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Chemnitz
Mit der industriellen Revolution setzte im 19. Jahrhundert ein starkes Bevölkerungswachstum ein; nach der Reichsgründung 1871 entwickelte sich Chemnitz zu einer …
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Kernprofil der Stadt
Chemnitz ist eine kreisfreie Stadt im Südwesten Sachsens und nach Leipzig und Dresden die drittgrößte Großstadt des Bundeslandes. Die Stadt liegt am Nordrand des Erzgebirges im Erzgebirgsbecken. Durch sie fließt die Chemnitz, die aus Zwönitz und Würschnitz entsteht. Chemnitz hatte am 31. Dezember 2025 247.252 Einwohner, eine Fläche von 221,03 km² und eine Bevölkerungsdichte von 1119 Einwohnern je km². Die Stadt liegt auf 297 m ü. NHN und gliedert sich in 39 Stadtteile einschließlich 8 Ortschaften. Oberbürgermeister ist Sven Schulze (SPD).
Chemnitz ist wirtschaftlich und kulturell vor allem durch seine Industriegeschichte geprägt. Wegen der wichtigen Textil- und Maschinenbauindustrie während der Industrialisierung und der damit verbundenen Rauch- und Schmutzentwicklung erhielt die Stadt den Beinamen „Sächsisches Manchester“. Von 1953 bis 1990 hieß Chemnitz Karl-Marx-Stadt. Heute ist Chemnitz ein Technologiestandort mit Schwerpunkten in Automobil- und Zulieferindustrie, Informationstechnik sowie Maschinen- und Anlagenbau. Außerdem ist die Stadt Standort einer Technischen Universität und Hauptsitz der Landesdirektion Sachsen.
Chemnitz besitzt viele Zeugnisse der Industriekultur und zahlreiche Bauten aus der Zeit vor 1950. Wichtige Kultureinrichtungen sind unter anderem die Kunstsammlungen Chemnitz, das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz, das Industriemuseum und das Kulturkaufhaus DAStietz. Am 28. Oktober 2020 wurde Chemnitz zur Kulturhauptstadt Europas 2025 gewählt; die Eröffnung fand am 18. Januar 2025 statt.
Lage, Naturraum und Stadtgliederung
Chemnitz bildet mit Leipzig und Dresden ein Dreieck der drei sächsischen Großstädte und liegt dabei im Südwesten. Die Stadt befindet sich im Naturraum Erzgebirgsbecken. Südliche Gebiete liegen auf Ausläufern des Mittleren Erzgebirges, nördliche Gebiete auf Erhebungen des Mulde-Lösshügellandes. Die Flüsse Zwönitz und Würschnitz vereinigen sich in Altchemnitz zur Chemnitz. Ihr Tal begünstigte die Entstehung einer Siedlung.
Geologisch besteht das Stadtgebiet aus mehreren Einheiten: Im Norden und Nordwesten liegt das Sächsische Granulitgebirge, durch große Teile der Stadt zieht sich die Vorerzgebirgs-Senke, und im Süden beginnt der Nordrand des Erzgebirges. Der höchste Berg im Stadtgebiet ist die Klaffenbacher Höhe mit 523,4 m über Normalhöhennull. Eine Besonderheit ist der „Versteinerte Wald von Chemnitz“, eine Fossilfundstätte mit verkieselten Hölzern aus vulkanisch geprägten Ablagerungen.
Chemnitz ist eine grüne Stadt: Mehr als 1000 Hektar Parks, Wiesen und Waldgebiete bedeuten statistisch mehr als 60 Quadratmeter Grünfläche pro Einwohner. Es gibt vier Naturschutzgebiete: Um den Eibsee, Am Schusterstein, Am nördlichen Zeisigwald und Chemnitzaue bei Draisdorf. Hinzu kommen Landschaftsschutzgebiete wie das Chemnitztal, das Sternmühlental und der Rabensteiner Wald.
Das Stadtgebiet ist durch viele Eingemeindungen gewachsen und bildet kein vollständig geschlossenes Siedlungsgebiet. Es besteht aus 39 Stadtteilen. Acht davon sind zugleich Ortschaften im Sinne der Sächsischen Gemeindeordnung: Einsiedel, Euba, Grüna, Klaffenbach, Kleinolbersdorf-Altenhain, Mittelbach, Röhrsdorf und Wittgensdorf. Diese ehemals selbstständigen Gemeinden kamen vor allem nach 1990 zu Chemnitz und besitzen Ortschaftsräte mit einem Ortsvorsteher.
Geschichte von der Gründung bis zur Gegenwart
Der Name Chemnitz leitet sich vom gleichnamigen Fluss ab, dessen Name auf altsorbisch Kamenica, „Steinbach“, zurückgeht. Die älteste urkundliche Erwähnung als Kameniz stammt aus dem Jahr 1143. Schon vorher war das Gebiet in der Erdgeschichte durch Vulkanismus geprägt; daraus entstand später der Versteinerte Wald von Chemnitz. Bis ins 11. Jahrhundert war das Gebiet noch nicht dauerhaft besiedelt.
Im Mittelalter gründete Kaiser Lothar III. 1136 das Benediktinerkloster St. Marien, das 1143 das Marktprivileg erhielt. Zwischen 1171 und 1174 verlieh Kaiser Friedrich I. Barbarossa der Siedlung Chemnitz vermutlich das Stadtrecht. Chemnitz lag an wichtigen Fernwegen und wurde Rast- und Tauschplatz für Kaufleute. 1357 erhielt die Stadt das Bleichprivileg, wodurch sie eine zentrale Rolle in Textilproduktion und Textilhandel der Markgrafschaft bekam.
In der Frühen Neuzeit wirkten Reformation, Kriege und wirtschaftlicher Wandel stark auf Chemnitz. 1539 wurde die Reformation eingeführt, 1540 das Franziskanerkloster aufgehoben und das Benediktinerkloster später in ein Schloss umgewandelt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Chemnitz mehrfach zerstört; 1645 zählte die Stadt nur noch 1200 Einwohner. Danach entwickelte sie sich zu einem Mittelpunkt der Webfabrikation, des Manufakturwesens und der Strumpfwirkerei. Ab 1798 begann mit der Bernhardschen Spinnerei in Harthau die Industrielle Revolution in Sachsen.
Im 19. Jahrhundert wurde Chemnitz zu einer der wichtigsten Industriestädte Deutschlands. Johann von Zimmermann errichtete hier die erste Werkzeugmaschinenfabrik auf dem Kontinent. Seit 1835 wurden Dampfmaschinen und seit 1848 Lokomotiven gebaut. 1852 erhielt Chemnitz Eisenbahnanschluss. 1883 wurde die Stadt mit 103.000 Einwohnern Großstadt; 1930 erreichte sie mit über 360.000 Einwohnern ihren bisherigen Höchststand. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Kunstwerke und Bücher entfernt, jüdische Bürger verfolgt, die Synagoge in der Pogromnacht zerstört und viele Menschen deportiert. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Innenstadt durch Luftangriffe im Februar und März 1945 fast vollständig zerstört; insgesamt gab es etwa 3.700 Luftkriegsopfer.
Nach 1945 begann die Enttrümmerung. 1953 wurde Chemnitz anlässlich des 70. Todesjahres von Karl Marx in Karl-Marx-Stadt umbenannt. Die Stadt wurde Verwaltungszentrum des Bezirks Chemnitz und entwickelte sich zu einem bedeutenden Industriestandort der DDR. Etwa 20 % der Industrieproduktion der DDR waren hier konzentriert. Gleichzeitig entstanden neue Wohngebiete, darunter das Fritz-Heckert-Gebiet mit bis 1990 etwa 80.000 Einwohnern. Am 7. Oktober 1989 fand in Karl-Marx-Stadt eine frühe Demonstration für demokratische Reformen statt. 1990 stimmten 76 % der Abstimmenden für den historischen Namen Chemnitz; am 1. Juni 1990 beschloss das Stadtparlament die Rückbenennung.
Nach 1990 erlebte Chemnitz einen tiefen Strukturwandel. Viele klassische Industriezweige verloren Absatzmärkte, Arbeitsplätze wurden abgebaut. Zugleich entstanden seit 1995 mehr als 7000 neue Unternehmen in Stadt und Region. Die Innenstadt wurde baulich neu entwickelt, historische Altbauten wurden saniert, aber zwischen 1990 und 2007 wurden auch mehr als 250 Baudenkmale abgerissen, was umstritten war. 2018 geriet Chemnitz nach einem Tötungsdelikt durch Bürgerproteste, fremdenfeindliche und rechtsextreme Ausschreitungen sowie Demonstrationen in die Schlagzeilen. Als Reaktion fand am 3. September 2018 das Konzert „Wir sind mehr“ mit geschätzten 65.000 Besuchern statt. 2021 wurde Chemnitz Sitz des nationalen Wasserstoffzentrums HIC.
Bevölkerung, Religion und Politik
Chemnitz wurde 1883 mit über 100.000 Einwohnern Großstadt. Den bisherigen Höchststand erreichte die Stadt 1930 mit über 360.000 Einwohnern. Durch den Zweiten Weltkrieg sank die Einwohnerzahl bis 1945 kurzzeitig auf unter 250.000. In der DDR stieg sie wieder, seit 1990 verlor Chemnitz jedoch mehr als 20 % seiner Einwohner bezogen auf den heutigen Gebietsstand. Laut Zensus 2022 hatte Chemnitz am 15. Mai 2022 240.078 Einwohner; 2011 waren es 240.253. Der Ausländeranteil verdreifachte sich in diesem Zeitraum von 2,9 % auf 9,8 %, während die Gesamtbevölkerung um 175 Personen sank.
In Chemnitz wird ein meißnischer Großstadt-Dialekt mit Einflüssen aus dem Vorerzgebirgischen gesprochen. Zur Religion: Chemnitz war nach Einführung der Reformation 1539 über viele Jahrhunderte überwiegend protestantisch. Heute gibt es evangelisch-lutherische, evangelisch-reformierte, katholische und freikirchliche Gemeinden sowie Gemeinden der Zeugen Jehovas. Die jüdische Gemeinde entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, erreichte um 1923 mit 3.500 Mitgliedern ihren Höchststand und wurde in der NS-Zeit verfolgt; die Synagoge wurde 1938 zerstört. Nach 1990 wuchs die Gemeinde durch Zuwanderung wieder, 2002 wurde eine neue Synagoge geweiht. Außerdem gibt es eine muslimische Gemeinde mit Gebetsräumen im Zentrum. Ende 2023 waren 9,8 % der Einwohner evangelisch, 2,2 % römisch-katholisch und 88,0 % konfessionslos oder gehörten einer sonstigen Religionsgemeinschaft an.
Politisch ist Chemnitz eine kreisfreie Stadt mit Stadtrat und direkt gewähltem Oberbürgermeister. Seit 1874 trägt der Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister, weil Chemnitz damals aus der Amtshauptmannschaft ausschied. In der DDR waren Wahlen nicht frei und unabhängig; seit 1990 wird der Stadtrat wieder frei gewählt, seit 1994 der Oberbürgermeister direkt durch die Bürger. Seit 2020 ist Sven Schulze (SPD) Oberbürgermeister; wegen Wahlanfechtungen trat er das Amt offiziell erst am 12. März 2021 an. Der Stadtrat zeichnet sich durch ein breites parteipolitisches Spektrum aus. Nach der Wahl 2024 umfasst er wegen eines unbesetzten BSW-Sitzes 59 Sitze; die AfD erhielt 15, die CDU 13, das BSW 8, die SPD 7, Die Linke 5, Grüne 4, Pro C/FS 3, FDP 2 und Die PARTEI 2 Sitze.
Wirtschaft, Bildung, Verkehr und Medien
Chemnitz ist ein wichtiger Wirtschafts- und Technologiestandort. Die Kernbranchen sind Automobilindustrie und Maschinenbau, eng verbunden mit Werkstoff- und Beschichtungstechnik, Metallverarbeitung, Automatisierungstechnik und Mikrosystemtechnik. Seit 1995 entstanden in Chemnitz und der Region mehr als 7000 neue Unternehmen. Zu den bekannten Unternehmen oder Standorten zählen das Volkswagen-Motorenwerk, Union Werkzeugmaschinen, Hörmann Rawema, Continental, IBM, Siemens und Thyssenkrupp Dynamic Components. Im Februar 2023 lag die Arbeitslosenquote bei 8,1 %. 2015 betrug das Bruttoinlandsprodukt rund 8,1 Milliarden Euro, also 55.407 Euro je Erwerbstätigem und 32.795 Euro je Einwohner.
Der Maschinenbau hat in Chemnitz seit dem 19. Jahrhundert besondere Bedeutung. Chemnitz gilt als Wiege des deutschen Maschinenbaus; 1850 lagen 62 % aller sächsischen Maschinenbaufabriken in Chemnitz. Heute sind mehr als 100 mittelständische Unternehmen dieser Kernbranche in der Stadt tätig, im regionalen Umfeld mehr als 500 Maschinenbau- und Zulieferunternehmen. Auch Elektrotechnik und Automobilbau sind wichtig: Schon 1874 entstand mit der Chemnitzer Telegraphenbauanstalt das erste elektrotechnische Unternehmen Sachsens. Die Auto Union AG hatte von 1936 bis 1948 ihren Sitz in Chemnitz; im Volkswagen-Motorenwerk werden pro Tag 3400 Motoren und 3000 Ausgleichswellengetriebe gefertigt.
Bildung und Forschung werden vor allem durch die Technische Universität Chemnitz geprägt. Sie geht auf die 1836 gegründete Königliche Gewerbschule Chemnitz zurück, wurde 1953 Hochschule für Maschinenbau, 1963 Technische Hochschule und 1986 Technische Universität. Sie hat zwischen 10.000 und 11.000 Studierende. In Chemnitz gibt es rund 50 Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, darunter Fraunhofer-Institute, das Zentrum für Mikrotechnologien und das Sächsische Textilforschungsinstitut. 2008 wurden 50,3 Patentanmeldungen je 100.000 Einwohner gezählt. Im Schuljahr 2017/18 gab es 87 Schulen, darunter 45 Grundschulen, 16 Oberschulen und zehn Gymnasien.
Verkehrlich ist Chemnitz über die Autobahnen A4 und A72 sowie mehrere Bundesstraßen angebunden. Die Stadt erhielt 1852 mit der Chemnitz-Riesaer Eisenbahn Anschluss an das Eisenbahnnetz. Heute verkehren Regionalbahnen und Regional-Express-Züge unter anderem nach Dresden, Zwickau, Leipzig, Annaberg-Buchholz, Olbernhau, Stollberg, Burgstädt, Hainichen und Aue. Nach langer Unterbrechung erhielt Chemnitz im Juni 2022 wieder eine Intercity-Verbindung über Dresden und Berlin nach Rostock-Warnemünde. Im Nahverkehr gibt es Straßenbahnlinien, Stadtbuslinien, Regionalbuslinien und Stadtbahnlinien im Verkehrsverbund Mittelsachsen. Das Chemnitzer Modell verbindet Straßenbahn- und Eisenbahnnetz, sodass Stadtbahnlinien aus dem Umland in die Innenstadt fahren können. Südlich der Stadt liegt der Flugplatz Chemnitz-Jahnsdorf; nächstgelegene internationale Flughäfen sind Dresden, Leipzig/Halle und Prag.
Zur Medienlandschaft gehören das Medienhaus Chemnitz, Tageszeitungen wie die Freie Presse, regionale Stadtmagazine, Anzeigenblätter, das Amtsblatt Chemnitz sowie Hörfunk- und Fernsehanbieter. Radio Chemnitz sendet seit 1993, außerdem berichten MDR Sachsen und weitere Sender aus der Region. Sachsen Fernsehen ist als regionaler Fernsehsender zu empfangen.
Kultur, Sehenswürdigkeiten und Sport
Das bekannteste Wahrzeichen von Chemnitz ist das 1971 eingeweihte Karl-Marx-Monument des sowjetischen Bildhauers Lew Kerbel. Im Volksmund heißt es „Nischel“. Es ist nach der ägyptischen Sphinx der zweitgrößte freistehend modellierte Kopf der Welt und nach dem Lenin-Kopf im russischen Ulan-Ude die zweitgrößte Porträtbüste der Welt. Weitere wichtige Bauwerke sind der Rote Turm als mittelalterliches Denkmal, das Alte und Neue Rathaus am Markt, die Stadtkirche St. Jakobi, die Schloßkirche auf dem Schloßberg, das Siegertsche Haus, das Opernhaus und die Kunstsammlungen am Theaterplatz. Bedeutende Beispiele moderner Architektur sind das Kaufhaus Schocken von Erich Mendelsohn, heute Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz, das Stadtbad, die Industrieschule und die Villa Esche von Henry van de Velde.
Die Theater Chemnitz sind ein Fünfspartentheater mit Schauspielhaus, Oper, Robert-Schumann-Philharmonie, Ballett und Figurentheater. Das Opernhaus wurde 1909 als Neues Stadttheater eröffnet, im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und 1951 wieder in Betrieb genommen. Die Robert-Schumann-Philharmonie geht auf die 1832 gegründete Städtische Kapelle zurück und gehört zu den traditionsreichen Orchestern Deutschlands. Daneben gibt es Kabarett-Theater, private Bühnen, die Stadthalle Chemnitz und historische Spielstätten.
Chemnitz ist ein bedeutender Museumsstandort. Das Industriemuseum zeigt sächsische Industriegeschichte. Das Kulturkaufhaus DAStietz beherbergt unter anderem das Museum für Naturkunde mit dem etwa 300 Millionen Jahre alten Versteinerten Wald. Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz eröffnete 2014 im früheren Kaufhaus Schocken. Die Kunstsammlungen Chemnitz gehören zu den großen kommunalen Kunstsammlungen Deutschlands und umfassen die Kunstsammlungen am Theaterplatz, das Museum Gunzenhauser, das Schloßbergmuseum mit Burg Rabenstein und das Henry van de Velde Museum in der Villa Esche. Das Museum Gunzenhauser besitzt mehr als 3000 Werke von 270 Künstlern, darunter 380 Werke von Otto Dix. Der Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis erinnert an politische Haft, DDR-Häftlingsfreikauf, sowjetische Geheimdiensthaft und NS-Verfolgung.
Zum kulturellen Leben gehören regelmäßige Veranstaltungen wie die Chemnitzer Linux-Tage, die Tage der jüdischen Kultur, die Chemnitzer Museumsnacht, das Stadtfest, die Tage der Industriekultur, das Kulturfestival Begehungen, das Internationale Filmfestival SCHLINGEL und der erzgebirgische Weihnachtsmarkt. Die lokale Küche ist stark von der erzgebirgischen Küche geprägt; typische Gerichte sind Klitscher, Quarkkäulchen, Christstollen und Neunerlei.
Auch Sport spielt eine große Rolle. Chemnitz sieht sich als Sportstadt, unter anderem wegen vieler Olympiamedaillengewinner und wegen der Beteiligung am Breitensport. Rund 63 % der Stadtbevölkerung waren laut Studien der TU Chemnitz aus den Jahren 1998 und 2001 sportlich aktiv. Es gibt etwa 200 Sportvereine mit mehr als 30.000 Mitgliedern. Bekannte Vereine sind der Chemnitzer FC, die Niners Chemnitz, die ChemCats, der KTV Chemnitz, die Floor Fighters Chemnitz und der Chemnitzer AC. Bedeutende Sportanlagen sind das Sportforum, das Stadion an der Gellertstraße, die Chemnitz Arena, das Eissport- und Freizeitzentrum, das Stadtbad sowie der Stausee Oberrabenstein.