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Ceterum censeo Carthaginem esse delendam
Die ersten drei Wörter des Ausspruchs bilden eine Alliteration, zumindest im Latein zur Zeit des Cato, als das „C“ immer als „K“ gesprochen wurde. Es …
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Bedeutung und Kernaussage
„Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“ bedeutet „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss“. Der Ausspruch wird dem römischen Staatsmann Cato dem Älteren (234–149 v. Chr.) zugeschrieben. Er soll damit vor dem Dritten Punischen Krieg immer wieder die Zerstörung Karthagos gefordert haben. Heute bezeichnet man als „Ceterum censeo“ allgemein eine Forderung, die jemand beharrlich wiederholt.
Politischer Zusammenhang
Cato soll in jeder Sitzung des Römischen Senats die Zerstörung Karthagos beantragt und unabhängig vom eigentlichen Thema jede Rede mit diesem Ausspruch beendet haben. Publius Scipio Nasica vertrat die entgegengesetzte Position und riet dazu, Karthago zu verschonen.
150 v. Chr. stimmte der Senat schließlich Catos Forderung zu. Dies führte zum Dritten Punischen Krieg und zur Zerstörung Karthagos.
Überlieferung und Authentizität
Ob Cato den bekannten lateinischen Satz tatsächlich so ausgesprochen hat, ist nicht gesichert. Der einzige antike Autor, der ihn angeblich wörtlich zitierte, war Plutarch, der etwa von 45 bis 125 n. Chr. lebte. Er schrieb das Zitat im Jahr 75 n. Chr. nieder, also gut 225 Jahre nach Catos Tod, und verwendete dabei Altgriechisch: „Δοκεῖ δέ μοι καὶ Καρχηδόνα μὴ εἶναι“. Dies bedeutet: „Es scheint mir aber gut, dass auch Karthago nicht sein soll.“
Der französische Geschichtsschreiber Charles-François Lhomond (1727–1794) gab Catos Forderung 1779 als „Hoc censeo, et Carthaginem esse delendam“ wieder: „Dies beantrage ich, dass auch Karthago zu zerstören ist.“ Häufig erscheinen auch die kürzeren Formen „Carthago delenda est“ oder „Carthago est delenda“, beide mit der Bedeutung „Karthago muss zerstört werden“.
Grammatik und Übersetzung
Der Satz besteht aus drei Teilen. „ceterum“ bedeutet „außerdem“ oder „übrigens“. „censeo“ kann mit „ich meine“, „ich rate“ oder „ich beantrage“ übersetzt werden. „Carthaginem esse delendam“ bedeutet sinngemäß „dass Karthago zerstört werden muss“.
Der letzte Teil ist ein Accusativus cum infinitivo, kurz AcI: eine lateinische Konstruktion aus einem Akkusativ und einem Infinitiv, die hier von „censeo“ abhängt. Zugleich enthält er eine Gerundivkonstruktion. Das Gerundivum drückt in diesem Zusammenhang eine Notwendigkeit aus. „delendam“ ist die weibliche Form des Gerundivums von „deleo“ („zerstören“), weil „Carthago“ im Lateinischen weiblich ist. „Carthaginem“ ist die Akkusativform; das Wort wird nach der 3. Deklination mit dem Stamm „Carthagin-“ gebeugt.
Die ersten drei Wörter bilden eine Alliteration, also eine Folge von Wörtern mit demselben Anfangslaut. Das gilt besonders für die lateinische Aussprache zur Zeit Catos, in der „C“ stets wie „K“ gesprochen wurde.
Im Senat war es üblich, eine Rede am Ende in einem mit „censeo“ eingeleiteten Antrag zusammenzufassen. Im Zusammenhang lässt sich der Ausspruch deshalb treffend als „Und ich beantrage weiter(hin) die Zerstörung Karthagos“ übersetzen.
Spätere Verwendung
Der Ausspruch wurde später mehrfach verändert und auf andere politische Ziele übertragen. Der württembergische Demokrat Ludwig Pfau forderte 1864 die Auflösung Preußens, weil er sie als Voraussetzung für eine freiheitliche Einigung Deutschlands ansah. Er formulierte: „Ceterum censeo Borussiam esse delendam“ – „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Preußen zerstört werden muss“.
In den 1890er Jahren veröffentlichte die Londoner Zeitung „Saturday Review“ antideutsche Artikel, in denen unter anderem die Formulierung „Germania est delenda“ erschien: „Deutschland muss zerstört werden.“ Rosa Luxemburg verwendete den Ausspruch im Oktober 1898 auf dem SPD-Parteitag in Stuttgart nach dem Vorbild Catos, um das Ziel der Arbeiterklasse im Klassenkampf auszudrücken.
Auch in den Asterix-Bänden wird der Satz zitiert. In „Die Lorbeeren des Cäsar“ erscheint er in der verkürzten Form „Delenda Carthago“.