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Geographie Rumäniens

... erneuerbare Energien und 7,2 % auf Kernenergie. Die erneuerbaren Energien wiederum kamen zu 70,5 % aus Biomasse und Abfällen, 29,1 % aus Wasserkraft …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Lage und Staatsgebiet
  2. 2. Relief, Klima und Gewässer
  3. 3. Natur, Schutz und Rohstoffe
  4. 4. Wirtschaft und Energie
  5. 5. Verkehr und Bevölkerung

Lage und Staatsgebiet

Rumänien ist ein Land im Südosten Europas. Es umfasst Teile der Karpaten, große Tiefebenen am Unterlauf der Donau und einen Zugang zum Schwarzen Meer. Das Land liegt zwischen 43° 37′ 7″ und 48° 15′ 06″ nördlicher Breite sowie zwischen 20° 15′ 44″ und 29° 43′ 6″ östlicher Länge.

Die Bodenfläche beträgt 238.391 km². Davon sind 38 % Ackerland, 19 % Weideland, 27 % Wald, 4 % Binnengewässer wie Seen und Flüsse. Die übrigen 12 % sind Ödland, etwa im Gebirge, oder werden durch Gebäude und Verkehrseinrichtungen eingenommen. Der höchste Punkt ist der Moldoveanu im Făgăraș-Gebirge mit 2.544 m, der niedrigste Punkt liegt an der Küste des Schwarzen Meeres.

Die Gesamtlänge der Grenzen beträgt 3.149,9 km. Davon entfallen 1.085,6 km auf Landgrenzen, 1.816,9 km auf Flüsse und 247,4 km auf Seegrenzen. Die längste gemeinsame Grenze hat Rumänien mit der Republik Moldau: 681,3 km, vollständig entlang des Pruth. Weitere Nachbarstaaten sind die Ukraine, Bulgarien, Serbien und Ungarn. Die Grenze zu Bulgarien wird auf 470,0 km von der Donau gebildet. Die Seegrenze zum offenen Meer beträgt nach offiziellen Angaben 193,5 km.

Relief, Klima und Gewässer

Rumäniens Landschaft ist stark gegliedert. Die Karpaten ziehen sich in einem S-förmigen Bogen vom Norden bis in den Südwesten des Landes. Zu ihnen gehören die Ostkarpaten, die Südkarpaten und die Westrumänischen Karpaten. Diese Gebirge umschließen fast vollständig das Siebenbürgische Becken, eine Hochebene auf etwa 300 bis 600 m über dem Meeresspiegel. Westlich und nordwestlich hat Rumänien Anteile an der Großen Ungarischen Tiefebene. Östlich und südlich der Karpaten liegen das Karpatenvorland, die Walachische Tiefebene, das Moldau-Hochland, die Moldau-Tiefebene und das Dobrudscha-Hochland. Insgesamt bestehen 31 % des Staatsgebiets aus Gebirge, 36 % aus Hügel- und Hochländern und 33 % aus Tiefebenen.

Das Klima gehört zur gemäßigten Klimazone und ist kontinental geprägt. Das bedeutet: Die Jahreszeiten unterscheiden sich deutlich, besonders bei Temperatur und Niederschlag. Östlich und südlich der Karpaten ist das Klima kontinentaler, mit heißeren Sommern. Der kälteste Monat ist meist der Januar, der wärmste der August. Die Jahresmitteltemperaturen größerer Städte liegen zwischen 7,5 °C in Suceava und 11,5 °C in Calafat. Die niedrigste gemessene Temperatur betrug −38,5 °C am 25. Januar 1942 in Bod, die höchste 44,5 °C am 10. August 1951 bei Brăila. Die Schneedecke bleibt je nach Region unterschiedlich lang liegen: etwa 25 Tage an der Schwarzmeerküste und 55 Tage im Siebenbürgischen Becken. Niederschläge nehmen tendenziell nach Südosten ab; in Constanța beträgt das langjährige Mittel 368 mm pro Jahr, in Târgu Jiu 726 mm. In den Gipfelregionen der Karpaten können bis zu 2.000 mm pro Jahr fallen. Unter Meteorologen wird diskutiert, ob häufigere Überschwemmungen und steigende Temperaturen Folgen des Klimawandels sind.

Fast ganz Rumänien gehört zum Flusssystem der Donau. Nur im Osten, in der Dobrudscha, münden einige kleinere Flüsse direkt ins Schwarze Meer. Die Donau berührt Rumänien auf 1.075 km und ist der wasserreichste Fluss des Landes. Am Eisernen Tor führt sie im Mittel 5.300 m³/s Wasser, vor dem Donaudelta bei Ismajil 6.470 m³/s. Das Donaudelta ist etwa 5.650 km² groß und liegt zu rund 80 % in Rumänien. Wichtige linke Donauzuflüsse sind Theiß, Jiu, Olt, Argeș, Ialomița, Siret und Pruth. Der Mureș ist mit 761 km der längste Fluss auf innerrumänischem Territorium. Der wichtigste künstliche Wasserweg ist der 64 km lange Donau-Schwarzmeer-Kanal zwischen Cernavodă und Constanța. Rumänien besitzt viele Seentypen, darunter glaziale Seen, Kraterseen, Karstseen, Lagunen, Sumpfseen und Seen im Donaudelta. Der größte künstliche Stausee liegt am Eisernen Tor an der Donau und ist etwa 700 km² groß.

Natur, Schutz und Rohstoffe

Wegen der vielfältigen Landschaften und der Bedrohung durch zivilisatorische Einflüsse wurden in Rumänien viele Gebiete unter Schutz gestellt. Im Jahr 2007 machten geschützte Flächen insgesamt 37 % der Landesfläche aus. Dazu gehörten unter anderem 79 wissenschaftliche Reservate mit 1.006 km², 13 Nationalparks mit 3.159 km², 190 Naturdenkmäler mit 182 km², 671 Naturreservate mit 1.365 km², 14 Naturparks mit 7.374 km², 3 Biosphärenreservate mit 6.644 km² sowie Feuchtbiotope, ornithologische Schutzgebiete und Gebiete allgemeinen Interesses.

Zu den 13 Nationalparks zählten 2007 unter anderem Retezat, Călimani, Rodna, Domogled-Valea Cernei, Piatra Craiului, Cozia und Cheile Nerei-Beușnița. Der Nationalpark Retezat wurde bereits 1935 gegründet und umfasst 380 km². Drei Biosphärenreservate waren ausgewiesen: das Donaudelta mit 5.800 km², Pietrosu Rodnei mit 464 km² und Retezat mit 380 km². Das Donaudelta ist außerdem ein UNESCO-geschützter Landschaftsraum; etwa 312.000 ha stehen dort unter UNESCO-Schutz.

Etwa 27 % der Landesfläche sind bewaldet. In niedrigeren Lagen bis etwa 600 m wachsen vor allem Eichen, Steineichen, Kornelkirschen, Bergahorne, Linden und Eschen. An der Donau und im Donaudelta gibt es Auwälder mit Weiden und Pappeln. In höheren Lagen von etwa 1200 bis 1400 m dominieren Buchen und Eichen, darüber vor allem Nadelhölzer wie Tannen, Fichten, Lärchen und Kiefern. Die Baumgrenze liegt bei etwa 1900 m. Insgesamt ist die Buche mit 31 % der häufigste Baum, gefolgt von Fichten mit 22 % und Eichen.

Rumänien ist reich an Bodenschätzen. Gefördert werden Erdöl, Erdgas, Braun- und Steinkohle, Eisenerze, Bauxit, Salz, Gold, Silber und Uran. Erdöl wird vor allem in der Umgebung von Ploiești im Prahova-Tal gewonnen. Wichtige Braunkohlelagerstätten liegen im Südwesten des Landes.

Wirtschaft und Energie

Das Bruttoinlandsprodukt Rumäniens lag 2008 bei 137 Milliarden Euro, pro Kopf bei etwa 6.500 €. Zum Vergleich nennt der Artikel für Deutschland 30.400 €. Rumänien erreichte damit etwa 25 % des EU-Durchschnitts, nach Kaufkraftstandards etwa 46 %. Die Bruttowertschöpfung verteilte sich auf Landwirtschaft mit 7 %, Industrie mit 26 %, Bau mit 12 %, Handel, Transport und Kommunikation mit 26 %, unternehmensbezogene und Finanzdienstleistungen mit 14 % sowie sonstige Dienstleistungen mit 15 %.

Die Arbeitslosenquote war 2009 mit etwa 6 % recht gering. Die Beschäftigungsquote lag 2008 aber mit 59,0 % deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 65,9 %. Die Arbeitsproduktivität pro geleisteter Arbeitsstunde war niedrig, stieg aber von 2000 bis 2008 von 19 % auf 31 % des EU-Durchschnitts. Der Jahresverdienst im Industrie- und Dienstleistungssektor betrug 2006 3.713 Euro und war damit der zweitniedrigste in der EU. Innerhalb des Landes waren die wirtschaftlichen Unterschiede groß: Bukarest und Umgebung lagen beim Pro-Kopf-BIP nach Kaufkraftstandards über dem EU-Durchschnitt bei 113 %, der Nordosten erreichte nur 29 %.

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche beträgt etwa 137.500 km². Davon sind 4,6 % bewässerbar und 1,0 % ökologisch bewirtschaftet. Wichtige Anbaupflanzen sind Weizen, Mais, Gerste, Wein, Kartoffeln, Sonnenblumen und Zuckerrüben. 2007 gab es 3,931 Millionen landwirtschaftliche Betriebe, was 29 % aller landwirtschaftlichen Betriebe in der EU entsprach.

Die Industrie befindet sich im Wandel. Viele unrentable Betriebe aus der Zeit vor 1989 gingen zurück, besonders im Bergbau, in der chemischen Industrie, Textilindustrie und im Maschinenbau. Seit etwa 2000 steigt die Industrieproduktion wieder. Wichtige Zweige sind rohstoffverarbeitende Industrie, Textilindustrie, Möbel- und Autoindustrie, Baustoff-, Lebensmittel-, Holz- und Papierindustrie. Bedeutende Industriestandorte sind Bukarest, Timișoara, Arad, Cluj-Napoca, Sibiu, Brașov, Pitești, Ploiești, Galați und Brăila.

Die Erzeugung von Primärenergie betrug 2007 27,6 Millionen Tonnen Rohöleinheiten. Sie stammte zu 33,4 % aus Erdgas, 24,8 % aus fossilen Brennstoffen, 17,5 % aus Rohöl, 17,1 % aus erneuerbaren Energien und 7,2 % aus Kernenergie. Erneuerbare Energie kam vor allem aus Biomasse und Abfällen sowie aus Wasserkraft. Wind- und Solarenergie wurde praktisch nicht produziert. Netto wurden 12,8 Millionen Tonnen Rohöleinheiten importiert; etwa 25 % des Energiebedarfs kamen aus dem Ausland. Der Außenhandel war 2008 defizitär: Einfuhren von 56,2 Mrd. Euro standen Ausfuhren von 33,6 Mrd. Euro gegenüber.

Verkehr und Bevölkerung

Im Binnenverkehr entfielen 2007 75,3 % der Personenkilometer auf Pkw, 15,3 % auf Busse und 9,4 % auf Eisenbahnen, Straßen- und U-Bahnen. Im Güterverkehr wurden 2008 69,8 % der Tonnenkilometer mit Lkw, 19,5 % mit Eisenbahnen und 10,7 % mit Binnenschiffen geleistet. Insgesamt betrug der Güterbinnenverkehr 2008 80,830 Milliarden Tonnenkilometer.

Der wichtigste Seehafen ist Constanța; auch Mangalia hat Bedeutung. Wassertransport findet vor allem auf der Donau, dem Donau-Schwarzmeer-Kanal und dem Bega-Kanal statt. Die schiffbaren Flüsse sind insgesamt 1647 km lang, die schiffbaren Kanäle 132 km. Wichtige Binnenhäfen liegen entlang der Donau, unter anderem in Drobeta-Turnu Severin, Giurgiu, Cernavodă, Brăila, Galați, Tulcea und Sulina. Das Straßennetz umfasste 81.713 km, davon 2009 321 km Autobahnen. Das Bahnnetz der CFR hatte 2009 eine Länge von 10.784 km, davon waren 4.002 km elektrifiziert und 2.909 km mehrgleisig. Im Luftverkehr wurden 2008 8,031 Millionen Passagiere gezählt; wichtige Flughäfen liegen unter anderem in Bukarest, Constanța, Timișoara, Cluj-Napoca, Iași und Sibiu.

2008 lebten in Rumänien rund 21,5 Millionen Menschen. Bei der Volkszählung 2002 bekannten sich von 21,68 Millionen Einwohnern 89,5 % zur rumänischen Nationalität, 6,6 % als Ungarn, 2,5 % als Roma sowie je 0,3 % als Ukrainer und Deutsche. Der tatsächliche Anteil der Roma dürfte laut Artikel mit etwa 10 % deutlich höher liegen. Die Geburtenzahl ist wie in anderen europäischen Ländern zurückgegangen. Die Gesamtfruchtbarkeitsziffer beträgt 1,30 Kinder je Frau. Zwischen 2000 und 2008 hatte Rumänien unter allen EU-Ländern den stärksten Bevölkerungsrückgang mit −4,1 %. Die Lebenserwartung bei der Geburt lag 2007 bei 69,7 Jahren für Männer und 76,9 Jahren für Frauen.

Der Ausländeranteil war 2007 mit wenig mehr als 0,1 % sehr niedrig. Verlässliche Angaben zu Migration gibt es nur begrenzt. Offiziell wanderten zwischen 2000 und 2003 etwa 43.500 Bürger aus; viele im Ausland arbeitende Rumänen wurden aber statistisch nicht erfasst. 2007 schätzte der Nationale Gewerkschaftsblock Rumäniens, dass 3,4 Millionen Rumänen im Ausland arbeiteten, davon nur 1,2 Millionen legal.

Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 94 Einwohner pro km². Die regionalen Unterschiede sind deutlich, aber nicht extrem. Besonders dicht besiedelt sind Bukarests Umland, vor allem der Kreis Ilfov mit 188 Einwohnern/km², und Prahova mit 183/km². Am dünnsten besiedelt sind Tulcea am Donaudelta mit 31/km² und Caraș-Severin im Banater Gebirge mit 38/km².

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