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Dantons Tod (Oper)

Originalsprache: Deutsch ; Musik: Gottfried von Einem ; Libretto: Boris Blacher und Gottfried von Einem ; Literarische Vorlage: Dantons Tod von Georg Büchner.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Werk und Bedeutung
  2. 2. Figuren, Schauplätze und Aufbau
  3. 3. Konflikt und Verhaftung
  4. 4. Prozess und Hinrichtung
  5. 5. Musikalische Gestaltung und Orchester
  6. 6. Uraufführung und Aufnahmen

Werk und Bedeutung

„Dantons Tod“ ist eine deutschsprachige Oper in zwei Teilen und sechs Bildern von Gottfried von Einem. Das Libretto schrieben Boris Blacher und der Komponist nach dem gleichnamigen Drama von Georg Büchner. Die etwa 2 ½ Stunden lange Handlung spielt 1794 in Paris und behandelt den Konflikt zwischen Georges Danton und Maximilien Robespierre während der Französischen Revolution.

Die Uraufführung fand am 6. August 1947 bei den Salzburger Festspielen statt. Ferenc Fricsay gab dabei sein Debüt als Dirigent. Mit dieser ersten Oper gelang Gottfried von Einem der internationale Durchbruch.

Figuren, Schauplätze und Aufbau

Im Mittelpunkt stehen Georges Danton, sein Freund Camille Desmoulins, Hérault de Séchelles sowie ihre politischen Gegner Robespierre und St. Just. Weitere wichtige Figuren sind Lucile, die Frau Camilles, Dantons Gattin Julie und der Präsident des Revolutionstribunals Hermann. Männer und Frauen aus dem Volk treten als Chor auf und beeinflussen durch ihre wechselnde Haltung den Verlauf des Prozesses.

Der erste Teil umfasst drei Bilder: ein Zimmer, eine Gasse in Paris und erneut ein Zimmer. Im zweiten Teil zeigt das vierte Bild gleichzeitig den Platz vor dem Gefängnis und einen Raum im Gefängnis. Das fünfte Bild spielt vor dem Revolutionstribunal, das sechste auf dem Revolutionsplatz mit der Guillotine.

Konflikt und Verhaftung

Danton hat sich aus der Politik zurückgezogen und genießt das Leben. Robespierre versteht sich dagegen als Hüter der Revolution und führt eine Schreckensherrschaft. Camille berichtet Danton und Hérault de Séchelles, dass erneut zwei unschuldige Menschen hingerichtet worden seien. Er fordert Danton auf, gegen Robespierre vorzugehen, doch Danton mahnt zunächst zur Vorsicht.

Die Gewalt und Willkür der Zeit werden in einer dunklen Gasse sichtbar: Ein junger Mann wird vom Volk beinahe gelyncht, nur weil er ein Taschentuch besitzt.

Danton sucht schließlich Robespierre auf und bittet ihn eindringlich, die Schreckensherrschaft zu beenden. Robespierre weist ihn jedoch ab. Nach Dantons Weggang behauptet St. Just, Danton, Hérault de Séchelles und sogar Robespierres Jugendfreund Camille könnten für Robespierre gefährlich werden. Er drängt ihn dazu, alle drei festnehmen und vor Gericht stellen zu lassen. Robespierre folgt diesem Rat.

Prozess und Hinrichtung

Im Gefängnis blicken Danton und Camille durch das Gitter. Camille ist durch die Haft zu einem gebrochenen Mann geworden. Vor dem Gefängnis versammelt sich eine Menschenmenge: Ein Teil unterstützt Danton, ein anderer stellt sich gegen ihn, sodass ein großer Tumult entsteht.

Vor dem Revolutionstribunal beschuldigt dessen Präsident die Gefangenen, mit den Feinden der Revolution zusammenzuarbeiten. Danton hält eine leidenschaftliche Verteidigungsrede und scheint das Volk zunächst für sich zu gewinnen. St. Just hat jedoch zwei Zeugen angeworben, deren Aussagen die Stimmung umkehren. Danton und seine Verbündeten werden zum Tod verurteilt.

Auf dem Revolutionsplatz herrscht vor der Hinrichtung eine ausgelassene Stimmung. Das Volk singt die „Carmagnole“, während Danton und seine Freunde auf dem Schafott die „Marseillaise“ anstimmen. Nach ihrer Hinrichtung entfernt sich die Menge. In der Schlussszene steigt Camilles wahnsinnig gewordene Frau Lucile auf die Stufen des Blutgerüsts und singt unter Tränen: „Es ist ein Schnitter, der heißt Tod …“

Musikalische Gestaltung und Orchester

Die Musik wird als nur gemäßigt modern beschrieben und ist auch für ungeübte Hörer verhältnismäßig leicht zugänglich. Besonders wichtig sind die häufig gewaltig wirkenden Chöre. Sie sind überwiegend deklamatorisch gestaltet, das heißt, der klare und wirkungsvolle Vortrag des Textes steht im Vordergrund. Ihre größte dramatische Wucht entfalten sie vor dem Revolutionstribunal und im Finale des zweiten Teils. Dort versuchen sich die Gruppen, die „Carmagnole“ beziehungsweise die „Marseillaise“ singen, gegenseitig zu übertönen.

Das Orchester besteht aus drei Flöten, wobei die dritte auch Piccolo spielt, zwei Oboen, zwei Klarinetten in B und A, zwei Fagotten, vier Hörnern in F, drei Trompeten in C, drei Posaunen, Basstuba, Streichern und Schlagwerk. Zum Schlagwerk gehören Triangel, Becken, Militärtrommel, Tamburin, Rührtrommel und große Trommel. Hinter der Szene wird zusätzlich ein tiefes Tamtam als Bühnenmusik eingesetzt.

Uraufführung und Aufnahmen

Bei der Uraufführung sangen unter anderem Paul Schöffler den Danton, Julius Patzak den Camille Desmoulins, Josef Witt den Robespierre, Ludwig Weber den St. Just, Maria Cebotari die Lucile und Gisela Thury die Julie.

Von der Uraufführung am 6. August 1947 existiert eine Live-Aufnahme mit Ferenc Fricsay, den Wiener Philharmonikern und dem Chor der Wiener Staatsoper. Eine weitere Live-Aufnahme entstand am 13. August 1983 bei den Salzburger Festspielen unter Lothar Zagrosek mit dem ORF-Symphonieorchester und dem ORF-Chor; Theo Adam sang Danton und Werner Hollweg Camille Desmoulins.

Lernvideos zu Dantons Tod (Oper)

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