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Echo Park (Los Angeles)
Nachdem es ab den 1950ern verwahrloste und zeitweilig als Gang-Gebiet galt, findet dort seit den 2000ern Gentrifizierung statt. Ein Teil des Viertels …
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Überblick, Lage und Gliederung
Echo Park ist ein Stadtviertel von Los Angeles nördlich von Downtown und westlich von Chinatown. Es gruppiert sich um den Echo Park mit seinem künstlich angelegten See. Dessen akustischer Echoeffekt gab dem Viertel seinen Namen. Angrenzende Stadtteile sind Westlake im Südwesten, Silver Lake im Nordosten sowie Elysian Park, Elysian Valley und Glassell Park.
Das Viertel umfasst vier unterschiedliche Distrikte. Angelino Heights liegt östlich des Sees und nördlich des 101 Freeways. Das dreieckige Gebiet mit etwa 500 Haushalten besitzt zahlreiche historische Häuser, besonders im viktorianischen Stil. Die seit den 1970er-Jahren betriebene Erhaltung der Bausubstanz führte 1983 zur Ausweisung als erste Historic Preservation Overlay Zone der Stadt Los Angeles, also als Gebiet mit besonderen Denkmalschutzregeln. Die Carrol Avenue gehört zum National Register of Historic Places.
Elysian Heights im Norden ist durch steile Hügel und Canyons geprägt. Dort liegen drei der steilsten Straßen von Los Angeles, darunter die früher als automobile Demonstrationsstrecke genutzte Baxter Street. Der Distrikt gehörte einst zu Edendale, einem frühen Zentrum der Filmindustrie. Historic Filipinotown wurde 2002 auf Antrag des damaligen Ratsmitglieds Eric Garcetti offiziell ausgewiesen und ist die einzige offiziell als philippinische Enklave in den USA anerkannte Gegend. Philippino-Amerikaner stellen dort etwa ein Viertel der Bevölkerung; dennoch gilt der Distrikt als kulturelles Zentrum dieser Bevölkerungsgruppe im Großraum Los Angeles. Victor Heights war ab 1890 ein italienisches Einwanderungsgebiet und Teil des früheren „Little Italy“ von Los Angeles. Heute ist es unter anderem für freilebende Pfauen bekannt.
Naturraum, Untergrund und Bevölkerung
Entlang des Sunset Boulevard, der die Grenze zu Silver Lake bildet, besteht der Untergrund aus Sandstein. Beim Bau der Straße wurden die Hügel durchschnitten. Die dadurch entstandenen Sandsteinwände können kollabieren; außerdem besteht Steinschlaggefahr. Durch Echo Park verläuft die 1992 entdeckte seismische Verwerfung Echo Park Fault.
Unter Echo Park lag ein großes Ölfeld, das sich bis unter Westlake und Koreatown erstreckte. Seine Erschließung begann mit Edward Dohenys erster Ölbohrung und dauerte im Wesentlichen bis in die 1950er-Jahre. Hunderte unkontrolliert angelegte und heute nicht mehr genau bekannte Ölquellen blieben zurück und können weiterhin Gesundheitsrisiken verursachen. In Echo Park findet noch heute Ölförderung statt.
Bei der Volkszählung von 2000 wurden 40.455 Einwohner gezählt; das L.A. Department of City Planning schätzte die Einwohnerzahl 2008 auf 43.832. Latinos bildeten mit 64 % die größte ethnische Gruppe, gefolgt von Menschen asiatischer Herkunft mit 18,8 % und Weißen mit 12,9 %. Der Anteil der außerhalb der Vereinigten Staaten Geborenen lag bei 53,1 %. Das durchschnittliche Jahreseinkommen betrug 37.708 US-Dollar und war gegenüber dem Durchschnitt von Los Angeles und der USA niedrig. 46,8 % der Erwachsenen waren nie verheiratet; damit hatte Echo Park den höchsten entsprechenden Anteil im Los Angeles County. Seit den 2000er-Jahren erlebt das Viertel eine zunehmende Gentrifizierung, also eine soziale und bauliche Aufwertung, die häufig mit dem Zuzug einkommensstärkerer Menschen verbunden ist.
Entstehung und Entwicklung
Von 1868 bis 1870 legte die private Los Angeles Canal and Reservoir Company ein Trinkwasserreservoir an, um das zuvor unerschlossene Gebiet für Grundstückskäufer attraktiver zu machen. Dafür wurde der meist trockene Wasserlauf Arroyo de Los Reyes aufgestaut und ein Kanal vom Los Angeles River zum Becken geführt. Der entstandene See hieß Reservoir No. 4 und war damals das größte Gewässer innerhalb des Stadtgebiets von Los Angeles. Weil der erwartete wirtschaftliche Erfolg ausblieb, übergab die Gesellschaft das Reservoir im Mai 1891 an die Stadt. Am 26. Februar 1892 wurde das Gelände offiziell als Echo Park eingeweiht.
Unter der Leitung von Joseph Henry Tomlinson entstand anschließend ein Englischer Park. Eine Insel wurde im See aufgeschüttet, durch zwei rustikale Brücken mit dem Ufer verbunden und durch ein Bootshaus im viktorianischen Stil ergänzt. Diese Arbeiten waren 1895 abgeschlossen; 1899 erweiterte die Stadt den Park bis zur Temple Street. Eisenbahnstrecken, die E. C. Burlingame in den 1880er- und 1890er-Jahren durch die Sandsteinhügel schneiden ließ, entwickelten sich später zum Sunset Boulevard.
Ebenfalls 1892 bohrte Edward Doheny an der heutigen Stelle des Echo Park Deep Pool, 1419 Colton Street, die erste Ölquelle. Sie leitete den Ölboom ein, der wesentlich dazu beitrug, Los Angeles zur Großstadt zu machen. Nachdem mit der Parkeinweihung ein zuvor bestehendes Überflutungsrecht der Stadt als Hindernis für die Bebauung weggefallen war, begann der Grundstücksverkauf. Der eigentliche Bauboom setzte jedoch erst in den 1920er-Jahren ein. Es entstanden vor allem Häuser im spanischen Stil, eine Bibliothekszweigstelle und 1923 der im Art-déco-Stil errichtete Angelus Temple. Die Weltwirtschaftskrise beendete den Boom 1929.
Ab 1910 ließen sich im damals selbstständigen Edendale Studios der Stummfilmzeit nieder. Teile dieses früheren Stadtteils gehören heute zu Echo Park und Silver Lake. Mack Sennett gründete 1912 im heutigen Echo Park die Keystone Studios, bei denen unter anderem Charlie Chaplin seine Karriere begann. In den 1920er-Jahren wanderten die Studios aus Edendale ab. Öffentliche Bauprojekte während der Wirtschaftskrise brachten 1932 ein neues Bootshaus im spanischen Stil und 1934 die von Ada May Sharpless im Art-déco-Stil gestaltete Statue Reina de Los Angeles hervor, die besser als Lady of the Lake bekannt ist.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war Echo Park ein beliebtes Ausflugsziel. Danach setzte ein Niedergang ein: Der Bau des Hollywood Freeway von 1944 bis 1950 durchschnitt das Parkgelände und trennte Fußwege nach Downtown ab. 1955 stellte die Pacific Electric Railroad den Bahnverkehr nach Echo Park ein. Das Sylmar-Erdbeben verursachte 1971 Schäden; unter anderem musste die damalige Bibliothek im Park abgerissen werden. Niedrige Mieten machten das vernachlässigte Viertel für Migrantenfamilien der Arbeiterklasse attraktiv. Seit den 1950er-Jahren wurden Gangaktivitäten beobachtet, die besonders von den 1970er- bis in die 1990er-Jahre stark waren. 2013 wurde gegen sechs örtliche Gangs eine Gangsperrzone erlassen. Zusammen mit der zunehmenden Gentrifizierung ging die Gangaktivität dadurch stark zurück.
Bildung und kulturelle Einrichtungen
Echo Park besitzt fünf öffentliche Grundschulen, zwei als Charter Schools geführte Grundschulen und zwei private Grundschulen. Charter Schools sind öffentlich finanzierte Schulen, die auf Grundlage einer besonderen Vereinbarung eigenständiger organisiert werden. Mit der School for the Visual Arts and Humanities gibt es außerdem eine High School im Viertel.
Die Öffentliche Bibliothek von Los Angeles betreibt zwei Zweigstellen. Die Echo Park Branch Library liegt in Historic Filipinotown und besitzt unter anderem eine Sammlung zur Kultur der Philippinen und zur Geschichte der Philippino-Amerikaner. Sie ist zudem Treffpunkt des Aphasia Book Club, des ersten nordamerikanischen Buchklubs für Menschen mit Aphasie, einer erworbenen Sprachstörung. Die Edendale Branch Library am Sunset Strip erinnert mit ihrem Namen an das frühere Künstler- und Filmviertel Edendale.
Mehrere kleine Museen ergänzen das kulturelle Angebot. Das Heritage Square Museum behandelt die Geschichte Südkaliforniens vom Bürgerkrieg bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Die Tom of Finland Foundation unterhält im früheren Wohnhaus des Künstlers Tom of Finland eine Sammlung erotischer Kunst. Das private Museum 3D Space wurde im Sommer 2018 eröffnet und widmet sich der Technik und Kunst dreidimensionaler Darstellung; seine Ausstellung wechselt alle zwei bis drei Monate.
Film, Fernsehen und Musik
Echo Park ist wegen seiner Verbindung zur frühen Filmindustrie und seiner zahlreichen Drehorte kulturgeschichtlich bedeutsam. Bereits in der Stummfilmzeit diente der See als Kulisse. Den Keystone Studios wurde das Drehen dort zeitweise untersagt, weil bei den Aufnahmen zu viele Blumen im Park zerstört worden waren. Auch später entstanden im Viertel zahlreiche Filme, Fernsehszenen und Musikvideos. In der Carrol Avenue wurde unter anderem Michael Jacksons Musikvideo „Thriller“ gedreht; auch Madonna nutzte Echo Park als Drehort. Das Cover des Albums „Meets the Rhythm Section“ des Jazzsaxofonisten Art Pepper wurde an der Baxter Street fotografiert. Das in der Fernsehserie „Charmed – Zauberhafte Hexen“ gezeigte Wohnhaus der Hauptfiguren steht ebenfalls in der Carrol Avenue.
Mehrere Spielfilme beschäftigen sich unmittelbar mit dem Viertel und seinen Bewohnern. Robert Dornhelms „Echo Park“ von 1986 schildert Menschen aus der Nachbarschaft. Allison Anders’ „Mi Vida Loca“ von 1993 handelt von einer Mädchengang in Echo Park, wo die Regisseurin damals lebte. Amanda Marsalis’ „Echo Park“ von 2016 erzählt Episoden aus dem Leben des dort lebenden Drehbuchautors und Hauptdarstellers Anthony Okungbawa. Nathaniel Lezras „In Echo Park“ von 2018 stellt das Leben mehrerer Bewohner des Stadtteils dar.