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Drogentod
Der Drogentod wird häufig direkt durch eine Überdosis verursacht, seltener indirekt durch Unfälle unter Substanzeinfluss. Die mit Abstand tödlichsten illegalen …
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Begriff und Ursachen
Ein Drogentod oder Rauschgifttod ist ein Tod durch den Konsum illegaler Drogen. Todesfälle durch legale Drogen wie Tabak, Alkohol oder Medikamente werden üblicherweise nicht so bezeichnet, obwohl sie deutlich häufiger sind. Für Deutschland nennt der Artikel für 2011 etwa 1.000 Drogentote, über 70.000 Todesfälle infolge von Alkoholmissbrauch und über 110.000 infolge des Tabakrauchens.
Häufige unmittelbare Ursache ist eine Überdosis; seltener führen Unfälle unter Substanzeinfluss zum Tod. Besonders tödlich sind in Deutschland, den USA und vielen weiteren westlichen Industrienationen Opioide, etwa Heroin. Es folgen Kokain/Crack und Crystal Meth. Ketamin, Ecstasy und Speed führen deutlich seltener zu tödlichen Überdosierungen; Cannabis und Psychedelika nie.
Deutschland: Zahlen und erfasste Substanzen
Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte 2023 in Deutschland 2.227 drogenbedingte Todesfälle. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Erfassung 1973. Die Inzidenz, also die Zahl der Fälle bezogen auf die Bevölkerung, betrug 2,64 pro 100.000 Einwohner und war nach 1991 die zweithöchste.
Fast 83 % der im BKA erfassten Verstorbenen waren männlich; dieser Anteil ist seit Jahrzehnten weitgehend konstant. Das mediane Alter, bei dem die Hälfte der Personen jünger und die andere Hälfte älter ist, lag bei 41 Jahren, ohne wesentlichen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Die BKA-Datenbank unterschätzt die Zahl und erfasst Todesfälle durch drogenbedingte Folgeerkrankungen nicht.
Bei 23 % der Todesfälle war nur eine Substanz beteiligt, bei 66 % mindestens zwei Substanzen; bei 10 % blieb dies unbekannt. In 56 % der Fälle war mindestens ein Opiat oder Opioid beteiligt, darunter bei 32 % Heroin oder Morphin und bei 29 % ein Substitutionsmittel, meist Methadon. Bei 76 % wurde mindestens ein Nicht-Opioid nachgewiesen; bei 27 % Kokain/Crack.
Erfassung in Deutschland
Nach der polizeiinternen Dienstvorschrift PDV 386 von 1979 besteht eine Meldepflicht bei Todesfällen mit einem kausalen, also ursächlichen, Zusammenhang zum missbräuchlichen Konsum von Betäubungs- und Ausweichmitteln. Als Drogentote werden statistisch erfasst:
- beabsichtigte oder unbeabsichtigte Überdosierungen mit Organversagen durch akute Vergiftung;
- Todesfälle nach langzeitigem Missbrauch, etwa durch Langzeitschäden, drogentoxische Schädigungen, verminderte Abwehrkräfte, Streckungsmittel sowie Erkrankungen und Infektionen durch intravenöse Anwendung, Hepatitis C oder HIV;
- Selbsttötungen aus Verzweiflung über die Lebensumstände oder unter Entzugserscheinungen, soweit sie nicht durch Überdosierung erfolgen;
- tödliche Unfälle unter Drogeneinfluss, besonders im Straßenverkehr.
Die Datenerfassung ist problematisch, weil die Polizei die Drogentotenmeldungen nach dieser Vorschrift verarbeitet, während statistische Landesämter zunächst Daten aus dem Gesundheitswesen verwenden.
Österreich, Schweiz und Europäische Union
In Österreich weist die Tabelle für 2007 bis 2023 175 bis 256 drogenbezogene Todesfälle jährlich aus: Der niedrigste genannte Wert liegt bei 122 im Jahr 2014, der höchste bei 256 im Jahr 2023. Im selben Jahr wurden 205 Todesfälle durch Obduktion verifiziert. Die Zahl der obduktionsverifizierten Fälle betrug in der Tabelle beispielsweise 163 im Jahr 2003 und 195 im Jahr 2022.
In der Schweiz sank die Zahl der Drogentoten von 376 im Jahr 1995 auf 121 im Jahr 2012. Danach schwankte sie; 2023 wurden 192 und 2024 188 Tote angegeben.
Viele Staaten der Europäischen Union verwenden einen konkreten medizinischen Begriff und internationale Kodierungsverfahren wie ICD-10. Im Jahr 2000 gab es in der gesamten EU 8.838 Drogentote. Bei rund 500 Millionen Einwohnern entsprach dies etwa 2 Drogentoten je 100.000 Einwohner und Jahr beziehungsweise 0,002 %.
Vereinigte Staaten und Russland
In den USA gab es im Jahr 2000 etwa 17.000 Drogentote. Während der „drug crisis“ stieg die Zahl auf 47.000 im Jahr 2014, 52.000 im Jahr 2015 und etwa 59.000 im Jahr 2016. Als Hauptursache betrachtet der Artikel den starken Anstieg von Abhängigkeiten von verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln und Heroin. 2015 starben 33.000 Menschen durch Opioide. Die zunehmende Verbreitung illegal hergestellter Fentanyl-Präparate, darunter Carfentanyl, soll die Lage 2016 zusätzlich verschärft haben.
2017 starben in den USA etwa 72.000 Menschen an Rauschdrogen, darunter etwa 30.000 an Opioiden. Das entsprach ungefähr 22 Personen je 100.000 Einwohner. Die Todesfälle konzentrierten sich auf bestimmte Gruppen: In West Virginia gingen 2015 etwas mehr als 3 von 100 Todesfällen auf Drogenüberdosierungen zurück; bei weißen Männern zwischen 15 und 34 Jahren waren es 28 von 100 Todesfällen.
Der Chef der russischen nationalen Drogenkontrollbehörde, Viktor Iwanow, nannte im Dezember 2010 für Russland 100.000 Drogentote und fünf Millionen Rauschgiftsüchtige. Bei rund 140 Millionen Einwohnern entspräche dies jährlich 70 Drogentoten je 100.000 Einwohner oder 0,07 %.