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Bronius Kutavičius
In dieser Dekade begann er auch, Methoden der seriellen Musik, Aleatorik, Collagetechniken, Sonorismus und neue Notationsformen in seine Kompositionen …
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Komponist und musikalische Bedeutung
Bronius Kutavičius (13. September 1932 in Molainiai, Rajongemeinde Panevėžys; † 29. September 2021 in Vilnius) war ein sowjetischer beziehungsweise litauischer Komponist und Professor. Seine Bedeutung beruht auf der Verbindung moderner Kompositionstechniken mit litauischer Musikgeschichte und später auch mit Musikkulturen anderer Länder.
Von 1959 bis 1964 studierte Kutavičius Komposition am Litauischen Staatskonservatorium zu Vilnius. Bereits in dieser Zeit bezog er serielle Musik, Aleatorik, Collagetechniken, Sonorismus und neue Notationsformen in seine Arbeit ein. Außerdem untersuchte er Parameter wie Klangfarbe und Raumklang. Serielle Musik ordnet musikalische Eigenschaften nach bestimmten Reihen, während Aleatorik den Zufall oder offene Entscheidungen in den Kompositionsprozess einbezieht. Sonorismus konzentriert sich besonders auf Klangwirkungen und Klangflächen.
Seit den 1970er Jahren wurde der Minimalismus wichtig für seine Werke. Minimalismus arbeitet häufig mit wiederholten, schrittweise veränderten musikalischen Mustern. Gleichzeitig griff Kutavičius auf Frühformen der litauischen Musikgeschichte zurück. Das Pantheistische Oratorium (1970), Die letzten heidnischen Riten (1978) und Vom Steine der Jatwinger (1983) machten ihn bekannt und gelten als repräsentativ für sein musikalisches Schaffen.
Beruflicher Weg und zentrale Themen
1967 trat Kutavičius in den Litauischen Komponistenverband ein. Von 1974 bis 1989 gehörte er dessen Exekutivrat an. 1982 erhielt er den Titel „Verdienter Künstler der Litauischen SSR“. 1984 und 1985 wurde er mit dem Apfelpreis (litauisch Obuolio premija) ausgezeichnet, 1987 mit dem Jatwinger-Preis.
Ab den 1990er Jahren beschäftigte sich Kutavičius in seinen Kompositionen auch mit der Musikkultur anderer Länder, darunter Japan und Karelien. Von 1991 bis 1995 arbeitete er an seinem Hauptwerk Die Tore Jerusalems. Dafür erhielt er 1996 den Litauischen Nationalpreis.
1993 wurde Kutavičius Professor für Komposition an der Musikakademie Litauens. 1999 erhielt er den Orden des litauischen Großfürsten Gediminas vierter Klasse und den Offiziersverdienstorden der Republik Polen; später folgte auch der Preis des Litauischen Kulturministeriums. 2000 schrieb er die Oper Lokys nach einem Libretto von Aušra Marija Sluckaitė-Jurašienė, das auf der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée basiert.
Werke und Besetzungen
Zu den ausgewählten Werken gehören:
- Sonata für Viola und Klavier (1969).
- Panteistinė oratorija (Pantheistisches Oratorium) für Sopran, Sprecher, vier Männerstimmen und Instrumente (1970).
- Ant kranto (Am Ufer) für Sopran und vier Violen (1972), nach einem Text von Jonas Mekas.
- Dzūkiškos variacijos (Dzukische Variationen) für zehn Solostreicher und Tonband (1974).
- Praeities laikrodžiai I (Uhren der Vergangenheit I) für Streichquartett und Gitarre sowie Prutena. Užpustytas kaimas (Prutena. Das sandbedeckte Dorf) für Violine, Orgel und Glocken (1977).
- Paskutinės pagonių apeigos (Die letzten heidnischen Riten) für Sopran, Frauenchor, vier Hörner und Orgel (1978).
- Strazdas žalias paukštis (Grüner Vogel Strazdas), ein Opern-Poem für Sopran, Bass und Tonband (1981), mit einem Libretto von Sigitas Geda.
- Iš jotvingių akmens (Vom Steine der Jatwinger) für Sopran, Alt, Tenor, Bass und 16 Volksmusikinstrumente (1983).
- Pasaulio Medis (Baum der Welt) für Vokalensemble, gemischten Chor, Blasorchester, Schlagzeug, Klavier, Cembalo, Orgel und Volksmusikinstrumente (1986).
- Jeruzalės vartai (Die Tore Jerusalems) (1991–1995), Epitaphium temporum pereunti (Epitaph für die vergehende Zeit) für gemischten Chor und Orchester (1998) sowie Lokys (2000).
Die Werkliste zeigt die Verbindung von Solostimmen, Chören, Orchestern, historischen beziehungsweise volkstümlichen Instrumenten und elektronischen Mitteln wie dem Tonband.