Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Geometrische Optik

Die geometrische Optik oder Strahlenoptik bedient sich des Strahlenmodells des Lichtes und behandelt damit auf einfache, rein geometrische Weise den Weg des …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Bildentstehung
  2. 2. Paraxiale Optik
  3. 3. Grundaxiome
  4. 4. Anwendungsbereiche
  5. 5. Grenzen des Modells

Grundidee und Bildentstehung

Die geometrische Optik, auch Strahlenoptik, beschreibt Licht mit dem Strahlenmodell: Licht wird dabei als Weg entlang gerader Linien behandelt. Dieses vereinfachte Modell reicht in der technischen Optik oft aus, um optische Abbildungen zu berechnen.

Ein Beispiel ist eine Sammellinse: Ein Objekt kann auf der anderen Seite der Linse vergrößert auf einem Schirm abgebildet werden. In der Praxis betrachtet man nicht nur einen einzelnen Strahl, sondern viele Strahlen. Eine einparametrige (einfach unendliche) Mannigfaltigkeit von Strahlen heißt Strahlenbüschel; eine von zwei Parametern abhängende Strahlenmannigfaltigkeit heißt Strahlenbündel. Diese Unterscheidung wurde in die DIN-Norm 1335 aufgenommen.

Paraxiale Optik

Die paraxiale Optik ist ein Sonderfall der geometrischen Optik. Sie beschränkt sich auf Strahlen nahe der optischen Achse, die zu ihr parallel verlaufen oder sie nur sehr flach schneiden.

Für diesen Bereich gibt es geschlossene mathematische Abbildungsgleichungen. Mit ihnen lassen sich Lage und Größe eines Bildes sowie wichtige Kenngrößen eines optischen Systems bestimmen: Brenn- und Schnittweite auf Objekt- und Bildseite, die Lage von Haupt- und Knotenpunkten sowie Ein- und Austrittspupille.

Grundaxiome

Als allgemeinste Grundlage der Strahlenoptik gilt das Fermatsche Prinzip. Daraus folgen die ersten beiden Axiome:

  • In homogenem Material verlaufen Lichtstrahlen gerade.
  • An der Grenze zwischen zwei homogenen isotropen Materialien wird Licht im Allgemeinen nach dem Reflexionsgesetz reflektiert und nach dem Brechungsgesetz gebrochen.
  • Der Strahlengang ist umkehrbar: Kehrt man die Richtung eines Strahls um, bleibt sein Verlauf gleich.
  • Lichtstrahlen können einander durchkreuzen, ohne sich gegenseitig zu beeinflussen.

Anwendungsbereiche

Die Strahlenoptik wird vor allem zur Behandlung der Abbildung durch optische Elemente, Geräte und Systeme verwendet. Dazu gehören Linsen, Brillen, Objektive, Fernrohre und Mikroskope.

Auch Raytracing in der 3D-Computergrafik beruht auf den Gesetzen der geometrischen Optik. Luftspiegelungen über heißer Luft, etwa über sonnenbeschienenem Asphalt, und weitere Naturphänomene lassen sich ebenfalls mit diesem Prinzip erklären.

Grenzen des Modells

Ein Lichtstrahl ist ein idealisiertes, auf eine Linie begrenztes Lichtbündel und kann nur näherungsweise verwirklicht werden. Die geometrische Optik kann mathematisch als Grenzfall der Wellenoptik für verschwindend kleine Wellenlängen aufgefasst werden. Sie versagt jedoch auch dann bei Strahlen hoher Energiedichte oder bei Untersuchungen nahe einer scharfen Schattengrenze.

Nicht beschreibbar sind insbesondere:

  • Beugung: Ein schmales Lichtbündel wird hinter einer kleinen Öffnung aufgeweitet. Dadurch wird unter anderem das Auflösungsvermögen optischer Instrumente begrenzt.
  • Interferenz: Sie ist beispielsweise für die Wirkung einer Antireflexbeschichtung wesentlich.
  • Polarisation: Sie hängt quantenmechanisch mit dem Spin der Photonen zusammen, lässt sich aber auch wellenoptisch erklären. Sie ist für Doppelbrechung und für die Menge des reflektierten Lichts an brechenden Flächen bedeutsam, etwa bei Fresnelschen Formeln oder dem Brewster-Winkel.
  • Absorption und Streuung des Lichts.

Beugung, Interferenz und Polarisation sind mit dem Wellencharakter des Lichts verknüpft. Einige Methoden, besonders die Matrizenoptik, können auf Gaußstrahlen angewendet werden und berücksichtigen dadurch Effekte der Wellenoptik teilweise.

Lernvideos zu Geometrische Optik

Weiterlesen

Sammellinse Die Sammellinse macht aus einem parallelen Lichtstrahlenbündel ein konvergentes, wodurch sie ein reelles Abbild der Umgebung erzeugt. Linsen sind das wichtigste … Licht Licht ist eine Form der elektromagnetischen Strahlung. Im engeren Sinne sind nur die für das menschliche Auge sichtbaren Anteile des elektromagnetischen … Optische Abbildung Die optische Abbildung ist in der Optik die Erzeugung eines Bildpunkts von einem Gegenstandspunkt durch Vereinigung von Licht, das vom Gegenstandspunkt … Gleichung Unter einer Gleichung versteht man in der Mathematik eine Aussage über die Gleichheit zweier Terme, die mit Hilfe des Gleichheitszeichens („=“) symbolisiert … Brennweite Bei einer idealisierten Abbildung durch eine einzelne Linse ist die Brennweite f′ gleich dem Abstand des Brennpunkts F′ von einer innerhalb der Linse liegenden, … Idealisierung (Physik) Idealisierung ist definierendes Merkmal eines Modells der Realität, so dass es manche Tatsachen und Störeinflüsse nicht berücksichtigt. Man kann auch sagen, … Interferenz (Physik) Bei diesem Versuch wird in dem Weg eines Lichtstrahls eine Blende mit einem Doppelspalt aufgestellt, wobei der Abstand der Spalte in der Größenordnung der … Beugung (Physik) Die Beugung oder Diffraktion ist die Ablenkung von Wellen an einem Hindernis. Durch Beugung kann sich eine Welle in Raumbereiche ausbreiten, die auf geradem Weg … Polarisation Die Polarisation einer Transversalwelle beschreibt die Richtung ihrer Schwingung. Man unterscheidet linear polarisierte Wellen, die eine räumlich und … Mathematik An deutschen Universitäten gehört die Mathematik meistens zur selben Fakultät wie die Naturwissenschaften, und so wird Mathematikern nach der Promotion in der … Wellenoptik Als Wellenoptik oder physikalische Optik bezeichnet man in der Physik den Teilbereich der Optik, der Licht als elektromagnetische Welle behandelt statt als … Synonym Wörter mit gegensätzlicher Bedeutung sind Antonyme. Inhaltsverzeichnis. 1 Begriff der Synonymie; 2 Strikte und partielle Synonymie. 2.1 Strikte Synonymie …