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Goldenes Dreieck (Asien)
Das Goldene Dreieck ist eine Region im Grenzgebiet der Staaten Laos, Thailand und Myanmar, in der Schlafmohn (Papaver somniferum) angebaut und zu Heroin …
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Kern und Bedeutung
Das Goldene Dreieck ist eine Region im Grenzgebiet von Myanmar, Thailand und Laos. Es ist vor allem als Zentrum des illegalen Schlafmohnanbaus und der Verarbeitung von Opium zu Heroin bekannt. Der Begriff wird deshalb auch als Synonym für Opium- und Heroinherstellung sowie für den Drogenhandel in Südostasien verwendet.
Nach den Angaben des Artikels gilt das Goldene Dreieck seit 2023, besonders der Shan-Staat in Myanmar, als weltweit größtes Anbaugebiet für illegal produziertes Opium. Für die Region werden jährlich etwa 1.000 bis 1.010 Tonnen Opium geschätzt. Damit werde dort ungefähr doppelt so viel Opium erzeugt wie in Afghanistan. Afghanistan war traditionell für 80–85 % der weltweiten illegalen Opiumproduktion verantwortlich. Nach der Machtübernahme der Taliban hätten strikte Drogenverbote die Produktion dort jedoch um bis zu 95 % eingeschränkt. Der Artikel weist zugleich darauf hin, dass seine Angaben nicht ausreichend belegt sind.
Räumliche Ausdehnung und Bevölkerung
Der unstrittige Kern des Goldenen Dreiecks ist das Dreiländereck von Myanmar, Thailand und Laos am Mekong. Die genaue Größe der Region wird jedoch unterschiedlich angegeben, weil sich die Anbaugebiete des Schlafmohns räumlich und zeitlich verändern.
Die thailändische Tourismusindustrie bezeichnet die Mündung des Ruak in den Mekong beim Dorf Sop Ruak als Goldenes Dreieck. Der angegebene Ort liegt bei 20° 21′ 20″ N, 100° 4′ 53″ O. Nach einer weiter gefassten Definition gehören auch der Norden Thailands, der Norden von Laos, der Osten Myanmars mit dem Shan-Staat, Mong La sowie Teile Südchinas, insbesondere Xishuangbanna in der Provinz Yunnan, dazu. Manche Beschreibungen beziehen sogar den Nordwesten Vietnams ein.
Die Region wird überwiegend von tibetobirmanisch-, Hmong-Mien-, Mon-Khmer- und Tai-sprachigen Ethnien bewohnt. Ihre Lebensweisen unterscheiden sich teilweise deutlich von denen der Mehrheitsbevölkerungen in den jeweiligen Staaten. Einige dieser Gruppen werden als „Bergvölker“ bezeichnet; in Laos werden dafür auch die Bezeichnungen Lao Soung und Lao Theung verwendet. Der Anthropologe und Politologe James C. Scott ordnet das Gebiet dem Begriff „Zomia“ zu. Damit bezeichnet er die sprachlich und ethnisch besonders vielfältigen Hochländer Südostasiens, deren Bewohner sich lange Zeit der Kontrolle durch die umliegenden Staaten entzogen.
Schlafmohnanbau und politische Entwicklung
Der Schlafmohnanbau geht auf die Einwanderung verschiedener Ethnien aus China zurück und besitzt bei mehreren Bevölkerungsgruppen der Region eine lange Tradition. Besonders ältere Menschen rauchten Opium teilweise als gesellschaftlich akzeptiertes Genussmittel. Die Hmong produzierten Opium außerdem traditionell für den Handel, zunächst vor allem für den chinesischen Markt. Während der französischen Kolonialherrschaft in Indochina kauften die Franzosen große Mengen Opium von den Hmong.
Nach dem Sieg der Kommunisten unter Mao Zedong über die Kuomintang kamen viele Chinesen in die angrenzenden Länder. Auch ein Kuomintang-Regiment ließ sich im thailändisch-burmesischen Grenzgebiet beim heutigen Mae Salong nieder. Die Suche nach Einkommensmöglichkeiten trug dazu bei, den Drogenhandel auszuweiten. Zusätzlich stieg die Bedeutung Südostasiens als Opiumproduzent, nachdem der Mohnanbau in China und Iran in den 1950er Jahren unterdrückt worden war.
Während des Vietnamkriegs erlangte das Goldene Dreieck seinen besonders schlechten Ruf. Die Nachfrage nach Rauschmitteln nahm stark zu. Zugleich wurden Einnahmen aus dem Drogenhandel von der CIA zur Finanzierung verbündeter Armeen verwendet, darunter der Hmong-Armee in Laos. Die Produktion wuchs auch nach dem Vietnamkrieg bis zum Ende der 1980er Jahre weiter, was der Artikel mit der gestiegenen Nachfrage in westlichen Ländern erklärt.
Thailand bekämpfte den illegalen Anbau besonders erfolgreich. Im Norden wurden durch Tourismus, Kunsthandwerk sowie den gezielten Anbau von Tee und Kaffee neue Einnahmequellen geschaffen. Der Ausbau von Straßen und Flugplätzen erleichterte außerdem die Kontrolle durch Polizei und Militär. In Laos, das wirtschaftlich deutlich ärmer ist, war der Opiumkonsum im Norden häufiger sichtbar. Das Land versucht ebenfalls, durch Tourismus alternative Erwerbsmöglichkeiten zu fördern. Die Maßnahmen der Nachbarstaaten führten nach Darstellung des Artikels dazu, dass Myanmar zum größten Opiumerzeuger des Goldenen Dreiecks wurde.
Von Opium zu Heroin
Ein Bericht der US-amerikanischen Drug Enforcement Administration (DEA) aus dem September 1992 mit dem Titel „Worldwide Heroin Situation 1991“ beschreibt die damals typischen Verarbeitungsschritte im Goldenen Dreieck. Die Darstellung reicht vom Rohopium über Morphin bis zu verschiedenen Heroinqualitäten.
Beim Rohopium handelt es sich um den weißlichen, latexartigen Saft der reifen Schlafmohnkapseln. Dieser wird gewonnen, indem die Kapseln eingeritzt und der austretende Saft abgeschabt wird. Das Material wird getrocknet, zu standardisierten Blöcken verarbeitet und an Händler verkauft. Durch chemische Verarbeitung entsteht daraus zunächst eine rohe Morphinbase und anschließend Morphinhydrochlorid. In einem weiteren Verarbeitungsschritt wird Morphin in Diacetylmorphin umgewandelt, den chemischen Stoff, der als Heroin bezeichnet wird.
Der Artikel unterscheidet zwei Qualitätsstufen. Heroin Number 3 ist eine weniger reine Form mit einem Reinheitsgrad von teilweise weit unter 40 %. Es wird als „Chinese heroin“ oder „brown sugar“ bezeichnet, enthält häufig Streckmittel wie Koffein oder Chinin und liegt als dunkelbraune, grobe Klumpen vor. Laut der im Artikel genannten Einschätzung des US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) ist diese Form für den Konsum ungeeignet; verbreitet wird sie dennoch vor allem zum Rauchen.
Heroin Number 4 gilt als hochwertige Form mit einer Reinheit von über 80 %. Es liegt als sehr weißes, feines Pulver vor und wird typischerweise für den Export und den intravenösen Konsum verwendet. Die unterschiedlichen Erscheinungsformen und Reinheitsgrade zeigen, dass „Heroin“ kein einheitliches Straßenprodukt ist, sondern in verschiedenen Qualitäten hergestellt und mit unterschiedlichen Streckmitteln versehen werden kann.