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Dame (Spiel)

Dame ist ein strategisches Brettspiel für zwei Spieler und wird auf einem Schachbrett mit 8×8 oder international 10×10 Feldern gespielt.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Bedeutung
  2. 2. Entwicklung des Spiels
  3. 3. Brett, Steine und Grundstellung
  4. 4. Ziehen, Schlagen und Gewinnen
  5. 5. Spielphasen und Turnierform
  6. 6. Varianten, Computer und Online-Spiel

Grundidee und Bedeutung

Dame ist ein strategisches Brettspiel für zwei Personen. Es wird auf einem Brett mit 8×8 Feldern oder international mit 10×10 Feldern gespielt; genutzt werden nur die dunklen Felder. Die runden, flachen Steine beider Seiten ziehen und schlagen gegnerische Steine durch Überspringen. Gewonnen hat, wer alle gegnerischen Steine geschlagen oder dem Gegner alle Zugmöglichkeiten genommen hat.

Dame ist ein Spiel mit perfekter Information: Beide Spieler sehen jederzeit die vollständige Stellung, und Zufall spielt keine Rolle. Im deutschen Sprachraum ist meist die Deutsche Dame auf dem 8×8-Brett verbreitet. International gibt es zahlreiche Varianten und Meisterschaften, unter anderem für 8×8- und 10×10-Dame.

Entwicklung des Spiels

Die genaue Entstehung des Damespiels ist nicht bekannt. Das moderne Spiel entstand wahrscheinlich im 12. Jahrhundert im heutigen Spanien oder in Südfrankreich aus Alquerque (Quirkat), gespielt auf einem Schachbrett mit Backgammon-Steinen. Das Überspringen und Wegnehmen gegnerischer Steine wurde aus Alquerque übernommen.

Um 1535 wurde das Schlagen verpflichtend; dieser Schlagzwang prägt die heutige Standardform, das „jeu forcé“. Zuvor hieß die ältere Form „jeu plaisant“. Das älteste bekannte gedruckte Regelwerk, Jeu des Dames, erschien 1688 in Frankreich. Die 10×10-Variante, heute auch französische oder polnische Dame, entwickelte sich um 1730. In England entstand Draughts, in den Vereinigten Staaten Checkers.

1932 wurde der Deutsche Dame-Bund gegründet, 1933 jedoch zusammen mit der Zeitung Das Damespiel verboten. Heute vertritt der Verein für das Brettspiel Dame e. V. in Korbach deutsche Damespieler. Der amerikanische Spieler Marion Tinsley prägte den modernen Damesport; gegen das Programm Chinook verlor er 1992 vier Spiele nicht, gewann zwei von 39 Partien, während 33 unentschieden endeten.

Brett, Steine und Grundstellung

Das Brett ist quadratisch und hat abwechselnd helle und dunkle Felder. Auf dem in Deutschland, Österreich und der Schweiz üblichen 8×8-Brett besitzt jede Seite 12 Steine; beim internationalen 10×10-Brett („Dame 100“) sind es je 20. Die Steine sind meist aus Holz oder Kunststoff und gewöhnlich schwarz sowie weiß oder rot.

Das Brett liegt so zwischen den Spielern, dass jeder vor seiner eigenen Grundlinie sitzt. Auf dem 8×8-Brett besetzen die Steine zu Beginn die dunklen Felder der ersten drei Reihen, auf dem 10×10-Brett die ersten vier Reihen. Auf 8×8-Brettern entspricht die Feldbezeichnung meist der Schachnotation; internationale Wettbewerbe auf 10×10 verwenden meist eine rein numerische Notation.

Ziehen, Schlagen und Gewinnen

Einfache Steine ziehen genau ein Feld diagonal vorwärts. Kann ein gegnerischer Stein übersprungen werden, muss geschlagen werden: Der gegnerische Stein muss direkt angrenzen, das Feld unmittelbar dahinter muss frei sein, und der eigene Stein landet auf diesem freien Feld. Eigene Steine dürfen nicht übersprungen werden.

Nach einem Sprung muss derselbe Stein weiterschlagen, falls von seinem neuen Feld aus ein weiterer Sprung möglich ist. Erst nach Abschluss des gesamten Zuges werden alle übersprungenen Steine vom Brett genommen. Dieser Schlagzwang verhindert, dass ein möglicher Schlag freiwillig ausgelassen wird.

Erreicht ein einfacher Stein die gegnerische Grundlinie, wird er zur Dame; meist legt man dafür einen zweiten Stein darauf. Auch nach einem Schlagzug zur Grundlinie findet die Umwandlung statt, doch der Zug endet dann: Die neue Dame darf nicht sofort weiterschlagen. Eine Dame darf diagonal beliebig weit vorwärts und rückwärts ziehen. Beim Schlagen überspringt sie einen einzelnen gegnerischen Stein, muss aber auf dem direkt dahinterliegenden Diagonalfeld landen; anschließend gelten erneut mögliche Pflichtsprünge.

Ein Spiel endet durch vollständiges Schlagen oder Blockieren der gegnerischen Seite. Ein Unentschieden kann vereinbart werden, besonders wenn wenige Steine oder nur noch Damen vorhanden sind.

Spielphasen und Turnierform

Weiß eröffnet, indem ein Stein der vordersten Reihe ein Feld diagonal vorwärts zieht. Schwarz antwortet entsprechend. In der Eröffnung versuchen beide Seiten, gegnerische Steine zu einer ungünstigen Schlagmöglichkeit zu zwingen, ohne selbst geschlagen zu werden. Im Endspiel sind meist nur wenige Steine übrig und gewöhnlich besitzen beide Seiten mindestens eine Dame. Taktische Züge sollen Steine blockieren oder schlagen; viele Endspiele enden unentschieden.

Bei Turnieren auf 64 Feldern nach angelsächsischen Regeln werden häufig die ersten drei Züge aus vorgegebenen Eröffnungen ausgelost („Three-Move Restriction“). Beide Spieler spielen jede ausgeloste Eröffnung einmal mit Weiß und einmal mit Schwarz. Dies soll die Zahl der Unentschieden aus bestimmten Eröffnungen verringern. Im Internationalen Damespiel gibt es keine vergleichbare Regel.

Varianten, Computer und Online-Spiel

Varianten unterscheiden sich vor allem in Brettgröße, Schlagregeln und Bewegungsweite der Damen. Mögliche Brettgrößen sind 8×8, 10×10, 12×12 und 14×14. Je nach Variante dürfen einfache Steine nur vorwärts oder auch rückwärts schlagen; manchmal muss die größtmögliche Zahl gegnerischer Steine geschlagen werden. Bei „Pusten“ oder „Blasen“, einer informellen Alternative zum Schlagzwang, darf der Gegner einen Stein entfernen, der einen möglichen Schlag nicht ausgeführt hat.

Bei Checkers beziehungsweise Draughts darf die Dame nur ein Feld weit ziehen. Jonathan Schaeffer und seine Gruppe bewiesen im April 2007 für diese Variante: Bei perfektem Spiel endet die Partie immer unentschieden. Dafür wurden Stellungen mit höchstens 10 Steinen sowie 19 wichtige Eröffnungen analysiert; untersucht wurden über 39 Billionen Stellungen, nicht aber alle etwa 5·10^{20} Stellungen.

Die Internationale Dame wird auf 10×10 gespielt. Damen dürfen beliebig weit ziehen und springen, einfache Steine dürfen rückwärts schlagen, aber nicht rückwärts ziehen. Ist ein Schlag möglich, muss die größtmögliche Anzahl gegnerischer Steine geschlagen werden. Das Kanadische Damespiel folgt diesen Regeln auf 12×12. Bei Schlagdame gewinnt dagegen, wer als Erster alle eigenen Steine geopfert hat. In Baschni werden geschlagene Steine nicht entfernt, sondern unter den schlagenden Stein gelegt und bilden Türme. Laska folgt diesen Regeln auf einem Brett mit 25 Feldern und je elf Steinen. In der Türkischen Dame wird orthogonal, also senkrecht oder waagerecht, gezogen und geschlagen.

Arthur L. Samuel schrieb 1952 eines der ersten Dame-Programme. Das stärkste Programm für die angelsächsische Dame war Chinook; heutige Programme stützen sich unter anderem auf Datenbanken für 10-Steine-Endspiele. Seit 2011 werden 10×10-Partien auf e-dama.net gespielt, wo die World Correspondence Draughts Association (WCDA) offizielle Meisterschaften austrägt.

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