums gleichzeitig in fünf Gebäuden statt. Wegen steigender Schülerzahlen kamen 1933 das Haus Langguth und ab 1934 das Haus Danco hinzu. Platzmangel prägte die Zeit bis zum Beginn der NS-Herrschaft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg unterrichtete das damalige Städtische Mädchenrealgymnasium ab 1946 im Bachschulhaus und im Haus Langguth. Die 1948 in Staatliches Mädchenrealgymnasium Neunkirchen umbenannte Schule nutzte ab 1949 das Schloßschulhaus und das Alte Amtsgericht. Ab 1952 entstand der heutige Gebäudekomplex, der bis 1961 in drei Etappen bezogen wurde. 1974 erhielt die Schule den Namen Staatliches Gymnasium am Steinwald, 1992 den heutigen Namen Gymnasium am Steinwald.
Förderung und Lernmethoden
Das „5-Säulen-Förderkonzept“ soll für unterschiedliche Lebenslagen und Ansprüche vorbeugende sowie akute Hilfe und Förderung bieten. Betreute Hausaufgaben ermöglichen es, Aufgaben unter Aufsicht von Fachlehrern in der Schule anzufertigen. Förderunterricht steht bei Schwächen in einem Hauptfach in den Klassenstufen 5 bis 8 zum Aufarbeiten von Lernrückständen bereit. Bei einem Versetzungsvermerk auf dem Halbjahreszeugnis können Schülerinnen und Schüler einen Betreuungslehrer wählen; dieser berät individuell und fördert versetzungsgefährdete Lernende intensiv. Außerdem ist individuelle Nachhilfe durch Mitschüler im Schulgebäude möglich. Die Begabtenförderung erweitert Leistungsstärken durch Veranstaltungen außerhalb des verbindlichen Stundenplans, Arbeitsgemeinschaften und Wettbewerbe.
Die „Welt des Lernens“ (WdL) vermittelt schrittweise Lern-, Arbeits- und Durchführungsmethoden. In Klassenstufe 5 geht es um Ordnung am Arbeitsplatz, Hausaufgaben, Kommunikationsregeln, Klassenarbeiten, Zeitplanung I und Lernstrategien. Klassenstufe 6 behandelt Nachschlagen, Mind-Maps als Visualisierungstechnik und die 5-Schritt-Lesemethode. In Klassenstufe 7 folgen Zeitplanung II, Gruppenarbeit sowie Diagramme und Skizzen. Klassenstufe 8 übt Vortragstechnik für Referate; Klassenstufe 9 Informationsbeschaffung und Aufbau von Referaten. In Klassenstufe 10 stehen Textexzerpt und Unterrichtsmitschrift auf dem Programm.
Seit dem Schuljahr 2011/2012 gibt es außerdem eine freiwillige Ganztagsbetreuung. Pädagogisch ausgebildetes Fachpersonal betreut die Schülerinnen und Schüler; dazu kommen beaufsichtigte Hausaufgaben und Freizeitangebote.
Zusatzangebote, Engagement und Austausch
Über den verbindlichen Unterricht hinaus bietet die Schule Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklungsförderung, die sowohl den Fächerkanon als auch das Schulleben betreffen.
Im sozialen Bereich unterstützt das GaS seit 2005 das Programme d’assistance aux familles et aux orphelins, auf Deutsch Hilfsprogramm für Familien und Waisen, des Kirchenkreises Saar-Ost mit Geld und dringend benötigten Materialien. Gefördert werden vor allem nachhaltige Projekte in Ruanda, die die Lebensgrundlage der dort lebenden Menschen verbessern sollen. Das im Schuljahr 2011/2012 erstmals veranstaltete Projekt „GaS goes Rock“ leitet seine Gewinne an dieses Hilfsprogramm weiter. Auch die Schülerfirma „Rentables Brett“, entstanden im Seminarfach Nachhaltige Geschäftsidee, unterstützt es: Sie vermietet Regalfläche für den Verkauf eigener Produkte und erhält zusätzlich Provisionen auf Verkaufserlöse. Sämtliche Gewinne fließen in das Ruanda-Hilfsprogramm. Durch die Besetzung der Positionen mit jüngeren Schülerinnen und Schülern kann das Unternehmen weitergeführt werden.
Eine Schulpartnerschaft besteht mit einem Partnercollège in Montigny-lès-Metz in Lothringen, Frankreich. An dem klassen- und jahrgangsstufenübergreifenden Austausch können Interessierte der Jahrgangsstufen 6 bis 9 teilnehmen. Daneben gibt es eine Partnerschaft mit Chengdu in Sichuan, China. Der erstmals 2011 durchgeführte Austausch mit der dortigen Partnerschule soll intensiviert und dauerhaft eingerichtet werden.