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Filipino-Englisch
Philippinisches Englisch ist an das amerikanische Englisch angelehnt, zeichnet sich aber durch eine eigene Aussprache und einige Eigenheiten in der Grammatik …
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Einordnung und Bedeutung
Filipino-Englisch beziehungsweise Philippinisches Englisch (englisch Philippine English, Filipino Pilipinong Ingles) ist eine auf den Philippinen gesprochene Variante des Englischen. Es wird auch mit den Bezeichnungen Taglish oder Englog in Verbindung gebracht. Die Sprachform orientiert sich grundsätzlich am amerikanischen Englisch, besitzt jedoch eine eigene Aussprache sowie einige Besonderheiten in Grammatik und Wortschatz. Durch den Kontakt mit einheimischen philippinischen Sprachen und dem Spanischen wurden außerdem zahlreiche Wörter und Ausdrucksweisen übernommen.
Verbreitung und gesellschaftliche Rolle
Die Philippinen sind ein mehrsprachiges Land mit mehr als 87 Sprachen. Durch die spanische Kolonialisierung im 16. Jahrhundert und die Annexion der Philippinen durch die Vereinigten Staaten von Amerika im 20. Jahrhundert kamen Spanisch und Englisch hinzu.
Auch nach der Unabhängigkeit blieb Englisch wichtig. Weil es zunächst keine gemeinsame Sprache für alle Volksgruppen gab, diente es als Lingua franca, also als übergreifende Verständigungssprache. Später wurde Filipino, eine standardisierte Variante des Tagalog, zur Nationalsprache. Dadurch nahm die Bedeutung des Englischen etwas ab. Wegen seiner internationalen Bedeutung und der zunehmenden Globalisierung spielt es aber weiterhin eine wichtige Rolle und wird neben Filipino als Unterrichtssprache verwendet.
In den Medien sowie unter gebildeten Angehörigen der Mittel- und Oberklasse kommt häufig Taglish vor. Dabei wechseln Sprecher zwischen Englisch und Tagalog oder mischen Elemente beider Sprachen; dies wird als Code-Switching beziehungsweise Code-Mixing bezeichnet. Die Verwendung von Taglish in den Medien gilt innerhalb der asiatischen Länder als einzigartiges Phänomen.
Aussprache und Konsonanten
Das Lautsystem ähnelt im Wesentlichen dem amerikanischen Englisch. Die genaue Aussprache hängt jedoch von der Sprachstufe ab. Als Akrolekt wird die dem Standardenglischen am nächsten stehende Form bezeichnet, als Mesolekt eine mittlere und als Basilekt die am stärksten von einheimischen Sprachformen beeinflusste Variante.
Die Laute /θ/ und /ð/, wie sie im Englischen typischerweise in Wörtern mit „th“ vorkommen, können im Akrolekt frei mit /t/ und /d/ wechseln. Im Mesolekt und Basilekt fehlen /θ/ und /ð/ ganz; dort werden ausschließlich /t/ und /d/ verwendet.
Die Sibilanten oder Zischlaute /z/, /ʒ/ und /ʃ/ werden im Mesolekt häufig durch /s/ und /sij/ ersetzt. Im Basilekt kommen sie in der Regel gar nicht vor; dort findet man nur /s/ und /sij/. Das Wort sure wird deshalb gewöhnlich /sijur/ ausgesprochen.
Der r-Laut kann wie im amerikanischen Englisch als retroflexer Approximant /ɻ/ gesprochen werden, bei dem die Zunge zurückgebogen ist. Er kann aber auch als Tap realisiert werden, also durch einen kurzen Zungenschlag.
Vokale und Diphthonge
Die Vokale des Akrolekts stimmen mit denen des amerikanischen Standardenglisch überein. Das mesolektale System ist einfacher. Zu seinen Monophthongen, also einfachen Vokalen ohne hörbare Gleitbewegung, gehören /i (ɪ)/, /u (ʊ)/, /e/, /o/, /ɛ/, /ɔ/ und /ɑ/.
Im Mesolekt wird nicht zwischen gespannten und ungespannten Vokalen unterschieden. Deshalb können pull und pool sowie beat und bit jeweils gleich ausgesprochen werden und damit Homophone sein, also Wörter mit identischer Aussprache. Auch /æ/ und /ɑ/ werden nicht unterschieden, sodass die Vokale in cat und cot gleich klingen. Das Schwa, ein unbetonter Zentralvokal, wird häufig durch einen anderen Vokal wie /ɑ/ ersetzt.
Neben den Monophthongen gibt es mehrere Diphthonge, also Vokale mit einer Gleitbewegung zwischen zwei Lautpositionen. In der Literatur werden vor allem /aɪ/, /au/ und /oɪ/ genannt, teilweise auch /eɪ/. Das amerikanisch-englische /oʊ/, etwa in boat, wird im philippinischen Englisch dagegen eher als einfacher Vokal /o/ gesprochen.
Grammatische Besonderheiten
Die Grammatik weicht nur wenig vom amerikanischen Englisch ab. Einige typische Unterschiede sind:
• Das Suffix -s kann in der dritten Person Singular entfallen.
• Der unbestimmte Artikel a wird tendenziell seltener verwendet, beispielsweise in He is teacher.
• Das Past Perfect kann in Zusammenhängen stehen, in denen das amerikanische oder britische Englisch eher das Present Perfect benutzt: He had already left statt He has already left.
• Transitive Verben, die im britischen und amerikanischen Englisch ein Objekt verlangen, können ohne Objekt und damit intransitiv verwendet werden. Beispiele sind Did you enjoy?, I cannot afford. und I don't like.
Wortschatz und Wortbildungen
Der Wortschatz wurde durch andere auf den Philippinen gesprochene Sprachen geprägt. Aus dem Spanischen stammt beispielsweise bienvenida für eine Willkommensparty. Aus dem Tagalog wurden carabao für „Wasserbüffel“ und kundiman für ein Liebeslied übernommen.
Daneben gibt es Lehnübersetzungen, bei denen eine Wendung aus einer anderen Sprache wörtlich ins Englische übertragen wird. Ein Beispiel ist open the light/radio anstelle von turn on the light/radio.
Zum Wortschatz gehören außerdem besondere philippinische Neubildungen. Agrupation, abgeleitet vom spanischen agrupación, bedeutet „Gruppe“. Jeepney ist ein Kofferwort aus jeep und jitney, der Bezeichnung für einen kleinen Bus. Gemeint ist ein Jeep, der zu einem Fahrzeug für den Personentransport umgebaut wurde.