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Geographie Namibias
Die Geographie Namibias wird im Wesentlichen durch drei Naturräume gegliedert, welche das Land vom Kunene-Fluss im Norden bis zum Oranje-Fluss im Süden …
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Lage und Gliederung
Namibia liegt im südlichen Afrika zwischen 17,5° und 29° südlicher Breite sowie 12° und 25° östlicher Länge. Es grenzt an Angola im Norden, Sambia und Botswana im Osten, Südafrika im Süden und den Südatlantik im Westen. Im äußersten Nordosten verfehlt ein Vierländereck Simbabwe nur um wenige Meter.
Das Land wird vom Kunene im Norden bis zum Oranje im Süden im Wesentlichen durch drei Naturräume gegliedert: den Küstenstreifen mit Namib und Skelettküste, die Große Randstufe und das Binnenhochland. Nach Osten geht das Binnenhochland in das Kalahari-Becken über. Natürliche Grenzen sind der Kunene im Nordwesten, Okavango, Sambesi und Chobe/Kwando/Linanti im Nordosten sowie der Oranje im Süden.
Für die Fläche werden unterschiedliche Angaben genannt: etwa 824.292 km² im einleitenden Text und 824.116 km² in den statistischen Daten. Der rund 450 km lange und bis zu 50 km breite Caprivizipfel nimmt eine besondere Lage im Staatsgebiet ein und besitzt besondere geografische und klimatische Voraussetzungen.
Grunddaten, Nutzung und Umwelt
Die statistischen Angaben nennen 4.200 km Staatsgrenzen: 1.427 km mit Angola, 244 km mit Sambia, 1.544 km mit Botswana und 1.005 km mit Südafrika. Die Küste ist 1.570 km lang. Die Hoheitsgewässer reichen 12 Seemeilen weit, die Anschlusszone 24 Seemeilen und die ausschließliche Wirtschaftszone 200 Seemeilen.
Der höchste Berg ist der Königstein mit 2.573 m, die tiefste Niederung liegt am Atlantik auf 0 m. Zum Relief gehören Ebenen, Hochebenen, Faltengebirge und Hochland. Wald und Waldland bedecken weniger als 15 %, darunter 8 % Wald. Der Landnutzungs- und Flächenverbrauch beträgt 47 %; Anbaugebiete machen 1 % aus, Dauerkulturen 0,0 % und Bewässerungsanbau 80 km².
Als natürliche Ressourcen werden Diamanten, Kupfer, Uran, Gold, Blei, Zinn, Lithium, Cadmium, Zink, Salz, Vanadium, Erdgas, Windkraft und Fische genannt. Umweltbelastungen sind geringe Wasservorräte, eine erschwerte Wasserversorgung und Desertifikation, also die Ausbreitung beziehungsweise Verschärfung wüstenhafter Bedingungen. Die aufgeführten Klimatypen nach Effektiver Klimaklassifikation sind Wüsten-, Savannen-, Steppen- und Etesienklima. Die statistischen Angaben sind im Artikel ausdrücklich als nicht hinreichend belegt gekennzeichnet.
Küste und Große Randstufe
Der Küstenstreifen reicht von der Oranje-Mündung bei Oranjemund bis zur Kunene-Mündung an der angolanischen Grenze. Zu ihm gehören das Diamantensperrgebiet, die Namib-Wüste und die Skelettküste. Wegen des Benguelastroms sind diese Gebiete sehr trocken und arid. Die Küste hat nur wenige Inseln, Halbinseln und Buchten; wichtige Ausnahmen sind Lüderitzbucht, Walfischbucht und die Kalte Bucht bei Kap Frio. Die Pinguininseln sind kleine Eilande, von denen Hollam's Vogel-Insel mit 0,65 km² die größte ist.
Der aride Küstenstreifen erstreckt sich über 2.000 km von Südangola bis in die südafrikanische Provinz Nordkap, ist jedoch nur 80 bis 130 km breit. Er steigt vom Meeresspiegel langsam auf etwa 600 m an. Im Norden ist er überwiegend steinig oder felsig, im Süden – besonders südlich des Trockenflusses Kuiseb – Sandwüste mit Wanderdünen von über 300 m Höhe.
Die Große Randstufe trennt die Küstenebene vom Binnenhochland. Sie steigt nach Osten steil zu einer Schichtstufe von mehr als 2.000 m über NN an. Zwischen Kunene und Huab bilden Hartmann-, Baynes- und Joubertberge die Randstufe; weiter südlich gehören unter anderem Khomashochland, Rantberge, Naukluftberge, Tsarisberge, Schwarzrand und Tirasberge dazu. Zur Küste gerichtete, breite und tiefe Flusstäler schneiden sie ein. Zwischen dem 19. und 23. Breitengrad ist sie als Randstufenlücke über mehrere hundert Kilometer erodiert und durch eine schief ansteigende Ebene ersetzt. Brandbergmassiv, Erongogebirge sowie Kleine und Große Spitzkoppe liegen außerhalb der Randstufe.
Binnenhochland und Caprivi
Östlich der Großen Randstufe senkt sich das Gelände über die Bergländer der Randschwelle zum zentralen innerafrikanischen Hochland und schließlich zum sandgefüllten Kalahari-Becken. Dieses gehört zur zentralen Beckenlandschaft des südlichen Afrika. Im Norden ist das Binnenhochland von breiten Tälern durchzogen und relativ fruchtbar; wichtige Gebirge sind Waterberg und Otaviberge.
Im Zentrum zwischen Namib und Kalahari liegen das durchschnittlich 1.700 m hohe Khomashochland sowie die bis zu 2.400 m hohen Auasberge und Erosberge. Die Hauptstadt liegt im Windhoeker Becken auf rund 1.600 m. Das südnamibische Hochland ist meist flach und nur von wenigen tiefen Tälern gegliedert. Ausnahmen sind die Großen Karasberge und vulkanische Bergmassive wie der Brukkaros.
Das flache Caprivi liegt zwischen Okavango und Sambesi. Es ist Namibias einzige Region mit subtropischem und tropischem Klima. Besonders der Wahlkreis Linyanti wird durch Überschwemmungen des Cuando geprägt. Dort liegen der Mudumu-, Mamili- und Caprivi-Nationalpark.
Wasser und Naturschutz
Die Wasserregionen werden nach den Einzugsgebieten der Flüsse gegliedert. Als bedeutendste Wasservorkommen gelten die Oranje- und Kalahari-Fish-River-Wasserregion in Südnamibia sowie Kunene-, Oshana-, Okavango- und Sambesi-Wasserregion in Nordnamibia. Der Fischfluss wird bei Mariental durch den Hardap-Damm, den größten Staudamm Namibias, gestaut. Weitere wichtige Staudämme sind der Naute-Damm bei Keetmanshoop und der Oanob-Damm bei Rehoboth.
Die Namib-Wasserregion in Zentralnamibia mit Kuiseb und Swakop sowie die Nordkalahari-Wasserregion mit Nossob und Omatako führen nur sporadisch Wasser. Dennoch sind sie für die Trinkwasserversorgung ihrer Regionen wichtig. Bedeutende Staudämme sind dort der Swakoppforte-Damm und der Von-Bach-Damm, beide bei Okahandja.
Naturschutz besitzt einen hohen Stellenwert und ist in Namibias Verfassung verankert. Die Umweltpolitik konzentriert sich auf den Erhalt von Biodiversität und Artenvielfalt sowie auf ein ökologisches Gleichgewicht zwischen Menschen, Tieren und Pflanzen. Die Direktionen des Ministeriums für Umwelt und Tourismus sollen die natürlichen Ressourcen des Landes schützen und bewahren.