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Geographie der Philippinen

Die Philippinen sind ein aus 7.641 Inseln bestehender Archipel in Südostasien, dessen Gesamtfläche etwa 300.000 km² einnimmt. Das Gebiet, das der Inselstaat …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Lage, Ausdehnung und Gliederung
  2. 2. Relief, Vulkanismus und Gewässer
  3. 3. Inselräume und Landschaften
  4. 4. Meere und Klima
  5. 5. Besondere Landschaften und Schutzgebiete
  6. 6. Politische Verwaltung

Lage, Ausdehnung und Gliederung

Die Philippinen sind ein südostasiatischer Inselstaat im westlichen Pazifik. Der Archipel liegt etwa 800 km östlich der südostasiatischen Halbinsel, südlich von Taiwan und nördlich von Borneo. Er erstreckt sich zwischen dem 5. und 20. nördlichen Breitengrad sowie dem 112. und 127. östlichen Längengrad: von Nord nach Süd über 1.850 km und von West nach Ost über 1.127 km. Die Angaben zur Gesamtfläche unterscheiden sich im Artikel: Einleitend werden etwa 300.000 km² Landfläche genannt, unter Einbeziehung des beanspruchten Gebiets 342.903 km². Die Ausschließliche Wirtschaftszone reicht 200 Seemeilen über die Küsten hinaus.

Nach offizieller Zählung bestehen die Philippinen aus 7.641 Inseln und sind damit der fünftgrößte Inselstaat der Erde. Etwa 860 Inseln sind bewohnt und rund 3.144 benannt. Nur 13 sind größer als 1.000 km², 47 größer als 100 km² und 357 größer als 2,5 km². Die elf größten Inseln vereinigen 94 % der Landmasse auf sich; Luzon umfasst 108.172 km² und Mindanao 97.530 km². Die gesamte Küstenlinie misst 36.289 km, weshalb die meisten Filipinos an oder nahe der Küste leben.

Geografisch und politisch wird das Land in drei Hauptgruppen gegliedert: die Luzon-Gruppe im Norden, die zentralen Visayas und die Mindanao-Gruppe im Süden. Die drei Sterne der philippinischen Flagge stehen für diese Gruppen. Zur Luzon-Gruppe zählen unter anderem Luzon, Mindoro, Marinduque, Masbate, Palawan und die Batanes-Inseln. Zu den Visayas gehören Bohol, Cebu, Leyte, Negros, Panay, Samar und Biliran. Die Mindanao-Gruppe umfasst Mindanao und den Sulu-Archipel mit Basilan, Jolo und Tawi-Tawi.

Der nördlichste Punkt ist die Insel Y’Ami, der südlichste die Insel Saluag. Der Pusan Point in Davao Oriental bildet den östlichsten Punkt; der westlichste liegt auf den Spratly-Inseln bei etwa 112° 00′ östlicher Länge. Romblon befindet sich im geografischen Zentrum des Archipels.

Relief, Vulkanismus und Gewässer

Die Philippinen liegen am Pazifischen Feuerring, einer tektonisch sehr aktiven Zone. Fast alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs; Erdbeben und Vulkanausbrüche gehören daher zu den wichtigsten Naturgefahren. Der höchste Berg ist der Apo auf Mindanao mit 2.954 m. Es folgen der Dulang-dulang im Kitanglad-Gebirge mit 2.938 m und der Pulag auf Luzon mit 2.922 m. Zu den bekannten aktiven Vulkanen gehören Mayon, Taal, Pinatubo und Parker. Der nahezu kegelförmige Mayon brach seit 1616 insgesamt 48-mal aus. Die Eruptionen des Parker 1641 und des Pinatubo 1991 erreichten auf dem Vulkanexplosivitätsindex die Stufen 5 beziehungsweise 6.

Viele Inseln besitzen Gebirge im Inneren, schmale Küstenstreifen, schnell fließende Flüsse und nur wenige große Ebenen oder schiffbare Flüsse. Das Hochland Nord-Luzons wird besonders von der Cordillera Central und der Sierra Madre geprägt. Die tropischen Regenwälder bieten Lebensraum für mehr als 500 Vogelarten, darunter den Affenadler, etwa 800 Orchideenarten und rund 850 Arten von Blütenpflanzen. Durch illegalen Holzeinschlag sank die Regenwaldfläche jedoch auf weniger als 10 % der gesamten Landfläche.

Von den insgesamt 412 Flüssen ist der Cagayan beziehungsweise Rio Grande de Cagayan in Nord-Luzon mit 505 km der längste. Weitere große Flüsse sind der Pulangi, der in den Rio Grande de Mindanao übergeht, der Agusan auf Mindanao und der Pampanga, der in die Bucht von Manila mündet. Der etwa 9 km lange Pansipit verbindet den Taalsee mit der Balayan-Bucht. Größter Süßwassersee ist Laguna de Bay mit 911 bis 949 km². Danach folgen der Lanao-See mit 340 km², der im Krater des Vulkans Taal gelegene Taalsee mit 244 km² und der Mainit-See mit 150 km².

Östlich des Landes verläuft der 1.325 km lange Philippinengraben. Für sein Galatheatief nennt der Artikel widersprüchliche Tiefen: 10.430 m beziehungsweise 10.540 m unter der Meeresoberfläche. Es gehört zu den tiefsten bekannten Stellen der Erde.

Inselräume und Landschaften

Luzon ist die größte Insel und Standort von Manila und Quezon City. Im Norden liegen die Cordillera Central, die Caraballo-Berge, das Cagayan Valley und die etwa 350 km lange Sierra Madre. Diese wirkt für westlich gelegene Gebiete als Barriere gegen viele tropische Wirbelstürme. Zentral-Luzon umfasst die Zambales-Berge mit Pinatubo und Tapulao, die fruchtbare zentrale Ebene, die Bucht von Manila und Laguna de Bay. Die Ebene ist dicht besiedelt und eine der wichtigsten Landwirtschaftsregionen. Auf der südöstlichen Bicol-Halbinsel liegen zahlreiche aktive Vulkane, besonders der Mayon; der Bicol-Fluss entwässert das Gebiet und bildet mehrere Seen.

Mindoro wird von einem Nord-Süd-Gebirge mit Halcon (2.582 m) und Baco (2.488 m) durchzogen. Östlich davon liegen größere Ebenen und der 81,25 km² große Naujan-See. Romblon besteht hauptsächlich aus Tablas, Sibuyan und Romblon; auf Sibuyan erreicht der Guiting-guiting 2.058 m. Masbate umfasst Masbate, Burias und Ticao mit zusammen 4.152 km². Palawan ist 434 km lang, höchstens 39 km und an der schmalsten Stelle 8,5 km breit. Seine fast 2.000 km lange Küste wird von 1.780 Inseln und Inselchen begleitet; das bewaldete Gebirge erreicht am Mantalinganhan 2.085 m.

Die Visayas liegen zwischen Luzon und Mindanao. Panay besitzt im Westen die Central-Panay-Berge mit dem 2.117 m hohen Madias, im Norden und Osten weite Ebenen. Vor der Aklan-Halbinsel liegt Boracay. Negros ist 13.328 km² groß und wird von einer zentralen Berg- und Vulkankette mit Talinis, Mandalagan, Kanlaon und Silay geprägt. Seine Ebenen dienen vor allem dem Zuckerrohranbau, weshalb es als „Zuckerinsel“ bezeichnet wird. Cebu ist 196 km lang, höchstens 32 km breit und von 167 kleineren Inseln umgeben. Ein Gebirgszug trennt Ost- und Westküste; höchste Erhebung ist der Osmeña Peak mit 1.013 m. Bohol ist ein Kalkstein- und Hügelland, dessen bekannteste Formen die gleichmäßig gestalteten Chocolate Hills sind. Im Norden liegt das größte Korallenriffsystem der Philippinen, das Danajon-Riffsystem. Leyte, Samar und Biliran sind bergige bis hügelige Inseln und als einzige Hauptinseln durch Brücken miteinander verbunden.

Mindanao ist die zweitgrößte Insel. Zu den wichtigsten Landschaftsräumen gehören die gebirgige Zamboanga-Halbinsel, das Hochland von Bukidnon, die Zentrale Mindanao-Kordillere mit dem Apo, das Cotabato Valley und das Agusan Valley. Das Cotabato Valley ist 190 km lang und wird vom Flusssystem des Rio Grande de Mindanao gebildet; die Ligawasan-Marschen umfassen etwa 2.880 km². Im Agusan Valley liegen die bedeutenden Agusan-Marschen. Der Sulu-Archipel besteht aus rund 80 größeren und Hunderten kleinerer Inseln. Basilan, Jolo und weitere Inseln sind erloschene Vulkankegel eines unterseeischen Bergrückens. Die Turtle-Inseln gehören zu den weltweit bedeutendsten Brutgebieten von Meeresschildkröten.

Meere und Klima

Die Inselwelt wird von mehreren Randmeeren und Meerengen umschlossen. Im Norden trennt die Luzonstraße die Philippinen von Taiwan. Im Osten liegt die Philippinensee, im Westen das Südchinesische Meer. Die Sulusee wird unter anderem von Palawan, Mindoro, Panay, Negros, Mindanao, Borneo und dem Sulu-Archipel eingerahmt. Zwischen Mindanao und Sulawesi liegt die Celebessee. Die Sibuyan-See befindet sich zwischen der Bicol-Halbinsel, Mindoro, Panay und Masbate. Bedeutende Einschnitte der Küste sind die Bucht von Manila sowie die Golfe von Leyte, Moro und Davao.

Das Klima ist ein tropisches Meeresklima mit Regen- und Trockenzeit. Von Mai bis Oktober bringt der Sommermonsun in vielen Gebieten starke Regenfälle; von Dezember bis Februar führt der Wintermonsun kühlere und trockenere Luft heran. Manila und andere Tiefländer sind von März bis Mai heiß und staubig. Temperaturen über 37 °C sind dennoch selten; auf Meereshöhe liegt der Jahresdurchschnitt nur selten unter 27 °C. Die relative Luftfeuchtigkeit reicht durchschnittlich von 71 % im März bis 85 % im September. An den Bergen der Ostküste fallen jährlich etwa 4.000 mm Niederschlag, in geschützten Tälern teilweise weniger als 1.000 mm.

Die Philippinen liegen im Taifungürtel. Jährlich ziehen ungefähr 18 bis 21 Taifune über das Land, besonders zwischen Juli und Oktober. Am stärksten gefährdet sind das nördliche und östliche Luzon, Bicol und Eastern Visayas; auch Manila wird regelmäßig getroffen. Hinzu kommen Dürren, Überschwemmungen, Erdbeben und Vulkanausbrüche. 1990 verwüstete ein Erdbeben Teile Luzons, 1991 zerstörte der Pinatubo-Ausbruch Gebiete in Central Luzon; Lahare, also vulkanische Schlammströme, begruben Städte und Ackerland. Ländliche Nipa-Hütten sind leicht und einfach zu ersetzen, während städtische Stahlbetonbauten Taifunen und Erdbeben standhalten sollen.

Besondere Landschaften und Schutzgebiete

Die touristische Bedeutung der Philippinen beruht vor allem auf tropischen Stränden, Tauchgebieten, Wasserfällen, Vulkanen, Gebirgen und Kulturlandschaften. Zum UNESCO-Welterbe zählen die Reisterrassen in den philippinischen Kordilleren, der Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark auf Palawan, das Tubbataha-Riff in der Sulusee, die Barockkirchen in Manila, Paoay und Miagao sowie die historische Altstadt von Vigan City. Weitere bekannte Ziele sind die Chocolate Hills auf Bohol, Mayon und Taal.

Wichtige Ausgangspunkte sind Manila, Cebu City und Davao City mit internationalen Flughäfen. Beliebte Reisegebiete sind Mactan, Boracay, Panglao, Samal, Dinagat, El Nido und Camiguin. Wegen der steil zu den Küsten abfallenden Gebirge gibt es zahlreiche Wasserfälle. Im Umfeld von Iligan City liegen mehr als 20, darunter María Cristina, Tinago und Limunsudan. Letzterer besitzt mit 265 m die höchste Fallhöhe des Landes. Die Pagsanjan-Wasserfälle liegen knapp 90 km von Manila entfernt und sind im Urwald nur mit Langbooten erreichbar.

Zum Schutz der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt wurden Nationalparks und Schutzgebiete eingerichtet. Beispiele sind der Apo Reef Marine Natural Park westlich von Mindoro, der Mount Apo Natural Park, das Naturreservat am Berg Makiling und der Hundred Islands National Park mit 123 kleineren Inseln.

Politische Verwaltung

Die Verwaltung ist hierarchisch in Local Government Units, also lokale Regierungseinheiten, gegliedert. Nach dem Stand des Artikels bilden 80 Provinzen die primären Einheiten. Sie sind in Städte und eigenständig verwaltete Gemeinden unterteilt; deren kleinste Einheiten heißen Barangays.

Der Artikel nennt 16 Verwaltungsbezirke sowie die autonome National Capital Region, die in vier Distrikte gegliedert ist. Regionale Ämter der Zentralregierung betreuen die jeweiligen Provinzen, doch die Regionen besitzen grundsätzlich keine eigene lokale Regierung. Als Ausnahme wird die Autonomous Region in Muslim Mindanao genannt. Zu den aufgeführten Regionen gehören unter anderem Ilocos, Cagayan Valley, Central Luzon, CALABARZON, MIMAROPA, Bicol, Western, Central und Eastern Visayas, Zamboanga Peninsula, Northern Mindanao, Davao, SOCCSKSARGEN, Caraga, die Cordillera Administrative Region und die National Capital Region Metro Manila.

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