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Daseinsgrundfunktionen
Die Daseinsgrundfunktionen (DSGF; auch Grunddaseinsfunktionen) sind in der Sozialgeographie relevante, grundlegende menschliche Bedürfnisse und somit …
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Definition und Bedeutung
Daseinsgrundfunktionen (DSGF), auch Grunddaseinsfunktionen genannt, bezeichnen in der Sozialgeographie grundlegende menschliche Bedürfnisse und die daraus entstehenden Ansprüche an den jeweiligen Lebensraum. Das Modell dient dazu, einen Lebensraum systematisch aus der Sicht des Menschen zu beschreiben und zu analysieren. Dabei wird untersucht, inwieweit der Raum die Erfüllung menschlicher Grundbedürfnisse ermöglicht.
Alle Daseinsgrundfunktionen hängen miteinander zusammen. Obwohl das Modell die Bedürfnisse in einer objektivierten Form darstellt, unterscheidet sich ihre tatsächliche Erfüllung je nach den persönlichen Ansprüchen eines Menschen. Mithilfe der Daseinsgrundfunktionen lässt sich insbesondere der sozio-kulturelle Aspekt der drei Nachhaltigkeitsbereiche untersuchen. Eingeführt wurde das Konzept in den 1960er-Jahren durch Dieter Partzsch (1965) beziehungsweise Karl Ruppert und Franz Schaffer (1968).
Grundfunktionen
Zu den genannten Daseinsgrundfunktionen gehören:
- Wohnen
- Arbeiten
- sich versorgen, etwa mit Nahrung und Kleidung
- sich bilden
- sich erholen
- in Gemeinschaft leben
- entsorgen, seit 1979
- am Verkehr teilnehmen
- gegebenenfalls an Kommunikation teilnehmen
Die Münchner Schule der Sozialgeographie fasst sieben Grunddaseinsfunktionen zusammen: Wohnen, Arbeiten, sich erholen, sich bilden, am Verkehr teilnehmen, in Gemeinschaft leben sowie Ver- und Entsorgen. Versorgung und Entsorgung werden dabei also zu einer gemeinsamen Funktion verbunden.
Abgrenzungen
Die Teilnahme an Kommunikation wird nicht immer als eigene Daseinsgrundfunktion betrachtet. Teilweise gilt sie stattdessen als notwendige Tätigkeit, durch die andere Grundfunktionen erst ermöglicht werden.
Auch die Funktion „Entsorgen“ gehörte nicht von Anfang an überall zum Modell, sondern wurde später von einigen Autoren ergänzt. Gemeint sind vor allem die Abfallentsorgung, beispielsweise von Hausmüll, Sperrmüll und bei Gartenbesitz möglicherweise über die Biotonne, sowie die Abwasserentsorgung. Beide Entsorgungsarten sind in Deutschland und anderen westlichen Industrieländern seit den 1970er-Jahren erheblich teurer geworden. Dies gilt ebenfalls für Strom, Trinkwasser und Gebäudeheizung.
Zusammenwirken am Beispiel eines Wohnstandorts
Ein Wohnstandort am Stadtrand zeigt, wie die Funktionen zusammenwirken. Wer dort wohnt, muss häufig längere Wege zur Arbeit, zum Einkaufen oder zu Bildungseinrichtungen zurücklegen. Dadurch nimmt die Person zur Erfüllung mehrerer anderer Grundfunktionen länger am Verkehr teil.
Dem können Vorteile gegenüberstehen: Erholungsgebiete am Stadtrand sind möglicherweise schneller erreichbar, und der Standort kann Wohnvorteile wie das „Wohnen im Grünen“ bieten. Das Beispiel macht deutlich, dass die räumliche Erfüllung einer Funktion andere Funktionen beeinflusst und sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringen kann.