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Excalibur (Film)

Selbst bei Dialogen kommen eher Einstellungsgrößen wie Halbtotale und Halbnah vor. Hiermit wird, der Romanvorlage folgend, der epische Charakter des Films …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Handlung
  3. 3. Gestaltung und Dramaturgie
  4. 4. Musik und Deutung
  5. 5. Entstehung, Veröffentlichung und Rezeption

Überblick und Bedeutung

Excalibur, auch Excalibur – Das Schwert des Königs, ist ein Fantasyfilm von John Boorman aus dem Jahr 1981. Der Film entstand in den USA und im Vereinigten Königreich, ist 135 Minuten lang und wurde in Deutschland ab FSK 12 freigegeben. Regie führte John Boorman, das Drehbuch schrieben John Boorman und Rospo Pallenberg. Die Musik stammt von Trevor Jones, die Kamera führte Alex Thomson.

Der Film erzählt die Artus-Legende: den Aufstieg von Artus zum König, die Gründung der Tafelrunde, den Verrat durch Lancelot und Guenevere, die Suche nach dem heiligen Gral und Artus’ Tod. Grundlage ist Thomas Malorys Roman Die Geschichte von König Artus und den Rittern seiner Tafelrunde aus dem 15. Jahrhundert, im Artikel genauer als Version von 1470 bezeichnet. Zur Vereinfachung fasst der Film die Figuren Morgana, Morgause und Nimue zu Morgan le Fay zusammen.

Excalibur war einer der erfolgreichsten Fantasy-Filme der 1980er-Jahre und gilt als stilistisches Vorbild für spätere bekannte Fantasy-Verfilmungen wie Der Herr der Ringe und Die Chroniken von Narnia.

Handlung

Zu Beginn herrscht Krieg um die Macht im Land. Uther Pendragon erhält von Merlin das magische Schwert Excalibur. Weil der Besitz dieses Königsschwertes Uther legitimiert, akzeptiert der Herzog von Cornwall ihn als König. Doch Uther begehrt Cornwalls Frau Igerne. Merlin hilft ihm, in der Gestalt Cornwalls zu ihr zu gelangen, verlangt dafür aber das Kind, das aus dieser Verbindung entstehen wird. Morgana, Igernes Tochter, erkennt den Zauber. Cornwall stirbt währenddessen im Kampf.

Neun Monate später nimmt Merlin das Kind an sich. Uther will seinen Sohn zurückholen, gerät aber in einen Hinterhalt. Sterbend stößt er Excalibur in einen Felsen und bestimmt damit, dass nur der rechtmäßige König das Schwert herausziehen kann. Jahre später zieht Artus, der von Sir Hector als Ziehsohn aufgezogen wurde, Excalibur mühelos aus dem Stein. Da viele seine Herrschaft nicht anerkennen, kommt es erneut zum Krieg. Merlin unterweist Artus: Wenn der König schwach ist, geht das Land zugrunde; wenn er stark ist, blüht es.

Artus setzt sich als König durch. Er begegnet Lancelot, einem Ritter aus Frankreich. Im Duell gegen ihn benutzt Artus Excalibur aus Stolz und Eigennutz; das Schwert zerbricht. Weil Artus seine Schuld erkennt, erneuert die Herrin vom See Excalibur. Lancelot wird Artus’ erster Ritter. Artus gründet die Tafelrunde, doch Lancelot und Guenevere verlieben sich ineinander. Obwohl Guenevere Artus heiratet, kommt es später zum Verrat. Artus findet Lancelot und Guenevere schlafend im Wald und rammt Excalibur zwischen sie in den Boden. Dadurch ist der König ohne Schwert.

Morganas Rache verschärft den Konflikt. Sie entlockt Merlin einen Zauberspruch, bannt ihn in einen Eiskristall und verzaubert Artus, sodass er glaubt, bei Guenevere zu sein. Aus dieser Verbindung entsteht Mordred. Artus wird krank, und auch das Land verfällt. Nur der heilige Gral kann noch helfen. Artus schickt die Ritter der Tafelrunde aus, um ihn zu suchen.

Parzival findet nach langer Suche das Geheimnis des Grals. Auf die Frage, wem der Gral dient, antwortet er: „Dir, mein König.“ Dann erkennt er: „Du und das Land, ihr seid eins!“ Er bringt den Gral zu Artus, der daraus trinkt und wieder zu Kräften kommt. Guenevere, die inzwischen im Kloster lebt, gibt ihm Excalibur zurück. Artus zieht gegen Mordred. Merlin erscheint nur noch als Traum und bringt Morgana dazu, ihre Zauberkraft zu verlieren. Mordred tötet seine Mutter, als er ihre wahre alte Gestalt sieht. In der letzten Schlacht tötet Artus Mordred, wird aber selbst tödlich verwundet. Er befiehlt Parzival, Excalibur in einen tiefen See zu werfen. Beim zweiten Versuch nimmt die Herrin vom See das Schwert entgegen. Parzival sieht den sterbenden Artus auf einem Boot mit drei weißgekleideten Frauen nach Avalon fahren.

Gestaltung und Dramaturgie

Der Film ist episch inszeniert. Häufig verwendet er distanzierte Einstellungen wie die Totale; Großaufnahmen sind selten. Auch Dialoge werden eher in Halbtotalen oder Halbnahen gezeigt. Die Bildkomposition erinnert an romantische Malerei und ist meist streng zentralperspektivisch. In Schlachtszenen läuft die Handlung oft gleichzeitig im Vordergrund, in der Mitte und im Hintergrund ab.

Bewegung wird meistens durch Schnitte dargestellt; Kamerafahrten und Schwenks sind selten und markieren besondere dramatische Momente. Ein Beispiel ist Igernes Tanz in Tintagel. Ein anderes Beispiel ist Parzivals Desorientierung im Wald, die durch schnelle Schwenks gezeigt wird. Parallelmontagen verbinden Gegensätze: Während Uther mit Igerne schläft, stirbt Cornwall in ähnlicher Körperhaltung. So werden Leben und Tod miteinander verknüpft.

Die Farbgestaltung folgt grob drei Phasen. Die Vorgeschichte ist von Rot, Feuer und Flammen bestimmt; damit werden Kampf, Wut und Begierde verbunden. Artus’ Aufstieg ist grün geprägt, als Zeichen für Natur, Frieden, Hoffnung und Wohlstand. Artus’ Fall und Tod stehen unter Braun, Herbst, Tod, Siechtum und Pestilenz. Diese Farben werden nicht durchgehend starr verwendet, sondern je nach Szene angepasst. Besonders wichtig ist der Zusammenhang zwischen König und Land: Wenn Artus nach dem Trinken aus dem Gral gesundet, wird auch das Land wieder fruchtbar und grün.

Die Ausstattung zeigt aufwendig gestaltete Landschaften und Wälder, oft mit intensivem Grün. Schlachtszenen enthalten viele Spezialeffekte und zeigen Blut, Verletzungen und Erschöpfung. Damit grenzt sich der Film von älteren Hollywood-Ritterfilmen ab, die Kämpfe oft unblutig und idealisiert darstellten. Die Rüstungen und Kostüme sind fantasievoll und nicht historisch genau; dadurch wird deutlich, dass Excalibur eher Fantasyfilm als reiner Ritterfilm ist. Die Innenräume, besonders der Saal mit der Tafelrunde, werden als detailliert und glaubwürdig beschrieben, während die Außendarstellung der Burgen wegen des vergleichsweise geringen Budgets zurückhaltender ausfällt.

Musik und Deutung

Der Musikeinsatz wird im Artikel mit „viel Wagner und ein wenig Orff“ beschrieben. Beim Ausritt Artus’ und seiner Ritter zum Kampf gegen Mordred erklingt Musik aus Carl Orffs Carmina Burana. Aus Werken Richard Wagners werden unter anderem ein Teil von Siegfrieds Trauermarsch aus Götterdämmerung als Hauptthema, das Vorspiel zu Tristan und Isolde als Liebesthema für Lancelot und Guenevere sowie das Vorspiel zu Parsifal als Thema für Perceval und den Gral verwendet. Das Kyrie eleison während Artus’ und Gueneveres Hochzeit symbolisiert im Zusammenhang mit Merlin und Morgana den Übergang von alten Natur- und Magievorstellungen zum Christentum.

Der Film lässt sich psychologisch und mythologisch deuten. Psychologisch wird Morganas Handeln als Rache erklärt: Sie sah als Kind den Tod ihres Vaters Cornwall und richtet ihren Hass gegen Uthers Sohn Artus und gegen Merlin. Auch Artus’ Krankheit kann psychologisch als Folge von Trauer über den Verrat durch Lancelot und Guenevere verstanden werden.

Mythologisch geht es um mehr als persönliche Konflikte. Der Gral steht für die Fruchtbarkeit des Landes, und der König ist mit dem Land verbunden. Deshalb lautet die entscheidende Erkenntnis: „Der König und das Land sind eins.“ Artus muss sich Mordred stellen, weil er den Zeitpunkt der Machtübergabe verpasst hat. Zugleich thematisiert der Film das Verschwinden der Magie aus der Welt und das Aufkommen des Christentums. Der Artikel betont aber, dass die alte Zeit der Magie nicht idealisiert wird: Die Grausamkeit der Menschen und die blutigen Schlachten zeigen, dass diese Welt nicht idyllisch ist.

Entstehung, Veröffentlichung und Rezeption

John Boorman besetzte viele damals weithin unbekannte Darsteller, die später international bekannt wurden, darunter Liam Neeson, Ciarán Hinds, Patrick Stewart und Gabriel Byrne. Der Film gilt auch als Familienprojekt, weil Boorman drei seiner vier Kinder einsetzte: Charley Boorman, Katrine Boorman und Telsche Boorman.

Ursprünglich wollte Boorman Der Herr der Ringe von Tolkien verfilmen. Wegen technischer und finanzieller Anforderungen sowie Problemen mit den Rechteinhabern kam dieses Projekt nicht zustande. Excalibur hatte am 10. April 1981 Premiere. In der Bundesrepublik Deutschland startete der Film am 29. Oktober 1981, in der DDR am 16. Mai 1986 unter dem Titel Excalibor – Das Schwert des Königs.

Excalibur war 1981 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes für die Goldene Palme als „Bester Film“ nominiert; gewonnen hat Der Mann aus Eisen von Andrzej Wajda. John Boorman wurde in Cannes für den besten künstlerischen Beitrag ausgezeichnet. Ein Jahr später erhielt Excalibur eine Oscar-Nominierung in der Kategorie „Beste Kamera“.

Die Kritiken im Artikel heben vor allem die düsteren irischen Landschaften, die mystische Atmosphäre, die bildgewaltige Gestaltung und die brillante Fotografie hervor. Zugleich wird angemerkt, dass dem Regisseur die bildhaften Effekte wichtiger seien als eine Vertiefung des geistigen Hintergrunds und des Symbolgehaltes.

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