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Daseinsgrundfunktionen | EINFACH ERKLÄRT
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 38 Zeilen
- Hallo und herzlich willkommen. Heute schauen wir uns mal die fundamentalen Bausteine an, aus denen unsere Städte, unsere Nachbarschaften und ja, am Ende
- auch unser ganz persönliches Leben gebaut sind. Also lasst uns da direkt mal eintauchen. Mal ganz ehrlich, habt ihr schon mal über euren typischen Tag
- nachgedacht? Wo wohnt ihr? Wo arbeitet ihr? Wo kauft ihr ein? Trefft Freunde, wo entspannt ihr euch? All diese Orte, zwischen denen wir uns jeden Tag
- bewegen, die bilden quasi eine ganz persönliche Landkarte. Und das wirklich spannende ist, diese unsichtbare Karte eures Lebens, die für uns alle so
- grundlegend ist, die hat in der Wissenschaft tatsächlich einen Namen. Es ist ein Konzept, das uns hilft, unsere Welt und wie wir in ihr Leben besser zu
- verstehen. Und hier ist es auch schon. Daseins Grundfunktionen. Pu, zugegeben ein echtes Wortungetüm. Aber keine Sorge, das klingt
- komplizierter, als es ist. Wir nehmen das jetzt einfach mal Stück für Stück auseinander. Also, was verbirgt sich dahinter?
- Zerlegen wir das Wort mal. Da haben wir Dasein, also einfach unsere Existenz, dann Grund für das, was fundamental ist, was wirklich brauchen und Funktionen,
- das sind die Tätigkeiten. Zusammengesetzt beschreibt es also nichts anderes als den Katalog der grundlegenden Aktivitäten, die wir alle
- zum Leben brauchen. Ganz einfach eigentlich. Das Ganze kommt ursprünglich aus Bereichen wie der Sozialgeographie und der Architektur. Man kann es sich im
- Grunde wie einen Rahmen vorstellen oder vielleicht besser wie eine Brille, die wir aufsetzen. Durch diese Brille können wir dann ganz klar sehen und einordnen,
- wie wir den Raum um uns herum nutzen und was wir eigentlich von ihm brauchen. Und genau hier wird es richtig interessant. Diese eine Idee hat nämlich zwei total
- mächtige, aber auch sehr unterschiedliche Anwendungsbereiche. Man kann sie benutzen, um etwas ganz Neues zu erschaffen oder aber um etwas, das
- schon da ist, zu analysieren und zu verstehen. Schauen wir uns das mal an. Auf der einen Seite haben wir die Stadtplaner. Für die ist dieses Konzept
- wie ein Bauplan, der sicherstellt, dass in einem neuen Viertel auch wirklich an alles gedacht wird. Im Fahrschag heißt das dann normatives Orientierungsraster.
- Auf der anderen Seite sind die Geografen. Die nutzen es eher wie eine Linse, mit der sie eine bestehende Stadt oder Landschaft analysieren und
- verstehen können. Für sie ist es ein ordnendes Interpretationsschema, also Bauplan versus Analysewerkzeug. Nur damit ihr wisst, die Idee ist nicht
- von gestern. Ansätze davon finden sich schon in der berühmten Charter von Athen, einem Meenstein der Architektur. Und auch Geografen wie Bobeck haben da
- schon dran gearbeitet. Aber die Version, die sich als am praktischsten und universellsten durchgesetzt hat, die stammt von einem gewissen Part aus dem
- Jahr 1964. Und genau auf die konzentrieren wir uns jetzt mal. So, jetzt kommen wir zum Kern der ganzen Sache. Part hat es nämlich
- geschafft, all unsere Bedürfnisse, die irgendwie mit Raum zu tun haben, auf sieben universelle Funktionen herunterzubrechen. Das ist sozusagen die
- ultimative Checkliste für ein funktionierendes Leben an einem Ort. Der entscheidende Gedanke dahinter ist im Grunde dieser. Jeder einzelne Tätigkeit,
- die wir ausüben und die irgendwie Raum beansprucht, egal ob wir zu Hause schlafen, zur Arbeit fahren oder im Supermarkt was einkaufen, befriedigt
- immer eines dieser sieben Grundbedürfnisse. Ziemlich umfassend, oder? Okay, gehen wir sie mal durch. Nummer 1: Wohnen, klar, unser Zuhause.
- Zweitens arbeiten, der Ort, wo wir unser Geld verdienen. Drittens, sich versorgen. Denkt an den Supermarkt, die Apotheke, alles für den täglichen
- Bedarf. Viertens, sich bilden, das sind Schulen, Unis, Bibliotheken. Fünftens, sich erholen, also Parks, Kinos, Sportplätze.
- Sechstens, Verkehrsteilnahme. Damit ist die ganze Infrastruktur gemeint, die uns von A nach B bringt. Und schließlich siebtens in Gemeinschaft
- leben, also Kirchen, Vereine, Marktplätze, all die Orte, an denen wir zusammenkommen. Seht ihr diese sieben Punkte? Das sind die wirklichen
- Bausteine. Ein Ort, der all diese Funktionen gut und vor allem leicht zugänglich anbietet, ist mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit ein Ort, an dem
- Menschen wirklich gut und gerne leben. Und jetzt bringen wir dieses ganze Konzept mal aus der Theorie direkt in euren Alltag, denn das ist nicht nur was
- für Akademiker, es ist ein unglaublich praktisches Werkzeug, das jeder von uns nutzen kann. Stellt euch diese sieben Funktionen mal wie eine Art Checkliste
- vor oder vielleicht sogar wie ein Zeugnis für eure eigene Nachbarschaft, für euer Fitteel. Mit diesem Wissen könnt ihr selbst zu Analysten werden und
- mal bewerten, wie gut euer Wohnort eigentlich aufgestellt ist. Also, Hand aufs Herz, fragt euch doch mal ganz konkret, wie gut schneidet euer Viertel
- ab? Gibt es genug Grünflächen zum Erholen? Ist der nächste Supermarkt fußläufig erreichbar? Wie sieht's mit der Anbindung an Bus und Bahn aus? Sind
- Schulen oder Büchereien in der Nähe? Und das bringt uns zur abschließenden und vielleicht wichtigsten Frage, wenn ihr diese Checkliste für euch im Kopf
- mal durchgeht, welche dieser sieben lebenswichtigen Funktionen ist bei euch vor Ort vielleicht nur so lala abgedeckt oder fehlt möglicherweise sogar
- komplett? Genau das zu erkennen ist der allererste Schritt, um unsere eigene Umgebung besser zu verstehen und vielleicht ja sogar um sie zu
- verbessern.