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30-Grad-Regel
andere Einstellungsgrössen wie Halbnahe, Nahaufnahme, Großaufnahme in Folge. Da das menschliche Hirn an Durchgängigkeit glaubt, werden unbewusst Brücken gebaut.
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Kernaussage der 30-Grad-Regel
Die 30-Grad-Regel ist eine Schnittregel im Film. Eine Einstellung soll gegenüber der vorhergehenden Einstellung um mindestens 30 Grad verändert aufgenommen werden, bezogen auf die Achse zwischen Kamera und Bildinhalt, die „Kameraachse“. So entsteht ein flüssiger Schnitt, der nicht sprunghaft wirkt.
Die Regel gehört zu den Stilmitteln des unsichtbaren Schnitts. Dabei werden Übergänge zwischen Einstellungen mit vergleichbarem Bildinhalt so gestaltet, dass das menschliche Hirn sie nicht wahrnimmt. Gleichzeitig muss ein Achsensprung vermieden werden.
Wirkung und Beispiele
Deutlich verschiedene Blickwinkel werden nach Pavel Sokolov paradoxerweise weniger stark als Wechsel erkannt, während ähnliche Einstellungsgrößen und Kameraperspektiven als Bildsprung wahrgenommen werden können. Das Gehirn nimmt eine Handlung als ununterbrochen wahr, wenn der Wechsel offensichtlich ist, etwa durch einen anderen Blickwinkel auf dieselbe Szene oder dieselben Handelnden oder durch unterschiedliche Einstellungsgrößen wie Halbnahe, Nahaufnahme und Großaufnahme.
Fast identische Einstellungen direkt hintereinander lenken dagegen ab und können als Fehler wirken. Ein springender Schnitt (Jump Cut) kann jedoch bewusst als Stilmittel eingesetzt werden. Ein bekanntes Beispiel sind die von Jean-Luc Godard verwendeten Jump Cuts in „Außer Atem“ (À bout de souffle) von 1959.