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Die Französische Revolution

Die Französische Revolution (Originaltitel: La Révolution française) ist ein zweiteiliger, als Historiendrama konzipierter monumentaler Spielfilm, der die …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Film und Bedeutung
  2. 2. Vom Ancien Régime zur Republik
  3. 3. Terrorherrschaft und Ende Robespierres
  4. 4. Deutsche Fernsehfassung
  5. 5. Historische Darstellung und zentrale Figuren

Film und Bedeutung

„Die Französische Revolution“ (Originaltitel: „La Révolution française“) ist ein zweiteiliges Historiendrama aus dem Jahr 1989. Der monumentale Spielfilm zeichnet die maßgeblichen ersten fünf Jahre der Französischen Revolution von 1789 bis 1794 chronologisch nach. Mit einer Länge von 351 Minuten behandelt er die Revolution nicht nur anhand einzelner Episoden oder Biografien, sondern als mehrjährigen politischen und gesellschaftlichen Prozess.

Der Film entstand zum 200. Jahrestag des Revolutionsbeginns als Gemeinschaftsproduktion aus Frankreich, Italien, der Bundesrepublik Deutschland, Kanada und Großbritannien. Alexandre Mnouchkine leitete die Produktion. Robert Enrico führte beim ersten Teil „Jahre der Hoffnung“ Regie, Richard T. Heffron beim zweiten Teil „Jahre des Zorns“. Mit Kosten von etwa 50 Millionen US-Dollar galt das Werk damals als teuerstes Filmprojekt Europas. Trotz der internationalen Besetzung blieb es beim Publikum wenig beachtet und wirtschaftlich erfolglos.

Vom Ancien Régime zur Republik

1788 leidet das französische Volk unter Armut und Hunger, während der Adel in Luxus lebt. Wegen der hohen Staatsschulden beruft König Ludwig XVI. für 1789 die Generalstände aus Adel, Klerus und Bürgern nach Versailles ein. Der Dritte Stand fordert politische Mitsprache und Reformen. Unterstützt von Teilen des Klerus erklärt er sich zur Nationalversammlung. Als der König die Abgeordneten aussperrt, leisten sie im Ballhaus den Schwur, erst nach der Schaffung einer Verfassung auseinanderzugehen.

Der Aufmarsch königlicher Truppen verschärft die Unruhe. Mit dem Sturm auf die Bastille beginnt die offene Revolution. Ludwig XVI. muss die Nationalversammlung anerkennen. Gleichzeitig richten sich ländliche Aufstände während der „Grande Peur“ gegen Adel und Klerus. Die Nationalversammlung beseitigt unter anderem Feudalherrschaft, Leibeigenschaft, ständische Vorrechte und politische Unfreiheit. Es folgt die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte.

Innerhalb der Revolution entsteht ein Konflikt zwischen Anhängern einer konstitutionellen Monarchie, also einer durch eine Verfassung begrenzten Königsherrschaft, und Befürwortern einer Republik. Honoré de Mirabeau warnt, ohne Gewaltenteilung zwischen Nationalversammlung und einem König mit Vetorecht könne an die Stelle der absoluten Monarchie eine vom Volkszorn getragene parlamentarische Diktatur treten.

Nach dem Marsch der Pariser Frauen auf Versailles scheitert die Flucht der Königsfamilie. Eine republikanische Demonstration des Club des Cordeliers endet im Massaker auf dem Marsfeld. Der Erste Koalitionskrieg gegen die von der Revolution bedrohten Nachbarstaaten und der Verdacht einer Zusammenarbeit Ludwigs XVI. mit den Royalisten führen zum Sturm auf den Tuilerien-Palast. Die Königsfamilie wird festgesetzt, die Monarchie abgeschafft und die Erste Französische Republik ausgerufen. Im Septembermassaker von 1792 zeigt sich die weitere Radikalisierung der Revolution.

Terrorherrschaft und Ende Robespierres

Danton, Maximilien de Robespierre, Jean-Paul Marat, Louis Antoine de Saint-Just und andere Revolutionäre treiben den Prozess gegen Ludwig XVI. voran. Der König wird schuldig gesprochen und im Januar 1793 hingerichtet. Frankreich befindet sich nun nicht nur mit Österreich und Preußen, sondern auch mit Spanien, Großbritannien und den Niederlanden im Krieg. Den Aufstand in der Vendée schlagen die Revolutionäre mit äußerster Gewalt und Tausenden Opfern nieder.

In Paris gehen die radikalen Republikaner gegen die gemäßigten Girondisten vor; deren führende Vertreter werden verhaftet und hingerichtet. Die Girondistin Charlotte Corday ermordet daraufhin Marat in seiner Badewanne. Auch Marie-Antoinette wird wegen einer angeblichen Verschwörung gegen die Revolution verurteilt und öffentlich guillotiniert.

Robespierre gelangt zu der Überzeugung, revolutionäre „Tugendhaftigkeit“ könne nur zusammen mit Terror und Angst siegen. Während der Terrorherrschaft lässt er politische Gegner beseitigen: zunächst die ultraradikalen Hébertisten, später auch seine früheren Weggefährten George Danton und Camille Desmoulins. Danton und Desmoulins hatten sich wieder auf die Werte der von der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte geprägten Verfassung berufen und die Eskalation des Terrors abgelehnt.

Die wachsende Unzufriedenheit mit Robespierres diktatorischer Herrschaft führt im Juli 1794 zum Thermidorianer-Putsch. Saint-Just und Robespierre werden guillotiniert. Der Film endet mit Dantons Angehörigen, die in einer Kirche Kerzen entzünden. Aus dem Off würdigt Danton die Abschaffung von Privilegien und ungerechtfertigten Herrschaftsrechten, die Gleichheit der Menschen und die Freiheit als bleibende Verdienste der Revolution.

Deutsche Fernsehfassung

Für das deutsche Fernsehen wurde der Film in vier Teile zu jeweils 90 Minuten gegliedert:

• „Jahre der Hoffnung I“ behandelt 1788 und 1789: Finanz- und Gesellschaftskrise, Generalstände, Ballhausschwur, Nationalversammlung, Sturm auf die Bastille, Menschen- und Bürgerrechte sowie den Frauenmarsch nach Versailles.

• „Jahre der Hoffnung II“ reicht von Ende 1789 bis August 1792: Umzug der Königsfamilie in den Tuilerien-Palast, Verfassung von 1791, Fluchtversuch des Königs, Massaker auf dem Marsfeld, Beginn des Ersten Koalitionskriegs, Tuileriensturm und Absetzung Ludwigs XVI.

• „Jahre des Zorns I“ schildert August 1792 bis Oktober 1793: Inhaftierung der Königsfamilie, Septembermassaker, Kanonade von Valmy, Gründung der Republik, Prozess und Hinrichtung des „Bürgers Louis Capet“, Beginn der jakobinischen Schreckensherrschaft, Ausschaltung der Girondisten, Ermordung Marats und Prozess gegen Marie-Antoinette.

• „Jahre des Zorns II“ umfasst Oktober 1793 bis Juli 1794: Hinrichtung Marie-Antoinettes, Konflikt zwischen Dantonisten und Robespierristen, Tod Dantons und Desmoulins sowie Sturz und Hinrichtung Saint-Justs und Robespierres.

Historische Darstellung und zentrale Figuren

Der Film bemüht sich um eine im Wesentlichen faktenbezogene und detailgetreue Darstellung der Ereignisse von der im August 1788 angekündigten Einberufung der Generalstände bis zur Hinrichtung Robespierres Ende Juli 1794. Massenszenen wie Demonstrationen, Tumulte, Gefechte und Schlachten sowie historisch gestaltete Kostüme, Masken und Kulissen sollen die Atmosphäre der Zeit veranschaulichen. Politische Reden und Debatten erklären die Positionen der Beteiligten; private Dialoge zeigen zusätzlich ihre Beziehungen, Stärken und Schwächen.

Die Figuren werden nicht einfach in „gut“ und „böse“ eingeteilt. Der Film versucht, sowohl unterschiedliche revolutionäre Gruppen als auch ihre Gegner nachvollziehbar darzustellen. Zu den wichtigsten Lagern gehören konstitutionelle Monarchisten wie Mirabeau und La Fayette, gemäßigte Republikaner wie die Girondisten sowie radikale Republikaner. Letztere zerfallen unter anderem in Dantonisten, Robespierristen und die ultraradikalen Hébertisten.

Die dramaturgische Rahmenhandlung folgt besonders der Beziehung zwischen Robespierre und seinem Jugendfreund Camille Desmoulins. Anfangs arbeiten beide als Wortführer der Revolution zusammen. Später nähert sich Desmoulins Danton an und wendet sich gegen die Terrorherrschaft, während Robespierre sie im Namen der revolutionären „Tugendhaftigkeit“ verschärft. Danton und Desmoulins werden hingerichtet; kurz danach fällt Robespierre selbst der von ihm mitgetragenen Gewaltpolitik zum Opfer.

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