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Familie Hitler
Adolf Hitlers Familie stammte aus dem niederösterreichischen Waldviertel. Seine Eltern Alois und Klara Hitler waren zeitweise in Braunau ansässig, …
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Herkunft und Eltern
Adolf Hitlers Familie stammte aus dem niederösterreichischen Waldviertel. Seine Eltern Alois und Klara Hitler lebten zeitweise in Braunau, wo Adolf Hitler 1889 geboren wurde. Er war das dritte Kind von sechs aus der dritten Ehe des Zollbeamten Alois Hitler (1837–1903) mit Klara Hitler, geborene Pölzl (1860–1907); ältere Darstellungen hatten ihn bis 2016 als viertes Kind bezeichnet. Adolf Hitler beschrieb seinen Vater als streng und jähzornig.
Alois wurde 1837 im Geburtsbuch von Döllersheim als unehelicher Aloys Schicklgruber eingetragen. 1876 änderte der Ortspfarrer den Eintrag in Alois Hitler und strich „Schicklgruber“ durch. Johann Georg Hitler (Hiedler) hatte sich laut Zeugenaussagen zur Vaterschaft bekannt, aber nie eine offizielle Vaterschaftserklärung abgegeben. Daher ist auch möglich, dass dessen jüngerer Bruder Johann Nepomuk Hitler (Hiedler) Alois’ leiblicher Vater war. Ungeklärt bleibt, weshalb 1876 die Schreibweise „Hitler“ statt „Hiedler“ oder „Hüttler“ gewählt wurde. Sicher ist nur, dass Alois das Kind von Maria Anna Schicklgruber aus Strones war. Die Behauptung, seine Mutter sei bei dem Grazer Juden Frankenberger schwanger geworden, gilt als widerlegt.
Alois hatte vor Klara zwei Ehefrauen: Anna Glasl-Hörer, die 1883 kinderlos starb, und Franziska Matzelsberger, mit der er Alois junior und Angela hatte. Franziska starb 1884 an Tuberkulose. 1885 heiratete Alois Klara Pölzl, die zuvor seine Kinder betreut hatte. Nach heutiger Auffassung war Klara über ihren Großonkel Johann Georg Hiedler Alois’ Nichte zweiten Grades. Die Kinder aus der zweiten und dritten Ehe lebten zunächst in Braunau, später in Passau, Urfahr, Lambach an der Traun und Leonding zusammen.
Geschwister und unmittelbare Familie
Adolf Hitler hatte zwei Halbgeschwister aus der Ehe seines Vaters mit Franziska Matzelsberger: Alois Hitler junior (1882–1956) und Angela Hitler (1883–1949). Aus der Ehe von Alois und Klara Hitler stammten sechs Kinder. Gustav (1885–1887) und Ida (1886–1888) starben an Diphtheritis; Otto wurde 1892 geboren und starb sechs Tage später an Hydrocephalus. Die Recherche von 2016 in der Stadtpfarre Braunau am Inn korrigierte die frühere Annahme, Otto sei 1887 und damit vor Adolf geboren worden. Edmund (1894–1900) starb im Alter von sechs Jahren an Masern. Nur Adolf und seine jüngere Schwester Paula (1896–1960) erreichten das Erwachsenenalter.
Paula nahm offenbar auf Betreiben ihres Bruders den Namen Wolff an. Das frühe Verhältnis der Geschwister ist nicht geklärt; belegt ist jedoch, dass Adolf Hitler später für Paulas finanzielles Auskommen sorgte. Paula blieb unverheiratet und kinderlos. Deshalb gibt es keine lebenden Nachkommen aus der Ehe von Alois und Klara Hitler.
Adolf Hitler heiratete kurz vor seinem Suizid Eva Braun (1912–1945). Die Theorie, er habe während des Ersten Weltkriegs mit Charlotte Eudoxie Alida Lobjoie einen unehelichen Sohn, Jean-Marie Loret, gehabt, gilt in der Hitler-Forschung als unwahrscheinlich und wurde im Wesentlichen nur zeitweise von Werner Maser vertreten.
Weitere Verwandte
Alois Hitler junior lebte nach einem abgebrochenen Ingenieurstudium und einer Gefängnisstrafe wegen Diebstahls in London. Mit Bridget Dowling hatte er den Sohn William Patrick Hitler (1911–1987); später heiratete er, ohne zuvor geschieden zu sein, Hedwig Heidemann, mit der er Heinrich Hitler bekam. Zu Adolf Hitler bestand während dessen Herrschaft offenbar kein Kontakt. Nach 1945 nannte sich Alois junior Alois Hiller.
William Patrick Hitler zog nach der nationalsozialistischen Machtübernahme nach Deutschland und wollte offenbar aus der Verwandtschaft mit dem Diktator Vorteile ziehen. Wegen mutmaßlicher Erpressungsversuche zerstritten sich beide. William Patrick kehrte nach England zurück, emigrierte 1939 in die USA und trat 1944 in die US Navy ein. Seine weltanschauliche Position bleibt unklar. Seine vier Kinder legten später den Familiennamen Hitler ab und distanzierten sich von ihrem Großonkel.
Angela Hitler hatte zunächst offenbar ein gutes Verhältnis zu ihrem Halbbruder Adolf. Mit Leo Raubal senior hatte sie die Kinder Leo, Geli und Elfriede. In den 1920er Jahren lebte sie bei Adolf Hitler in München und später auf dem Berghof; 1936 verschlechterte sich das Verhältnis. Adolf Hitler wurde 1923 Vormund seiner Nichte Geli Raubal. Nach einer persönlichen Auseinandersetzung mit ihm erschoss sie sich 1931. Über eine mögliche Liebesbeziehung wird spekuliert, sie ist jedoch nicht als Tatsache belegt. Beim Verhältnis zu Leo Raubal junior gibt es widersprüchliche Aussagen, unter anderem dazu, ob er Adolf Hitler eine Mitschuld an Gelis Tod gab.
Umgang mit der eigenen Herkunft
Adolf Hitler hielt seine Herkunft möglichst unklar. 1930 sagte er über politische Gegner: „Sie dürfen nicht wissen, woher ich komme und aus welcher Familie ich stamme.“ Die als widerlegt geltende Behauptung einer jüdischen Abstammung seines Vaters wurde von Gegnern verbreitet. In Mein Kampf stellte Hitler seine Familiengeschichte in einer „bereinigten“ Fassung dar; die Propaganda machte sie im „Dritten Reich“ zur offiziellen Version.
In den „Tischgesprächen“ erklärte Hitler im August 1943, über seine Familiengeschichte nichts zu wissen, und bezeichnete sich als „vollkommen unfamiliäres Wesen“. Seine Beziehungen zu lebenden Verwandten waren meist von Zurückhaltung und bewusstem Abstandhalten geprägt. Als Ausnahme nennt der Artikel die Beziehung zu Angela Hitler und deren Tochter Geli Raubal, für die er die Vormundschaft übernahm.