Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Natürliche Ressource
Zu den natürlichen Ressourcen zählt man Rohstoffe, Umweltmedien (Boden, Luft, Wasser), Fläche, strömende Ressourcen wie Erdwärme oder Wind- und …
Inhalt3 Abschnitte
Grundbegriff und Einteilung
Natürliche Ressourcen, auch Naturgüter genannt, sind Bestandteile oder Funktionen der Natur, die einen ökonomischen Nutzen haben. Dazu gehören Rohstoffe, Umweltmedien wie Boden, Luft und Wasser, außerdem Fläche, strömende Ressourcen wie Erdwärme sowie Wind- und Sonnenenergie. Auch die Biodiversität, also die biologische Vielfalt einschließlich der genetischen Vielfalt, zählt dazu.
Eine wichtige Einteilung unterscheidet erneuerbare und nicht-erneuerbare natürliche Ressourcen. Nicht-erneuerbare oder „erschöpfliche“ Ressourcen stehen in einem für menschliche Planungen relevanten Zeitraum nur mit einem konstanten Gesamtbestand zur Verfügung. Wird eine bestimmte Menge verbraucht, steht sie zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr zur Verfügung. Beispiele sind fossile Brennstoffe und im Bergbau gewonnene Bodenschätze.
Der Bestand erneuerbarer oder regenerierbarer Ressourcen kann im für menschliche Planungen relevanten Zeitraum wachsen. Dazu zählen vor allem lebende Ressourcen, die nachwachsen können, wenn sie nicht übermäßig ausgebeutet werden. Beispiele sind Fische, Wälder und allgemein Wildpflanzen. Sie können zeitlich unbegrenzt genutzt werden, wenn ihr Verbrauch die Neuentstehung nicht übersteigt. Dieses Prinzip wird als Nachhaltigkeit bezeichnet.
Übersteigt der Verbrauch jedoch die Erneuerung, erschöpfen sich auch erneuerbare Ressourcen und können schließlich vollständig verbraucht sein. Zu den erneuerbaren Ressourcen gehören neben lebenden Organismen auch unbelebte Stoffe wie Erde, Wasser und Wind sowie alle Formen erneuerbarer Energie.
Wirtschaftliche und politische Bedeutung
Natürliche Ressourcen auf dem Territorium eines Staates beeinflussen häufig dessen Stellung in der globalen Ökonomie und damit auch seinen politischen Einfluss. Als Beispiele für den Zusammenhang zwischen Ressourcen und internationaler Politik werden die OPEC und die OAPEC genannt.
Industrieländer sind für ihren Wohlstand weniger stark auf natürliche Ressourcen angewiesen, weil sie über mehr Infrastrukturkapital verfügen. Leicht erschließbare Ressourcen können die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes dennoch beeinträchtigen. Sie können politische Korruption begünstigen oder den sogenannten Ressourcenfluch verursachen.
Seit den 1980er Jahren berücksichtigt die Entwicklungspolitik sowohl die Erschöpfung natürlicher Ressourcen als auch Versuche, eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Eine besondere Bedeutung haben dabei die Regenwaldregionen der Tropen, die den größten Teil der Biodiversität ausmachen. Dazu gehört insbesondere das genetische Naturkapital.
Die Übernutzung natürlicher Ressourcen ist ein zunehmendes Problem der Neuzeit. Seit dem Bericht des Club of Rome „Die Grenzen des Wachstums“ von 1972 wurde die Begrenztheit der Rohstoffe des Planeten in vielen weiteren Untersuchungen verdeutlicht. Auch nachwachsende Ressourcen sind nicht unbegrenzt verfügbar: Überfischung führte beispielsweise ab 1958 zu den Kabeljaukriegen.
Die Erhaltung natürlicher Ressourcen steht im Mittelpunkt der Umweltbewegung und bildet eine Grundlage für die Programme grüner Parteien weltweit. Die Abnahme natürlicher Ressourcen, besonders von Wasser, gilt außerdem als ein wichtiger Grund für Konflikte und Unruhen in Entwicklungsländern.
Regelung im Grundgesetz
Artikel 15 des deutschen Grundgesetzes erlaubt, Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel durch ein Gesetz zum Zwecke der Vergesellschaftung in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft zu überführen. Das Gesetz muss dabei Art und Ausmaß der Entschädigung regeln.