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Die Französische Revolution - Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte [Geschichte im Überblick]

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  1. Hey zusammen und willkommen zu diesem neuen Explainer. Heute schauen wir uns ein Thema an, das wir eigentlich alle aus dem Geschichtsunterricht kennen, das
  2. aber eine echt faszinierende und oft sehr sorgfältig verborgene Schattenseite hat. Wir reden über die französische Revolution und zwar über die versteckten
  3. Ausschlüsse hinter diesen großen glänzenden Versprechen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Unser Ziel heute ist es, euch allumfassend über die
  4. Themen in den historischen Quellen zu informieren und am Ende auch ein paar wirklich hilfreiche Tipps für unsere heutige Zeit mitzugeben. Bevor wir aber
  5. in die Straßen des revolutionären Paris abtauchen, noch ein ganz kurzer Hinweis. Wenn euch dieser Explainer gefällt, lasst doch gerne direkt jetzt ein Like
  6. und ein kostenloses Abo da. Das hilft uns extrem weiter. Wir haben heute richtig viel vor. Unsere Agenda lautet erstens die Versprechen der Revolution,
  7. zweitens die Grenzen der Gleichheit, drittens Olympedegusischs Kampf, viertens die haitianische Revolution und fünftens dann unser Fazit mit den
  8. hilfreichen Tipps. Also verlieren wir keine Zeit und legen direkt los. Abschnitt 1: Die Versprechen der Revolution, die universellen Ideale von
  9. 1789. Wir schreiben das Jahr 1789. Das absolutistische Ania Regime in Frankreich mit seinem extrem starren, ja
  10. fast schon erstickenden Klassensystem steht kurz vor dem Kollaps. Die Luft auf den Straßen knistert regelrecht vor Aufbruchsstimmung und die universellen
  11. Ideale der Aufklärung beginnen, ein ganzes Land zu elektrisieren. Die [schnauben] Vorstellung, dass eine gerechtere Welt tatsächlich möglich ist,
  12. reißt die Menschen einfach mit. Einer der absoluten Funken, der dieses intellektuelle Feuer so richtig entfachte, war dieses berühmte Pampflet
  13. von Abess. Er stellte darin eine wahnsinnig simple, aber völlig radikale Frage. Was ist der dritte Stand? Seine Antwort: Alles. Was war er bisher?
  14. Nichts. Was fordert er? Etwas zu werden? Wenn man sich das Titelblatt mal anschaut, das Getreide und das Brot repräsentieren den dritten Stand. Das
  15. waren die Leute, die die gesamte körperliche Arbeit leisteten und die Gesellschaft ernährten. Si lieferte der Revolution damit einen riesigen
  16. intellektuellen Antrieb. Seine glasklare Argumentation war: "Die einfache Bevölkerung ist die wahre Nation." Okay, lasst uns da direkt mal eintauchen.
  17. Schaut euch diesen mächtigen Satz aus dem allerersten Artikel der Erklärung der Menschen und Bürgerrechte vom August 1789 an. Das war stark von der
  18. amerikanischen Unabhängigkeitserklärung inspiriert und setzte eine völlig neue universelle Basislinie für Freiheit und Gleichheit. Auf dem Papier hieß das:
  19. "Egal in welche Familie du hineingeboren wirst, egal woher du kommst, deine Rechte sind universell und angeboren." Das Klang nach einem gewaltigen Triumph
  20. für die gesamte Menschheit, oder? Aber Abschnitt 2, die Grenzen der Gleichheit, das Kleingedruckte der Verfassung von 1791.
  21. Hier stoßen wir nämlich auf das große Paradox dieses ganzen Fortschritts, denn als es 1791 dann darum ging, diese glühenden Versprechen in eine handfeste
  22. juristische Verfassung zu gießen, offenbarte sich eine komplett andere, sehr exklusive Realität. Diese wunderschöne universelle Sprache von
  23. 1789 bekam plötzlich extrem viel kleingedrucktes. Der springende Punkt ist dieses sogenannte Zensuswahrecht,
  24. das wir hier sehen. Die Revolutionäre haben die Gesellschaft kurzerhand in zwei Klassen unterteilt. Aktivbürger und Passivbürger. Aktivbürger durften
  25. wählen, aber wer war das? Ausschließlich Männer über 25, die eine bestimmte Steuersumme zahlten. Also im Grunde Leute mit Geld. Es ist schon eine
  26. absolute Ironie der Geschichte. Der Großteil der Bevölkerung, der eben noch auf den Straßen gekämpft und die Bastil gestürmt hatte, die Armen, Frauen, junge
  27. Männer unter 25, wurde als Passivbürger von jeglicher politischer Mitsprache systematisch ausgeschlossen. Von der großen universellen Gleichheit war in
  28. der Praxis plötzlich gar nicht mehr so viel übrig. Was uns zu Abschnitt 3 bringt? Olymp de Guges Kampf, die Forderung nach Frauenrechten.
  29. Historische Quellen zeigen ganz klar, die marginalisierten Gruppen haben diesen Verfassungsbetrug natürlich sofort durchschaut. Vor allem die
  30. Frauen, die beim legendären Marsch auf Versaill die Revolution extrem aktiv vorangetrieben hatten, wehrten sich wehement dagegen, plötzlich wieder als
  31. unsichtbare passive Subjekte abgetan zu werden. An vorderster Front stand dabei diese Vordenkerin Olympe de Gou und was sie machte, war strategisch einfach
  32. genial. Seht ihr den Vergleich hier? Sie schnappte sich die hochgelobte männliche Erklärung von 1789, spiegelte exakt deren Struktur und
  33. schrieb die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin. Damit hat sie die Heuchelei der männlichen Revolutionäre komplett entlarft. Sie sagte quasi, ihr
  34. kämpft zwar gegen die Privilegien des Adels, aber eure eigenen Privilegien gegenüber den Frauen, die behaltet ihr völlig unhinterfragt bei, wenn wir uns
  35. ihre Kernforderungen ansehen. Die waren radikal, detailliert und ihrer Zeit wirklich extrem weit voraus. Sie wollte nicht nur das Wahlrecht, sondern griff
  36. auch tief in das Zivilrecht ein. Sie forderte rechtliche Gleichstellung in der Ehe und das Recht, die Väter uneherlicher Kinder öffentlich benennen
  37. zu dürfen, was damals ein absolutes Tabu war. Ihr wohl berühmtestes Argument war extrem logisch. Wenn eine Frau das Recht
  38. hat, das Schaffot zu besteigen und hingerichtet zu werden, dann muss sie auch das Recht haben, die Rednertribüne zu besteigen und politisch
  39. mitzubestimmen. Tragischerweise reagierten die Machthaber auf genau diese Logik mit brutaler Repression. Sie wurde 1793
  40. unter der Guillotine hingerichtet. Gehen wir einen Schritt weiter zu Abschnitt 4. Die haitianische Revolution, der radikale Kampf für universelle Rechte.
  41. Die universellen Versprechen von 1789 ließen sich nämlich nicht einfach an den Grenzen Frankreichs aufhalten. [schnauben] Sie überquerten den Atlantik
  42. und lösten in den französischen Kolonien ein gewaltiges politisches und militärisches Erdbeben aus. Wenn wir uns diese historische Karte von Sondoming,
  43. dem heutigen Haiti anschauen, das war damals die profitabelste Kolonie Frankreichs. Sie generierte unglaublichen Reichtum, basierte aber
  44. auf gnadenloser, brutaler Sklaverei und einer extremen sozialen Hierarchie. Reiche weiße Plantagenbesitzer, freie Menschen auf Keroller und
  45. hunderttausende von entrechteten Versklaften. Diese grausame Ordnung stand natürlich in absolutem, nicht wegzudiskutierendem Widerspruch zu
  46. allem, was in Paris gerade über Menschenrechte gejubelt wurde. Auf dieser Zeitachse sehen wir, was dann passierte und das war explosiv.
  47. Beflügelt durch die Ideen der Revolution starteten die versklavten 1791 einen massiven Aufstand. Der Druck war bald so enorm, dass der Nationalkonvent in Paris
  48. 1794 faktisch gezwungen war, die Sklaverei formell abzuschaffen. Ein unfassbarer Moment. Die Dynamik vor Ort war nicht mehr aufzuhalten und gipfelte
  49. schließlich 1804 in der Gründung des unabhängigen Staates Haiti, der allerersten Nation, die von ehemals versklavten geführt wurde. Dieses Bild
  50. des brennenden CF Français zeigt unfassbar eindrucksvoll, wie gewaltsam und komplex dieser Konflikt war. Es war eben kein gemütlicher Kampf der Ideen in
  51. europäischen Salons. Es war ein physischer, extrem blutiger Kampf auf den Plantagen. Versklavte und Jean de Couur kämpften buchstäblich um ihr
  52. Überleben gegen eine Plantagenbesitzerklasse, die die ach so schönen Menschenrechte egoistisch nur für sich selbst behalten wollte. Und
  53. dieses Banner bringt es brilliant auf den Punkt. Die haitischen Freiheitskämpfer nahmen den Europäischen Universalismus einfach beim Wort:
  54. Freiheit oder Tod. Während man in Frankreich noch debattierte, für wen das Kleingedruckte gelten sollte, führten die Haitianer die erste erfolgreiche
  55. Revolte der Geschichte an, die eine Nation dauerhaft ohne das System der Sklaverei gründete. Damit sind wir bei Abschnitt 5: Fazit und hilfreiche Tipps,
  56. Lektionen für demokratische Wachsamkeit, um unsere Analyse all dieser Quellen zusammenzufassen. Die französische Revolution war definitiv ein
  57. gigantischer Meilenstein für die Menschenrechte. Gleichzeitig war sie aber auch eine absolute Meisterklasse im systematischen Ausschluss. Was lernen
  58. wir also aus diesem Paradox für uns heute? Ich habe hier ein paar wirklich hilfreiche Tipps für euch zusammengefasst. Erstens, prüft immer
  59. das Kleingedruckte. Wenn Gesetze von allen sprechen, fragt sofort, wer genau ist damit eigentlich nicht gemeint? Zweitens, die Geschichte lehrt uns,
  60. Rechte werden von den Mächtigen fast nie freiwillig verschenkt. Sie müssen hart erkämpft werden, wie bei Olymp de Gou oder in Haiti. Drittens, wir müssen
  61. aufhören Geschichte rein eurozentrisch zu betrachten und auch die globalen Dimensionen sehen. Und viertens, nutzt dieses historische Wissen einfach mal,
  62. um heutige demokratische Prozesse viel kritischer zu hinterfragen. Und genau das führt uns zur großen Preisfrage, die ihr gerne mal mit in euren Alltag nehmen
  63. könnt. Haben wir den Punkt der wahren Universalität der Menschenrechte heute tatsächlich erreicht? oder übersehen wir einfach nur das Kleingedruckte unserer
  64. eigenen Zeit? Ich hoffe, diese Explainer hat euch neue Perspektiven auf dieses wahnsinnig spannende Thema eröffnet. Wenn ihr heute etwas gelernt habt,
  65. vergesst bitte nicht ein Like dazulassen und den Kanal kostenlos zu abonnieren. Bleibt wachsam, bleibt neugierig und wir sehen uns beim nächsten Mal.

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