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Eric Bibb
Eric Bibb (* 16. August 1951 in New York) ist ein US-amerikanischer Bluesmusiker und Singer-Songwriter, der fast ausschließlich mit akustischer Gitarre (und …
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Überblick und musikalisches Profil
Eric Bibb (* 16. August 1951 in New York) ist ein US-amerikanischer Bluesmusiker und Singer-Songwriter. Er tritt fast ausschließlich mit akustischer Gitarre und Hut auf und wurde mehrfach für den Handy beziehungsweise Blues Music Award nominiert. Sein Stil verbindet akustischen Blues mit Folk, Gospel, R&B und Soul. Häufig verwendet er Fingerpicking-Techniken, bei denen die Saiten mit einzelnen Fingern angeschlagen werden.
Bibb versteht sich nicht ausschließlich als Bluesmusiker. Für ihn besteht kein großer Unterschied zwischen Folk und Blues. Seine Laufbahn ist durch die Verbindung von traditionellen afroamerikanischen Musikformen, eigenen Kompositionen, akustischer Instrumentierung und internationalen Kooperationen geprägt. Er lebt mit seiner ebenfalls musizierenden Frau Ulrika in Schweden. Seine Tochter Yana ist Sängerin.
Kindheit, Ausbildung und frühe musikalische Erfahrungen
Eric Bibb ist der Sohn des Folk-Sängers und Schauspielers Leon Bibb. Er wuchs in New York in einer musikalischen Umgebung auf, die vor allem durch Folkmusik geprägt war. Dadurch kam er mit Musikern und Künstlern wie Pete Seeger, Bob Dylan und Odetta in Kontakt. Auch sein Onkel John Lewis, ein bekannter Jazz-Pianist und Komponist, beeinflusste ihn. Lewis hatte unter anderem mit Miles Davis zusammengearbeitet und spielte später lange im Modern Jazz Quartet. Er brachte Bibb besonders die Bluesmusik nahe.
Im Alter von 7 Jahren begann Bibb, Folkgitarre zu spielen. Ab seinem 13. Lebensjahr besuchte er eine High School mit künstlerischem und musikalischem Schwerpunkt. Dort lernte er zusätzlich Gesang, Kontrabass, Konzertgitarre und Klavier. Die Folkszene des Greenwich Village prägte ihn während seiner Jugend stark.
Mit 16 Jahren wurde Bibb Gitarrist in der ständigen Begleitband der TV-Talentshow Someone New seines Vaters. Später spielte er Gitarre für die Negro Ensemble Company. Zunächst studierte er Russisch und Psychologie an der Columbia University, verließ die Vereinigten Staaten jedoch 1970 ohne Studienabschluss.
Beginn und Entwicklung der Solokarriere
1970 ging Bibb nach Europa. Über Paris, wo er Mickey Baker kennenlernte, kam er nach Stockholm. Baker begeisterte ihn für das Gitarrenspiel Robert Johnsons. In Stockholm beschäftigte sich Bibb besonders mit dem Blues aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und trat regelmäßig mit eigenen Kompositionen auf.
1972 erschien in Schweden seine erste LP Ain’t It Grand. 1980 kehrte er nach New York zurück, um seine Karriere als professioneller Blues- und Folkmusiker fortzusetzen. Da der Erfolg zunächst mäßig war, ging er Mitte der 1980er Jahre nach Schweden zurück. Dort arbeitete er als Musiklehrer, trat aber weiterhin auf und war in Stockholms Weltmusikszene aktiv.
Von den 1970er bis in die 1990er Jahre veröffentlichte Bibb weitere LPs bei verschiedenen schwedischen Musiklabels, meistens beim Independent-Label Opus 3. Er arbeitete dabei unter anderem mit dem Blues-Mandolinisten Bert Deivert und der Gospelsängerin Cyndee Peters zusammen. Außerdem schrieb er im Auftrag der Bertelsmann Music Group (BMG) Songs für andere Künstler.
Erste Erfolge und kommerzieller Durchbruch
Mitte der 1990er Jahre erhielt Bibb größere öffentliche Aufmerksamkeit. Ein wichtiger Auftritt war die gemeinsame Teilnahme mit Corey Harris und Keb’ Mo’ am London Blues Festival 1996. Die Alben Spirit & The Blues (1995) und Good Stuff (1997), beide mit der Needed Times-Band, enthielten deutliche Gospel- und Folkeinflüsse. Sie waren die ersten Alben Bibbs, die mit Verzögerung auch in den USA veröffentlicht wurden.
Für seine Zusammenarbeit mit Taj Mahal und Linda Tillery auf Shakin’ a Tailfeather (1997), einer Zusammenstellung von Liedern für Kinder, erhielt Bibb eine Grammy-Nominierung. In den folgenden Jahren tourte er regelmäßig durch Nordamerika, Australien und Europa. Er trat unter anderem beim Glastonbury Festival, beim WOMAD und in der Royal Albert Hall auf. In Nordamerika tourte er beispielsweise mit Ray Charles, Etta James, Robert Cray, John Mayall und Robben Ford. Weitere Aufnahmen entstanden mit Gastmusikern wie Pops und Mavis Staples, Bonnie Raitt, Ruthie Foster, Odetta, Guy Davis, Charlie Musselwhite, Bill Lee, Mamadou Diabaté und Taj Mahal.
Der kommerzielle Durchbruch in den USA gelang ab 2005. Die Studioalben A Ship Called Love (2005), Diamond Days (2007) und Get Onboard (2008) verkauften sich gut und erreichten jeweils vordere Plätze in der Kategorie Top Blues Albums der Billboard Charts. Lieder dieser Alben wurden unter anderem im Film Gospel Hill und in der Fernsehserie The District verwendet.
Das im Januar 2010 veröffentlichte Album Booker’s Guitar widmete Bibb der Blueslegende Booker White. Der Titelsong wurde auf einer Resonatorgitarre aus den 1930er Jahren eingespielt, die Booker White gehört haben soll. Das Album enthält 13 Eigenkompositionen sowie eine Interpretation des Folk-Traditionals Wayfaring Stranger und eine Coverversion von Blind Willie Johnsons Nobody’s Fault But Mine. Die Stücke sind überwiegend vom akustischen, klassischen Delta-Blues der Vorkriegszeit inspiriert, werden aber modern im Stil Bibbs interpretiert. Anders als bei Get Onboard ist Bibbs Gesang und Gitarrenspiel nur auf einigen Titeln durch das Mundharmonikaspiel von Grant Dermody ergänzt. Booker’s Guitar erreichte Platz 1 der Kategorie Top Blues Albums der Billboard Charts und führte zu zwei weiteren Nominierungen für die Blues Music Awards 2011: Best Acoustic Blues Album und Best Acoustic Blues Artist.
Ausgewählte Veröffentlichungen
Zu Bibbs Veröffentlichungen gehören frühe Alben wie Ain’t It Grand (1972), Rainbow People (1977), Golden Apples of the Sun (1981) und Hello Stranger (1983). In den 1990er und 2000er Jahren folgten unter anderem Spirit & the Blues (1995), Good Stuff (1997), Home to Me (1999), Roadworks (2000), Painting Signs (2001), Natural Light (2003), A Family Affair (2004) mit Leon Bibb, Eric Bibb, a Retrospective (2006), Diamond Days (2007), Get Onboard (2008) und Booker’s Guitar (2010).
Zu den späteren Veröffentlichungen zählen Deeper in the Well (2012), Brothers in Bamako (2012) mit Habib Koité, Jericho Road (2013), Blues People (2014), Lead Belly’s Gold (2015) mit Jean-Jacques Milteau, The Happiest Man In The World (2016), Migration Blues (2017), Global Griot (2018), Dear America (2021), Ridin’ (2023), In the Real World (2024) und One Mississippi (2026). Migration Blues war für einen Grammy in der Kategorie Best Traditional Blues Album nominiert.
Auch Live-Veröffentlichungen spielen eine Rolle. An Evening with Eric Bibb ist ein Live-Album, das im März 2002 in Sydney, Australien, aufgenommen wurde. Live à FIP enthält zwei Livesessions aus dem Jahr 2008 mit unterschiedlicher Bandbesetzung, aufgenommen beim Pariser Hörfunksender FIP. Dear America erreichte in Deutschland Platz 92 der Albumcharts und war am 17. September 2021 für eine Woche gelistet.
DVD und ergänzende Veröffentlichung
Die DVD Live at the Basement wurde im März 2002 in Sydney, Australien, aufgenommen. Up Close with Eric Bibb entstand 2005 im Musikclub The Basement in Sydney. Als ergänzendes Veröffentlichungsformat erschien Guitar Tab Songbook, Volume 1 (2015) zusammen mit CD, DVD und CD-ROM.