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Pazifischer Feuerring

Etwa zwei Drittel aller Vulkanausbrüche des Holozäns und ca. 90 % der weltweiten Erdbeben gehen auf dieses Gebiet zurück. Karte des …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kernidee und Bedeutung
  2. 2. Verlauf und Regionen
  3. 3. Entstehung und Funktionsweise
  4. 4. Umstrittene Grenzen
  5. 5. Vulkanische und seismische Aktivität

Kernidee und Bedeutung

Der Pazifische Feuerring, auch zirkumpazifischer Feuergürtel oder zirkumpazifischer Feuerring genannt, ist ein ausgedehnter Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean von drei Seiten umgibt. Er ist etwa 40.000 km lang, bis zu 500 km breit und hat die Form eines Hufeisens.

Das Gebiet ist für das Verständnis von Vulkanismus und Erdbeben besonders wichtig: Etwa zwei Drittel aller Vulkanausbrüche des Holozäns und ungefähr 90 % der weltweiten Erdbeben gehen auf den Feuerring zurück. Das Holozän ist der jüngste Abschnitt der Erdgeschichte und umfasst die letzten 11.700 Jahre.

Verlauf und Regionen

Im Osten verläuft der Feuerring von der Südspitze Südamerikas über die Anden sowie entlang des Westrands von Mittel- und Nordamerika. Dazu gehört unter anderem das Kaskadengebirge.

Im Norden und Westen folgt er mehreren Inselbögen und kontinentalen Vulkanbögen. Sein Verlauf führt von den Aleuten über Kamtschatka, die Kurilen, die japanischen Hauptinseln und die Ryūkyū-Inseln. Weiter südlich umfasst er die Marianen, die Philippinen, Neuguinea, die Salomonen und die Neuen Hebriden. Er reicht bis zur Nordinsel Neuseelands mit der Taupō Volcanic Zone.

Ein Inselbogen ist eine bogenförmige Kette vulkanischer Inseln. Ein kontinentaler Vulkanbogen ist eine Reihe von Vulkanen am Rand eines Kontinents. Beide entstehen typischerweise an Subduktionszonen.

Entstehung und Funktionsweise

Der Feuerring ist ein direktes Ergebnis der Plattentektonik, also der Bewegung lithosphärischer Platten. Die Lithosphäre ist die feste äußere Hülle der Erde. Unter und um den Pazifischen Ozean bewegen sich solche Platten aufeinander zu, kollidieren und werden teilweise zerstört. Dadurch entstand an den Rändern des Pazifikbeckens eine fast ununterbrochene Reihe von Subduktionszonen.

Subduktion bedeutet, dass eine Lithosphärenplatte unter eine andere abtaucht. Am Feuerring sinken pazifische Platten mit ozeanischer Kruste – die Pazifische Platte, die Juan-de-Fuca-Platte, die Cocos-Platte und die Nazca-Platte – unter verschiedene andere Platten mit ozeanischer oder kontinentaler Kruste.

In größerer Tiefe setzen Druck und Hitze Wasser frei, das im Gestein der abtauchenden Kruste gebunden ist. Dieses Wasser senkt den Schmelzpunkt des Gesteins im Oberen Erdmantel, der Asthenosphäre. Dadurch schmilzt ein Teil des Mantelgesteins. Das entstandene Magma steigt auf, verändert und differenziert sich und verursacht einen typischen, meist explosiven Vulkanismus.

Gleichzeitig entstehen durch die Subduktion starke Spannungen in der Erdkruste. Wenn sie sich plötzlich entladen, treten zum Teil sehr schwere Erdbeben auf. Der Feuerring besteht seit mehr als 35 Millionen Jahren; in einigen seiner Abschnitte begann die Subduktion jedoch schon deutlich früher.

Umstrittene Grenzen

Welche Gebiete genau zum Feuerring gehören, ist teilweise umstritten. Indonesien liegt am Schnittpunkt des Pazifischen Feuerrings und des Alpidischen Gebirgsgürtels. Dieser ist eine weitere sehr lange, durch Subduktion verursachte Vulkan- und Erdbebenzone, die von Ost nach West durch Südasien und Südeuropa verläuft. Einige Geologen rechnen ganz Indonesien zum Feuerring. Viele schließen dagegen die westlichen indonesischen Inseln aus und ordnen sie dem Alpidischen Gürtel zu.

Auch bei der Antarktischen Halbinsel und den Südshetlandinseln gibt es unterschiedliche Einteilungen. Einige Geologen nehmen sie in den Feuerring auf, andere nicht. Der übrige Teil der Antarktis zählt nicht dazu, weil sein Vulkanismus nicht mit Subduktion zusammenhängt.

Zwischen Neuseeland und der Antarktischen Halbinsel beziehungsweise der Südspitze Südamerikas setzt sich der Feuerring nicht durch den südlichen Pazifik fort. Dort sind die untermeerischen Plattengrenzen am Pazifisch-Antarktischen Rücken, am Ostpazifischen Rücken und am Chile-Rücken divergent: Die Platten bewegen sich also auseinander, statt aufeinander zu. In diesem Raum gibt es zwar etwas Vulkanismus, er entsteht aber nicht durch Subduktion.

Umstritten ist außerdem, ob die Izu-Inseln, die Bonin-Inseln und die Marianen zum Feuerring gehören.

Vulkanische und seismische Aktivität

Zum Pazifischen Feuerring gehören ungefähr 850 bis 1.000 Vulkane, die während der letzten 11.700 Jahre, also im Holozän, aktiv waren. Das entspricht etwa zwei Dritteln aller weltweit in diesem Zeitraum aktiven Vulkane. Auch die vier größten Vulkanausbrüche des Holozäns ereigneten sich im Feuerring.

Die seismische Aktivität ist ebenfalls außergewöhnlich hoch. Seismische Energie ist die bei Erdbeben freigesetzte Energie. Rund 76 % der gesamten seismischen Energie der Erde werden durch Erdbeben im Feuerring freigesetzt. Dort ereignen sich etwa 90 % aller Erdbeben der Erde und ungefähr 81 % der weltweit größten Erdbeben. Diese Konzentration von Vulkanen und Erdbeben erklärt sich vor allem durch die zahlreichen Subduktionszonen entlang des Pazifikbeckens.

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