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Asterix
Asterix (im Original Astérix) ist die 1959 von Autor René Goscinny (1926–1977) und Zeichner Albert Uderzo (1927–2020) geschaffene erfolgreichste …
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Was ist Asterix?
Asterix (im Original Astérix) ist die 1959 vom Autor René Goscinny (1926–1977) und Zeichner Albert Uderzo (1927–2020) geschaffene erfolgreichste französische Comicserie. Hauptfiguren sind der Titelheld Asterix, sein Freund Obelix und weitere Bewohner eines kleinen Dorfes in Aremorica (heutige Bretagne) im Gallien der Zeit um 50 v. Chr. Mit Hilfe eines Zaubertranks des Druiden Miraculix, der übermenschliche Kräfte verleiht, leisten sie den römischen Eroberern unter Julius Cäsar Widerstand. Die Serie verbindet subtilen satirischen Humor mit grobem Klamauk und spricht dadurch alle Altersgruppen und sozialen Schichten an. Sie wird auch in der Schule eingesetzt, besonders im Fremdsprachenunterricht für Französisch, Latein und Altgriechisch. Die Geschichten erschienen ursprünglich als Fortsetzungen im Comic-Magazin Pilote (1959–1974) und in Albenform im Verlag Dargaud; heute verlegt das französische Original Hachette Livre, die deutsche Übersetzung Egmont Ehapa Media. Bis 2025 sind 41 Alben erschienen; das 41. Album Asterix in Lusitanien kam im Oktober 2025 heraus. Nach Goscinnys Tod schrieb Uderzo ab Band 25 (Der große Graben) selbst die Texte; ab Band 35 (Asterix bei den Pikten) zeichnete Didier Conrad und textete Jean-Yves Ferri, ab Band 40 (Die weiße Iris) ist Fabcaro der Texter. Bis auf die Episodenbände 32 und 34 erzählt jedes Album eine in sich geschlossene Geschichte. Bis Oktober 2023 wurden weltweit über 393 Millionen Bände gedruckt (Frankreich 141 Mio., Deutschland 128 Mio.); die Bücher wurden in 120 Sprachen übersetzt, darunter Latein, Altgriechisch, Esperanto und viele Dialekte.
Inhalt, Figuren und Schauplatz
Die Geschichten spielen um das Jahr 50 v. Chr. (Asterix in Spanien laut Autor 45 v. Chr.) in Gallien. Das ungenannte fiktive Küstendorf in Aremorica bleibt als einziger Ort Galliens unbesetzt; die Römer bedrohen es aus vier Lagern namens Kleinbonum, Babaorum, Aquarium und Laudanum. 52 v. Chr. hatte der Gallier Vercingetorix bei Alesia gegen Cäsar verloren – ein bei den Galliern tabuisiertes Thema. Asterix ist klein und pfiffig, sein dicker Freund Obelix groß, stark, aber empfindlich und schlicht. Obelix war im ersten Band noch Nebenfigur und ist seit dem zweiten Band unverzichtbar. Begleitet werden sie meist von Obelix' Hund Idefix (erster Auftritt im 5. Band Tour de France), gelegentlich auch von Häuptling Majestix, Druide Miraculix oder Barde Troubadix. Weitere feste Dorfbewohner sind Gutemine (Majestix' Frau), der Schmied Automatix, der Fischhändler Verleihnix mit seiner Frau Jellosubmarine sowie der alte Methusalix. Wiederkehrende Gegner sind Julius Cäsar und eine Piratenbande, deren Schiff regelmäßig versenkt wird. Die Abenteuer spielen entweder im Dorf (meist um die erfolglosen römischen Eroberungsversuche oder um störende Fremde) oder auf Reisen durch die antike Welt, oft im Auftrag von Majestix oder Miraculix. Für den Schauplatz wählte Uderzo die Bretagne, weil er sich dort im Zweiten Weltkrieg aufgehalten hatte; ein genauer Ort wurde nie festgelegt. Als mögliche Lagen werden Erquy, Le Moulin de la Rive bei Locquirec oder die Küste zwischen Saint-Pol-de-Léon und Plouescat genannt. Die Dorfansichten sind uneinheitlich, aber stets zeigt sich die geschmückte Häuptlingshütte, die Schmiede, das Fischgeschäft, das Baumhaus und der Taubenschlag vor der Druidenhütte. Die Namen der römischen Lager sind im französischen Original phonetische Wortwitze (Petibonum = petit bonhomme, Babaorum = Baba au rhum).
Der Zaubertrank
Der Zaubertrank, der übermenschliche Kräfte verleiht, ist die wichtigste Waffe der Gallier. Nur eingeweihte Druiden wie Miraculix dürfen das Rezept kennen, deshalb werden pro Album nur einzelne Zutaten genannt. Im ersten Band verrät Miraculix, dass er Misteln und Hummer braucht: Der Hummer verfeinert nur den Geschmack, die Misteln sind grundlegend und müssen mit einer goldenen Sichel geschnitten werden, sonst entfalten sie keine Magie. Weitere bekannte Zutaten: frischer Fisch (Die große Überfahrt) und Steinöl (Die Odyssee), das Miraculix später durch Roterübensaft ersetzt. Der Trank braucht vierblättrige Kleeblätter und verliert im gefrorenen Zustand seine Wirkung. Er wirkt auch bei Hunden und Fischen. Nach einem Schluck wirkt er mehrere Stunden und macht stark genug, um Bäume auszureißen; die Stärke hängt von der Menge ab. Er macht nicht unverwundbar, wirkt aber aufbauend: In Asterix bei den Briten heilt der Trank einen Rugbyspieler von Sportverletzungen, in Asterix im Morgenland gibt er Troubadix seine Stimme zurück. Ungewollte Nebenwirkungen treten auf, wenn er nach einem anderen Trank oder in zu großen Mengen getrunken wird. Obelix, der als Kind in den Kessel gefallen war, braucht den Trank nicht – dies gilt laut den Alben als dauerhafte Wirkung; er kann auch Gegner besiegen, die den Trank getrunken haben.
Humor, Namen und Running Gags
Die Serie lebt von bewussten Anachronismen und satirischer Überzeichnung: Klischees zu Geschlechterrollen, Generationenkonflikt, Provinz und Metropole sowie militärischer Stumpfsinn werden karikiert. Andere Völker werden mit französischen Vorurteilen parodiert: Briten trinken um 17 Uhr heißes Wasser mit Milch (Tee bringt Asterix erst ein), die Goten erscheinen als streitsüchtige Militaristen mit Pickelhaube, die Helvetier mit peniblen Uhren, Bankschließfächern und Käsefondue. Die Namen zeigen die Herkunft durch Endungen: -ix für Gallier, -ax für Briten, -ik/-ich für Goten, -af für Normannen, -is für Ägypter, -us für Römer, -os/-as für Griechen, -ah für Inder, Pikten beginnen mit Mac. Die Namen sind „sprechende“ Namen mit Anspielungen (z. B. der ägyptische Architekt Numerobis = „Nummer zwei“). Die Autoren haben politische Hintergedanken stets bestritten, although Asterix auch als politische Satire (z. B. das Dorf als Symbol der Résistance gegen die Römer als deutsche Eindringlinge) gedeutet wird. Typische Running Gags: Troubadix wird zum Schlussbankett „stillgelegt“ (durch Automatix); Obelix sagt „Die spinnen, die Römer!“; Automatix und Verleihnix streiten über die Fischfrische; Majestix fällt vom Schild; Obelix reagiert wütend, wenn er „dick“ genannt wird; er zerstört Türen beim Anklopfen; Idefix weint über gefällte Bäume; das Piratenschiff unter Rotbart sinkt fast immer; Dreifuß zitiert lateinische Sprichwörter; alle wollen beim Römerprügeln genug abbekommen; es gibt regelmäßig Anspielungen auf Cäsars spätere Ermordung durch Brutus. Auch Kunstwerke werden zitiert (z. B. Die Bauernhochzeit von Brueghel, das Floß der Medusa, die Freiheitsstatue, die Mona Lisa, ein Banksy), dazu Karikaturen bekannter Persönlichkeiten (u. a. die Beatles, Sean Connery als Agent Nullnullsix, Arnold Schwarzenegger als „Schworzi“).
Deutsche Ausgaben und Reihenfolge der Alben
1965 erhielt Rolf Kauka als Erster die deutschen Rechte: Asterix und Obelix wurden zu „Siggi und Babarras“, der Druide zu „Konradin“, der Häuptling zu „Mark Hein“, das Dorf hieß Bonnhalla am Rhein; viele Texte enthielten politische Anspielungen auf die Bundesrepublik und die DDR (das Reich wurde zu „Natolien“). Nach Abmahnung durch Goscinny und Uderzo, einer verlorenen Klage und Lizenzentzug erschien noch Siggi, der Unverwüstliche; Kaukas eigene Kopie-Serie Fritze Blitz und Dunnerkiel (später Siggi und Babarras) floppte. Seit 1967 ist der Ehapa-Verlag (heute Egmont) deutscher Lizenzinhaber. Die Übersetzung der Bände 1–29 durch Gudrun Penndorf gilt als wesentlicher Grund für den deutschen Erfolg, vergleichbar mit Erika Fuchs bei Donald Duck. Die lateinische Übersetzung stammt von Karl-Heinz Graf von Rothenburg („Rubricastellanus“). In Deutschland erschienen die Bände 2–7 in abweichender Reihenfolge (laut manchen Angaben wegen des Film-Erfolgs von Asterix und Kleopatra, nach anderen wegen Vorabdrucken in Jugendzeitschriften), weshalb beim Lesen die Originalreihenfolge zu empfehlen ist. Zum laufenden Verlagsprogramm gehören außerdem Kurzgeschichten (Band 32 Asterix plaudert aus der Schule), der Jubiläums-Band 34, illustrierte Erzählungen wie Wie Obelix als kleines Kind in den Zaubertrank geplumpst ist, drei autorisierte Lexika (1986, 1990, 1999), Bastelbücher, Koch- und Backbücher (Kochspaß mit Asterix, 1993; Backspaß mit Asterix, 1994), die Abenteuerspiel-Bände Alea jacta est (1988–1989) sowie zwei Kleinbuchserien des Pestalozzi-Verlags. Eine 2023 zum Special-Editors-Hinweis: Eine Sonderausgabe von Asterix bei den Olympischen Spielen in Leichter Sprache (20.000 Exemplare) erschien zu den Special Olympics 2023 in Berlin.
Verfilmungen, Rechte und weitere Ableitungen
Mehrere Abenteuer wurden verfilmt: Zeichentrickfilme von 1967 (Asterix der Gallier) bis 2006 (Asterix und die Wikinger), computeranimierte Filme (Asterix im Land der Götter 2014, Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks 2018) und Realfilme (1999 Asterix und Obelix gegen Caesar mit Christian Clavier und Gérard Depardieu; 2002 Mission Kleopatra; 2008 Asterix bei den Olympischen Spielen; 2012 Im Auftrag Ihrer Majestät; 2023 Asterix & Obelix im Reich der Mitte). 2025 startete die Fernsehserie Asterix & Obelix: Der Kampf der Häuptlinge; zudem gibt es die Spin-off-Animationsserie Idefix und die Unbeugsamen (52 Folgen seit 2021). Weiterhin existieren drei deutsche Hörspielreihen (Telefunken 1975–1979, EUROPA 1986–1992, Karussell seit 2004), zahlreiche Videospiele (z. B. Asterix & Obelix XXL, das Browserspiel Asterix & Friends) und der 1989 eröffnete Freizeitpark Parc Astérix in Plailly nördlich von Paris (etwa 1,8 Millionen Besucher, vierter Rang in Frankreich). Asterix und Obelix sind eingetragene Marken des Verlags Les Éditions Albert René, der sie mehrfach gerichtlich durchsetzte; Plagiate (u. a. Protest-Comics wie Asterix und das Atomkraftwerk) wurden abgemahnt. In der Umgangssprache steht „Gallier“ oder „gallisches Dorf“ für Widerspenstige gegen äußere Vorgaben, und die Formel „Ganz Gallien? Nein!“ wird ironisch für Ausnahmen verwendet. Asterix ist zudem Namensgeber des ersten französischen Satelliten (1965), des Asteroiden (29401) Astérix und – als Anspielung auf Idefix – eines geplanten Rovers der Marsmond-Mission MMX („IDEFIX“).