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Geographie Irans

Die Freihandelszone Qeschm ist die größte dieser Inseln und bekannt für seine umfangreiche Trinkwasserherstellung. Historisch erlangte die Insel …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Lage und Staatsgebiet
  2. 2. Naturräume und Landschaften
  3. 3. Regionen und wichtige Städte
  4. 4. Berge, Gewässer und Wüsten
  5. 5. Vulkanismus und Erdbeben
  6. 6. Rohstoffe und Erdöl

Lage und Staatsgebiet

Iran liegt in Vorderasien im euroasiatischen Hochgebirgsgürtel. Dieser reicht über Alpen, Karpaten, Balkan, Taurus und Pontus bis zu den iranischen Randgebirgen Alborz und Zagros und setzt sich nach Osten mit Hindukusch, Karakorum und Himalaya fort. Zugleich gehört Iran zum Trockengürtel der nördlichen Passatzone, der sich von der Sahara bis zu den Binnenwüsten Zentralasiens erstreckt.

Das Staatsgebiet reicht von 25° bis 40° nördlicher Breite und von 44° bis 64° östlicher Länge. Die Hauptstadt ist Teheran. Iran umfasst 1.648.195 km² und ist damit rund viereinhalbmal so groß wie Deutschland. Der Zeitunterschied zur MEZ beträgt MEZ + 2,5 Stunden.

Im Süden liegen der Golf von Oman und der Persische Golf. Die Küste ist wenig gegliedert; ihr sind zahlreiche Inseln vorgelagert. Zu den wichtigsten gehören Qeschm, Hormus, Larak, Kisch und Charg. Qeschm ist die größte Insel und eine Freihandelszone; sie ist außerdem für umfangreiche Trinkwasserherstellung bekannt. Die Straße von Hormus ist eine wichtige Meerenge.

Iran hat Landgrenzen zu Irak, Turkmenistan, Afghanistan, Pakistan, Aserbaidschan, der Türkei und Armenien. Die gesamte Landesgrenze ist 5440 km lang. Davon entfallen auf den Irak 1458 km, Turkmenistan 992 km, Afghanistan 936 km, Pakistan 909 km, Aserbaidschan 432 km, die Türkei 499 km, Armenien 35 km und die Exklave Nachitschewan 179 km. Die Küstengrenze beträgt 2440 km am Persischen Golf beziehungsweise am Indik und 740 km am Kaspischen Meer. Der genaue Grenzverlauf am Schatt al-Arab ist seit längerer Zeit strittig.

Die Flächennutzung wird mit 10,9 % Wald, 35,7 % Landwirtschaft, 0,7 % Wasser und 50,0 % Wüste angegeben (Stand: 1994). Eine andere Einteilung nennt 53,4 % Wüste und unfruchtbares Gebiet, 26,7 % Weideflächen, 10,9 % Wälder und 9 % Ackergebiet.

Naturräume und Landschaften

Iran ist überwiegend gebirgig und weist ein arides, also trockenes, Klima auf. Deshalb sind landwirtschaftlich nutzbare Flächen knapp.

Das Küstentiefland am Kaspischen Meer mit Gilan und Mazandaran ist die niederschlagsreichste Region. Die Jahresniederschläge erreichen bis zu 2000 mm. Dadurch ist das Gebiet Irans wichtigstes landwirtschaftliches Produktionsgebiet. Angebaut werden unter anderem Reis, Tee, Baumwolle, Tabak und Zitrusfrüchte. Bekannt sind die Reisfelder von Rascht und die Teeplantagen von Lahidschan. An den Gebirgshängen wachsen Laub- und Mischwälder; an der Küste wird besonders Stör gefangen, der den bekannten Kaviar liefert.

Südlich des Kaspischen Tieflands steigt das Gelände abrupt zum Alborz-Gebirge an. Die Gipfel erreichen mehrfach mehr als 4000 m; der Damawand ist der höchste Vulkankegel Irans. Die feuchten Nordhänge sind dicht bewaldet, während die trockene Südseite den Steppen- und Wüstencharakter des inneriranischen Hochlands zeigt. Damawand und Alam-Kuh sind vergletschert.

Am Übergang vom Alborz zum zentralasiatischen Hochplateau liegen breite Gebirgsfußflächen. Weil dort ausreichend Wasser vorhanden ist, befinden sich die größeren Städte des Hochlands meist an diesem Rand. Das Wasser wird häufig durch bis zu 250 km lange unterirdische Kanäle, Qanate genannt, aus den Gebirgen herangeführt.

Das inneriranische Hochland erstreckt sich über 1200 km von Nordwesten nach Südosten. Gebirge und Schwellen gliedern es in mehrere Becken und kleinere Senken. Die größten Becken sind Kawir und Lut. Die Becken von Ghom und der großen Kawir liegen etwa 800 m hoch, das Lutbecken nur knapp über 200 m. Die iranischen Wüsten sind meist Kies- oder Salzwüsten, nicht Sandwüsten. Salzwüsten können sich während der feuchten Jahreszeit in gefährliche Sümpfe verwandeln.

Im Westen und Süden liegt das Zagros-Gebirge. Es besteht aus vielen hintereinander gestaffelten Gebirgsketten. Seine höchsten Gipfel sind deutlich über 4000 m hoch, aber nicht vergletschert. An den feuchten Südwesthängen finden sich Reste des ursprünglichen Eichenbuschwaldes. Zwischen den Gebirgsketten liegen die Becken von Bachtaran, Hamadan, Isfahan und Schiras.

Am Persischen Golf liegt ein Küstentiefland. Es ist im Zentrum schmal, in Chuzestan und an der Makranküste Belutschistans jedoch breiter. Chuzestan ist ein fruchtbares, historisch wichtiges Agrargebiet. Die Siedlungen und Ölraffinerien wurden im Ersten Golfkrieg weitgehend zerstört. Im mittleren Küstenbereich und an der Küste Belutschistans leben wegen hoher Luftfeuchtigkeit und sehr hoher Temperaturen relativ wenige Menschen.

Regionen und wichtige Städte

Iran ist in folgende Provinzen beziehungsweise Ostans mit ihren Hauptstädten gegliedert: Alborz-Ostan – Karadsch; Ardebil-Ostan – Ardebil; Buschehr-Ostan – Buschehr; Chuzestan-Ostan – Ahvaz; Fars-Ostan – Schiras; Gilan-Ostan – Rascht; Golestan-Ostan – Gorgan; Hamadan-Ostan – Hamadan; Hormozgan Ostan – Bandar Abbas; Elam-Ostan – Ilam; Isfahan-Ostan – Isfahan; Kerman-Ostan – Kerman; Kermanschah-Ostan – Kermanschah; Ostan Kohgiluye und Boyer Ahmad – Yasudsch; Kurdistan-Ostan – Sanandadsch; Lorestan-Ostan – Chorramabad; Markazi-Ostan – Arak; Mazandaran-Ostan – Sari; Ostan Nord-Chorasan – Bodschnurd; Ostan Ost-Aserbaidschan – Täbris; Qazvin-Ostan – Qazvin; Ghom-Ostan – Ghom; Ostan Chorasan-e Rasawi – Maschhad; Semnan-Ostan – Semnan; Ostan Sistan und Belutschistan – Zahedan; Ostan Süd-Chorasan – Birdschand; Teheran-Ostan – Teheran; Ostan Tschaharmahal und Bachtiari – Schahr-e Kord; Ostan West-Aserbaidschan – Urmia; Yazd-Ostan – Yazd; Zandschan-Ostan – Zandschan.

Als bedeutende Städte werden außerdem Teheran, Maschhad, Isfahan, Täbris, Schiras, Birdschand, Yazd, Kaschan und Nischapur genannt.

Berge, Gewässer und Wüsten

Zu den höchsten Bergen zählen Damāwand mit 5604 m, Sabalán mit 4811 m, Soleiman mit 4805 m und Kûh-e-Zarde mit 4548 m. Im Fließtext wird der Damawand allerdings mit 5671 m angegeben; die beiden Höhenangaben stehen im Artikel nebeneinander.

Zu den großen Seen und Binnengewässern gehören der Urmiasee, der Namaksee, Sistan, Hamun-e Jaz Múríán, der Hamun-See und der Taschksee. Als bedeutendste Flüsse werden Karun und Sefid genannt. Der Harirud kommt aus dem Hindukusch und trägt zur Trinkwasserversorgung der Region Maschhad bei. Mehrere aus Afghanistan einströmende Flüsse verlieren sich in einer Beckenzone der Provinz Chorasan.

Die wichtigsten genannten Wüsten sind Dascht-e Kawir, Dascht-e Lut und Jaz Murian. Dascht-e Kawir und Dascht-e Lut gehören zu den größten Becken des inneriranischen Hochlands.

Vulkanismus und Erdbeben

Gebirgsfaltungen erzeugten Schwächezonen in der Erdkruste. In diesen Zonen können vulkanische Magmen aufsteigen. Vulkanische Aktivität trat besonders an den Grenzen von Faltengebirgen und dem starren zentraliranischen Kern auf. Dort entstanden große Vulkankegel, die zu den Landschaftswahrzeichen Irans gehören.

Beispiele sind der Sabalan bei Ardabil mit 4811 m, der Kuh-e Sahand bei Täbris mit 3710 m, der Damawand mit 5671 m und der Kuh-e Taftan mit 4030 m. Die Bewegung der Erdkruste zeigt sich außerdem in häufigen Erdbeben. Bei solchen Beben starben Tausende Menschen. Ein Erdbeben am 26. Dezember 2003 zerstörte die alte Kulturstadt Bam.

Rohstoffe und Erdöl

Iran besitzt zahlreiche mineralische Rohstoffe. Dazu gehören Kohle, Eisen, Kupfer, Chrom, Blei, Zink und Uran. Der wichtigste Rohstoff ist Erdöl; außerdem verfügt das Land über Erdgas.

Den Bewohnern Chusestans waren Erdöl und Erdgas bereits in der Antike bekannt. Nachdem der Erdölboom in den USA Ende des 19. Jahrhunderts das Interesse an weiteren Fördergebieten verstärkt hatte, wurden 1901 im Auftrag der Briten die ersten Erdölkonzessionen erteilt. 1908 wurde das erste Ölfeld erschlossen.

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