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Coachella Valley
Das Coachella Valley /kō-ˈche-lə, kō-e-ˈche-lə/ ist ein Tal im südkalifornischen Riverside County, das sich auf einer Länge von 72 Kilometern von den San …
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Überblick und geografische Grundlagen
Das Coachella Valley ist ein 72 km langes und etwa 24 km breites Tal im Riverside County im Süden Kaliforniens. Es gehört zur Colorado-Wüste und erstreckt sich von den San Bernardino Mountains bis zum Nordufer des Saltonsees. Das Tal liegt im Einzugsgebiet des Whitewater River, der in den Saltonsee mündet, und bildet das obere Ende eines großen Trogtals, das sich über das Imperial Valley bis zum Golf von Kalifornien fortsetzt.
Begrenzt wird das Tal im Südwesten von den Santa Rosa Mountains, im Nordwesten von den San Jacinto Mountains, im Norden von den San Bernardino Mountains, im Nordosten und Osten von den Little San Bernardino Mountains und im Südosten vom Saltonsee. Bedeutende Erhebungen der Umgebung sind der San Jacinto Peak mit 3302 m und der San Gorgonio Mountain mit 3505 m. Innerhalb des Tals reicht die Höhenlage von 328 m in Desert Hot Springs bis −57 m in Mecca am Saltonsee.
Das Tal umfasst neun Städte; als Hauptort gilt Palm Springs. Nach der Volkszählung von 2010 war Indio mit 76.036 Einwohnern die größte Stadt, gefolgt von Cathedral City mit 51.200, Palm Desert mit 48.445, Palm Springs mit 44.552 und Coachella mit 40.704 Einwohnern. Weitere Städte sind La Quinta, Desert Hot Springs, Rancho Mirage und Indian Wells. Hinzu kommen mehrere nicht als Städte organisierte Siedlungen, darunter Mecca, Thermal und Thousand Palms.
Geologie, Klima und Natur
Geologisch ist das Coachella Valley eine mit Sedimenten gefüllte Senke im Salton Trough. Sedimente sind abgelagerte Gesteins- und Bodenbestandteile. Mehrere Stränge der San-Andreas-Verwerfung durchziehen das Tal. Diese Verwerfung ist eine tektonische Bruchzone, die mit den gegenläufigen Bewegungen der Pazifischen und der Nordamerikanischen Platte zusammenhängt. Sand- und Kieshügel sowie abgelagertes Erosionsmaterial prägen die Landschaft. Die umliegenden Berge bestehen teilweise aus stark gehobenem Batholith, einem großen Körper aus erstarrtem Tiefengestein. Das dazugehörige Magma drang aus 5 bis 10 km Tiefe in höhere Gesteinsschichten ein und erstarrte dort langsam zu Plutoniten.
Die Sedimente speichern das Grundwasser der Region. Dieses Reservoir ist jedoch wenig erforscht; wegen des Bevölkerungswachstums und der starken geologischen Veränderlichkeit bestehen dadurch Risiken. Tektonische und flussbedingte Veränderungen sorgten außerdem wiederholt dafür, dass Mission Creek und Whitewater River den Saltonsee beziehungsweise den heute trockenen Lake Coahuila füllten.
Das Klima ist arid, also trocken, und heiß. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt ungefähr 23 °C. Im Winter sinken die Temperaturen gelegentlich unter 0 °C, während sie im Sommer mitunter 50 °C überschreiten. Etwa 300 Tage pro Jahr sind frostfrei, was eine lange Anbauzeit ermöglicht. Der jährliche Niederschlag liegt meist zwischen 50 und gut 100 mm; die Messreihen nennen für Palm Springs 139,2 mm und für Thermal 75,2 mm. Der meiste Regen fällt im Winter. Starke Sommerregen können Überschwemmungen und Erosion auslösen. Saisonale Winde und besonders Stürme im späten Frühjahr tragen Staub mit sich, verschlechtern die Luftqualität und können die Gesundheit beeinträchtigen.
Die Schutzgebiete beherbergen Vögel, Reptilien wie Klapperschlangen, Säugetiere, Wildblumen und einheimische Fächerpalmen, darunter die Kalifornische Washingtonpalme. Gefährdet oder selten sind der auf Fächerpalmen lebende Bohrkäfer Dinapate wrightii, der nur in der Saltonsenke vorkommende Stahlblaue Wüstenfisch Cyprinodon macularius und der im Tal heimische Fransenzehenleguan Uma inornata. Eine einheimische Pflanze ist Astragalus lentiginosis var. coachellae.
Besiedlung und historische Entwicklung
Das Gebiet ist seit sehr langer Zeit bewohnt. Die älteste archäologisch nachweisbare Kultur Südkaliforniens ist der San Dieguito Complex von 9000 bis 5000 v. Chr. Spätestens um 500 wanderten Shoshone-Sprecher ein. Ihre Nachfahren, die Cahuilla, nennen sich selbst Iviatim und leben bis heute in verschiedenen Reservaten. Archäologische und sprachwissenschaftliche Befunde weisen auf dauerhafte Dörfer, Fernhandel und eine systematische Nutzung der Wüstenlandschaft hin. Die Bewohner bauten mit Bewässerungsgräben und Dämmen Melonen, Kürbisse, Bohnen und Mais an. Sie nutzten zudem Palmwälder und heiße Quellen.
Der Ancient Lake Cahuilla entstand unregelmäßig, wenn der Colorado River sein Bett in den 290 km langen Salton Trough verlegte. Solange der See bestand, lebten die Menschen unter anderem vom Fischfang und von Muscheln; nach seinem Austrocknen mussten sie sich wieder an ein Leben in der Wüste anpassen. Zuletzt war der See zwischen 1650 und 1680 gefüllt.
1774 traf der spanische Entdecker Juan Bautista de Anza südlich des Tals auf Cahuilla. Erst 1823 betraten Teilnehmer einer Expedition unter Capitan Jose Romero das Tal selbst, als sie nach einer Route zum Colorado River suchten. 1846 annektierten die USA Kalifornien. Eine staatliche Erkundung von 1853 sollte eine günstige Verkehrsroute zwischen Mississippi und Pazifik finden. Der Geologe William Blake beschrieb das Tal und erkannte anhand ehemaliger Ufer als Erster den früheren Lake Cahuilla. In den Jahren 1855/56 bestanden 14 Dörfer mit etwa 3000 Einwohnern; Pocken und Masern verringerten die Bevölkerung anschließend stark.
1877 wurde die Eisenbahn durch das Tal fertiggestellt und verband Los Angeles mit Indio. Indio und Coachella entstanden als Eisenbahnersiedlungen. Artesische Brunnen, aus denen Grundwasser unter natürlichem Druck aufsteigen kann, ermöglichten Landwirtschaft und dauerhafte Ansiedlungen. 1876 wurde die Agua Caliente Indian Reservation eingerichtet; Erweiterungen von 1877 und 1907 vergrößerten sie auf 31.500 ha. Palm Springs entwickelte sich wegen des warmen, trockenen Klimas, der Landwirtschaft und des Gesundheitstourismus. Ab den späten 1920er Jahren wurde es bei Hollywood-Prominenten und wohlhabenden Wintergästen beliebt.
Als um 1918 eine Erschöpfung der Wasservorräte drohte, entstand der Coachella Valley Water District. Der Bau des ungefähr 200 km langen Coachella Canal verzögerte sich durch Weltwirtschaftskrise und Zweiten Weltkrieg bis 1948. Danach stand Wasser des Colorado River für die Bewässerung zur Verfügung und die Landwirtschaft wuchs stark.
Bevölkerung, Gesellschaft und Bildung
Die Städte des Coachella Valleys wuchsen in den letzten Jahrzehnten stark. Desert Hot Springs stieg von 2738 Einwohnern im Jahr 1970 auf 25.938 im Jahr 2010. Indian Wells wuchs im gleichen Zeitraum von 760 auf 4.958 Einwohner. La Quinta hatte 1990 noch 11.215 Einwohner und 2010 bereits 37.467. Palm Springs wuchs dagegen zwischen 1990 und 2010 nur von 40.181 auf 44.552 Einwohner.
Der Anteil der Hispanics ist besonders hoch. Nach eigenen Angaben der Bevölkerungsgruppe betrug er im Tal 46 %, entsprechend ungefähr 150.000 Menschen. In Indio waren 2010 insgesamt 51.540 der 76.036 Einwohner Hispanics, also 67,8 %. In Mecca lag ihr Anteil bei 98,7 % der 8577 Einwohner. Für die Zeit bis 2035 wurde ein weiterer Anstieg prognostiziert.
Im Tal bestehen römisch-katholische Gemeinden des Bistums San Bernardino, eine mormonische Kirche in Palm Desert und eine jüdische Gemeinde, die von mehr als 20.000 Juden in der Region ausgeht. Politisch ist das Tal nicht einheitlich: Nach dem Stand von 2009 waren 61.460 Einwohner als Republikaner und 56.461 als Demokraten registriert; die Mehrheitsverhältnisse unterschieden sich zwischen den einzelnen Städten.
Zum Bildungsangebot gehören zahlreiche Elementary Schools, Middle Schools und öffentliche Highschools. Die University of California, Riverside und die California State University, San Bernardino betreiben Zweigstellen in Palm Desert. Der Palm Desert Campus der California State University wurde 2002 eingerichtet.
Wirtschaft, Landwirtschaft und Versorgung
Landwirtschaft und Tourismus sind zentrale Wirtschaftszweige. Die lange Vegetationsperiode, Bewässerungsmöglichkeiten, relativ anspruchslose Böden und die Nähe zu Absatzmärkten begünstigen die Landwirtschaft. 2007 wurden fast 250 km² bewirtschaftet und ein Bruttoertrag von mehr als 500 Millionen US-Dollar erzielt. Mehr als 60 Arten von Obst und Gemüse werden angebaut, vor allem Zitrusfrüchte, Datteln, Weintrauben, Melonen, Mais, Salat, Karotten und Brokkoli. Der Dattelanbau besitzt besondere historische und wirtschaftliche Bedeutung; die Regierung förderte ihn anfangs mit kostenlosen Samen.
Das Tal nutzt drei Wasserquellen. Grundwasser dient als Trinkwasser sowie Industrie und Landwirtschaft. Wasser aus dem Colorado River gelangt durch den Coachella Canal, einen Arm des All-American Canals, ins Tal und wird für Landwirtschaft, Aquakulturen, Golfplätze und Landschaftsbewässerung verwendet. Wiederaufbereitetes Wasser bewässert ebenfalls Golfplätze, Grünflächen und Landschaftsanlagen.
Die Interstate 10 bindet das Tal an das Fernstraßennetz an; außerdem durchquert die California State Route 111 das gesamte Tal. Die State Routes 62, 74, 86 und 195 beginnen oder enden dort. Indio und Palm Springs besitzen Bahnhöfe des Amtrak-Reisezuges Sunset Limited auf der Strecke Los Angeles–New Orleans und sind durch eine Greyhound-Buslinie verbunden. Flughäfen sind der Palm Springs International Airport sowie die der Allgemeinen Luftfahrt dienenden Flughäfen Bermuda Dunes Airport und Jacqueline Cochran Regional Airport in Thermal.
Tourismus, Freizeit und Sehenswürdigkeiten
Das warme Wüstenklima zog zunächst besonders Menschen mit Atemwegsbeschwerden an. Später entwickelte sich das Tal zu einem Urlaubsort für Wohlhabende und Prominente. Seit 1951 entstanden Country Clubs und Golfplätze; heute gibt es mehr als 70 Golfplätze, von denen 20 als Weltklasse gelten. In La Quinta wird die Humana Challenge der PGA Tour ausgetragen. Die Palm Springs Aerial Tramway führt von ihrer Talstation auf 806 m Höhe zu einer Bergstation auf 2596 m am San Jacinto Peak.
Zu den wichtigsten Veranstaltungen gehören das 1999 gegründete Coachella Valley Music and Arts Festival in Indio und das Indian Wells Masters. Das Musikfestival findet jährlich im April statt und überschritt 2007 erstmals 100.000 Besucher. Im Indian Wells Tennis Garden werden außerdem das WTA-Turnier und Tie Break Tens veranstaltet. Indio ist auch Schauplatz des Riverside County Fair and National Date Festival, Palm Springs des Palm Springs International Film Festival und Thermal von Flugshows.
Bedeutende Naturziele sind der Joshua-Tree-Nationalpark, die Santa Rosa und San Jacinto Mountains sowie das Snow-to-Sand National Monument. The Living Desert Zoo and Gardens in Palm Desert widmet sich Wüstentieren und -pflanzen. Das Anwesen Sunnylands in Rancho Mirage wurde ab 1963 für Walter Annenberg und seine Frau errichtet und beherbergte mehrere US-Präsidenten sowie Mitglieder der britischen Königsfamilie. Das Coachella Valley History Museum in Indio informiert über die Geschichte der Region; dazu gehören das California Date History Museum und das alte Schulgebäude der Stadt von 1909.