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Exzellenzcluster Topoi
In dem Forschungscluster arbeiteten Wissenschaftler aus den Disziplinen Archäologie, Geografie, Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte, Alte Geschichte …
Inhalt6 Abschnitte
Überblick und Bedeutung
Das Exzellenzcluster 264 – Topoi („The Formation and Transformation of Space and Knowledge in Ancient Civilizations“) war ein interdisziplinärer Forschungsverbund zur Erforschung antiker Kulturen. Er entstand im Oktober 2007 aus der zweiten Runde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder und war zu gleichen Teilen an der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin angesiedelt.
Die erste Förderperiode dauerte vom 1. November 2007 bis zum 31. Oktober 2012. Im Juni 2012 wurde eine Weiterförderung bewilligt. Die zweite Förderperiode lief über weitere fünf Jahre; zugleich nennt der Artikel den 31. Oktober 2019 als ihr Ende. Nachdem 2018 der Versuch gescheitert war, die Arbeit durch einen ähnlichen Cluster fortzusetzen, hörte Topoi Ende 2019 auf zu bestehen.
Beteiligt waren Wissenschaftler aus Archäologie, Geografie, Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte, Alter Geschichte, Linguistik, Philologie, Philosophie, Theologie und Wissenschaftsgeschichte. Sprecher waren Michael Meyer für die Freie Universität Berlin und Gerd Graßhoff für die Humboldt-Universität zu Berlin.
Forschungsziele
Topoi untersuchte die vielfältigen Beziehungen zwischen Raum und Wissen in den Zivilisationen des Vorderen Orients, des Mittelmeerraums und des Schwarzmeerraums. Der betrachtete Zeitraum reichte vom sechsten Jahrtausend v. Chr. bis etwa 600 n. Chr. Räume, Raumsysteme und unterschiedliche Wissensformen wurden dabei als eng miteinander verbundene Faktoren der Entwicklung antiker kultureller Systeme verstanden.
Paradigmatische Modellstudien – also beispielhafte Untersuchungen – behandelten sowohl kleinräumige Strukturen als auch großflächige Imperien sowie Räume, die auf unterschiedliche Weise definiert und gebildet wurden. Eine zentrale Frage lautete, ob und wie Veränderungen geografischer, politischer, wirtschaftlicher, kultureller, sprachlicher und soziologischer Räume mit Veränderungen des Wissens und mit der Entwicklung verschiedener Wissenschaften zusammenhingen.
Auf dieser Grundlagenforschung sollte eine interdisziplinäre Theorie aufbauen. Sie sollte Raum als ein Element erklären, das an der Bildung und Veränderung von Kulturen und Gesellschaften der Antike mitwirkt.
Aufbau der Forschung
Der Cluster gliederte seine Arbeit in mehrere „Research Areas“ (Forschungsbereiche). Diese bestanden wiederum aus verschiedenen „Research Groups“ (Forschungsgruppen). Die Einteilung änderte sich zwischen den Förderphasen, während mehrere Bezeichnungen erhalten blieben. Zusätzliche Gruppen beziehungsweise übergreifende Themen verbanden die einzelnen Forschungsbereiche miteinander.
Erste Förderphase
In der ersten Förderphase von 2008 bis 2012 bestanden fünf Forschungsbereiche:
• Area A: Spatial Environment and Conceptual Design • Area B: Mechanisms of Control and Social Spaces • Area C: Perception and Representation • Area D: Theory and Science • Area E: The Processing of Space
Die Bereiche waren teilweise direkt miteinander vernetzt. Weitere Verbindungen entstanden durch die zentrale Area E und durch sogenannte „Cross Sectional Groups“, also bereichsübergreifende Gruppen. Forschungsfragen und Ergebnisse wurden der Öffentlichkeit in der großen Abschlussausstellung „Jenseits des Horizonts“ vorgestellt.
Zweite Förderphase und Fortführung
In der als „Topoi II (2013–2017)“ bezeichneten zweiten Förderphase gab es vier Forschungsbereiche. Drei Namen blieben unverändert:
• Area A: Spatial Environment and Conceptual Design • Area B: Constructing Historical Space • Area C: Perception and Representation • Area D: Theory and Science
Area B erhielt damit eine veränderte Bezeichnung und Ausrichtung. Sechs „Key Topics“ (Schlüsselthemen) vernetzten die Forschungen: Economy, Identities, Innovation, Mapping, Transformation und Water Management.
Über die Förderdauer hinaus sollte die Arbeit unter Beteiligung der Partnerinstitutionen in einem Berliner Antike-Kolleg fortgeführt werden, das im Mai 2011 eröffnet worden war.
Beteiligte Einrichtungen
Neben der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin gehörten die Technische Universität Berlin und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) als Partneruniversitäten zum Cluster.
Außerdem kooperierte Topoi mit außeruniversitären Einrichtungen: der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI), dem Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG) und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW).