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Daseinsgrundfunktionen | EINFACH ERKLÄRT

StudioEinfach - Wissen, das Klick macht! 5:37 813 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 38 Zeilen
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  1. Hallo und herzlich willkommen. Heute schauen wir uns mal die fundamentalen Bausteine an, aus denen unsere Städte, unsere Nachbarschaften und ja, am Ende
  2. auch unser ganz persönliches Leben gebaut sind. Also lasst uns da direkt mal eintauchen. Mal ganz ehrlich, habt ihr schon mal über euren typischen Tag
  3. nachgedacht? Wo wohnt ihr? Wo arbeitet ihr? Wo kauft ihr ein? Trefft Freunde, wo entspannt ihr euch? All diese Orte, zwischen denen wir uns jeden Tag
  4. bewegen, die bilden quasi eine ganz persönliche Landkarte. Und das wirklich spannende ist, diese unsichtbare Karte eures Lebens, die für uns alle so
  5. grundlegend ist, die hat in der Wissenschaft tatsächlich einen Namen. Es ist ein Konzept, das uns hilft, unsere Welt und wie wir in ihr Leben besser zu
  6. verstehen. Und hier ist es auch schon. Daseins Grundfunktionen. Pu, zugegeben ein echtes Wortungetüm. Aber keine Sorge, das klingt
  7. komplizierter, als es ist. Wir nehmen das jetzt einfach mal Stück für Stück auseinander. Also, was verbirgt sich dahinter?
  8. Zerlegen wir das Wort mal. Da haben wir Dasein, also einfach unsere Existenz, dann Grund für das, was fundamental ist, was wirklich brauchen und Funktionen,
  9. das sind die Tätigkeiten. Zusammengesetzt beschreibt es also nichts anderes als den Katalog der grundlegenden Aktivitäten, die wir alle
  10. zum Leben brauchen. Ganz einfach eigentlich. Das Ganze kommt ursprünglich aus Bereichen wie der Sozialgeographie und der Architektur. Man kann es sich im
  11. Grunde wie einen Rahmen vorstellen oder vielleicht besser wie eine Brille, die wir aufsetzen. Durch diese Brille können wir dann ganz klar sehen und einordnen,
  12. wie wir den Raum um uns herum nutzen und was wir eigentlich von ihm brauchen. Und genau hier wird es richtig interessant. Diese eine Idee hat nämlich zwei total
  13. mächtige, aber auch sehr unterschiedliche Anwendungsbereiche. Man kann sie benutzen, um etwas ganz Neues zu erschaffen oder aber um etwas, das
  14. schon da ist, zu analysieren und zu verstehen. Schauen wir uns das mal an. Auf der einen Seite haben wir die Stadtplaner. Für die ist dieses Konzept
  15. wie ein Bauplan, der sicherstellt, dass in einem neuen Viertel auch wirklich an alles gedacht wird. Im Fahrschag heißt das dann normatives Orientierungsraster.
  16. Auf der anderen Seite sind die Geografen. Die nutzen es eher wie eine Linse, mit der sie eine bestehende Stadt oder Landschaft analysieren und
  17. verstehen können. Für sie ist es ein ordnendes Interpretationsschema, also Bauplan versus Analysewerkzeug. Nur damit ihr wisst, die Idee ist nicht
  18. von gestern. Ansätze davon finden sich schon in der berühmten Charter von Athen, einem Meenstein der Architektur. Und auch Geografen wie Bobeck haben da
  19. schon dran gearbeitet. Aber die Version, die sich als am praktischsten und universellsten durchgesetzt hat, die stammt von einem gewissen Part aus dem
  20. Jahr 1964. Und genau auf die konzentrieren wir uns jetzt mal. So, jetzt kommen wir zum Kern der ganzen Sache. Part hat es nämlich
  21. geschafft, all unsere Bedürfnisse, die irgendwie mit Raum zu tun haben, auf sieben universelle Funktionen herunterzubrechen. Das ist sozusagen die
  22. ultimative Checkliste für ein funktionierendes Leben an einem Ort. Der entscheidende Gedanke dahinter ist im Grunde dieser. Jeder einzelne Tätigkeit,
  23. die wir ausüben und die irgendwie Raum beansprucht, egal ob wir zu Hause schlafen, zur Arbeit fahren oder im Supermarkt was einkaufen, befriedigt
  24. immer eines dieser sieben Grundbedürfnisse. Ziemlich umfassend, oder? Okay, gehen wir sie mal durch. Nummer 1: Wohnen, klar, unser Zuhause.
  25. Zweitens arbeiten, der Ort, wo wir unser Geld verdienen. Drittens, sich versorgen. Denkt an den Supermarkt, die Apotheke, alles für den täglichen
  26. Bedarf. Viertens, sich bilden, das sind Schulen, Unis, Bibliotheken. Fünftens, sich erholen, also Parks, Kinos, Sportplätze.
  27. Sechstens, Verkehrsteilnahme. Damit ist die ganze Infrastruktur gemeint, die uns von A nach B bringt. Und schließlich siebtens in Gemeinschaft
  28. leben, also Kirchen, Vereine, Marktplätze, all die Orte, an denen wir zusammenkommen. Seht ihr diese sieben Punkte? Das sind die wirklichen
  29. Bausteine. Ein Ort, der all diese Funktionen gut und vor allem leicht zugänglich anbietet, ist mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit ein Ort, an dem
  30. Menschen wirklich gut und gerne leben. Und jetzt bringen wir dieses ganze Konzept mal aus der Theorie direkt in euren Alltag, denn das ist nicht nur was
  31. für Akademiker, es ist ein unglaublich praktisches Werkzeug, das jeder von uns nutzen kann. Stellt euch diese sieben Funktionen mal wie eine Art Checkliste
  32. vor oder vielleicht sogar wie ein Zeugnis für eure eigene Nachbarschaft, für euer Fitteel. Mit diesem Wissen könnt ihr selbst zu Analysten werden und
  33. mal bewerten, wie gut euer Wohnort eigentlich aufgestellt ist. Also, Hand aufs Herz, fragt euch doch mal ganz konkret, wie gut schneidet euer Viertel
  34. ab? Gibt es genug Grünflächen zum Erholen? Ist der nächste Supermarkt fußläufig erreichbar? Wie sieht's mit der Anbindung an Bus und Bahn aus? Sind
  35. Schulen oder Büchereien in der Nähe? Und das bringt uns zur abschließenden und vielleicht wichtigsten Frage, wenn ihr diese Checkliste für euch im Kopf
  36. mal durchgeht, welche dieser sieben lebenswichtigen Funktionen ist bei euch vor Ort vielleicht nur so lala abgedeckt oder fehlt möglicherweise sogar
  37. komplett? Genau das zu erkennen ist der allererste Schritt, um unsere eigene Umgebung besser zu verstehen und vielleicht ja sogar um sie zu
  38. verbessern.

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