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Blume

Eine Blüte kann mehrere Blumen beinhalten, so bei den Irisarten. · Eine Blüte kann genau eine Blume sein (Euanthium), so bei Orchideen, Primeln oder Mohn.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und botanische Bedeutung
  2. 2. Verhältnis von Blüte und Blume
  3. 3. Blumentypen und Bestäuber
  4. 4. Besondere Angebote und Anpassungen
  5. 5. Größe und übertragene Bedeutungen

Begriff und botanische Bedeutung

Eine Blume ist entweder eine Pflanze mit größeren, auffälligen Blüten oder eine einzelne Blüte einer solchen Pflanze mit Stiel. Im Alltag kann „Blume“ auch einen Blumenstock meinen. Blumen werden häufig als Schmuck verwendet, etwa als Schnittblumen im Strauß, als Blumenkranz oder Blumengebinde, und sind ein häufiges Motiv der bildenden Kunst.

In der Botanik ist „Blume“ jedoch ein ökologisch-funktionaler Begriff: Sie ist die bestäubungsbiologische Einheit der Blütenpflanzen. Ihre Aufgabe besteht darin, Bestäuber anzulocken oder mit ihnen eine technisch-funktionelle Einheit zu bilden. Nach ihren Bestäubern können Blumen beispielsweise als Vogelblumen oder Käferblumen eingeordnet werden.

Davon wird die Blüte unterschieden. Eine Blüte ist ein Spross begrenzten Wachstums zur sexuellen Vermehrung. Sie besitzt einen gegliederten Aufbau aus Blütenhülle, Staubblättern und Fruchtblättern. Zur Blütenhülle gehören Kelchblätter (Sepalen) und Kronblätter (Petalen); außerdem gehören Staubblätter (Stamina), Stempel (Pistill) und Blütenboden (Receptaculum) zum Aufbau. Tulpen- und Rosenblüten sind Beispiele für Blüten. Auch Gräser besitzen Blüten, obwohl diese nicht auffällig gefärbt oder gebaut sein müssen.

Verhältnis von Blüte und Blume

Blüte und Blume können unterschiedlich zueinander angeordnet sein:

  • Eine Blüte kann mehrere Blumen enthalten. Bei Irisarten bildet jede der drei Seiten eine eigene Anlockungseinheit für Bestäuber. Diese Einheit heißt Meranthium.
  • Eine Blüte kann genau einer Blume entsprechen. Dies wird Euanthium genannt; Beispiele sind Orchideen, Primeln und Mohn.
  • Eine Blume kann aus mehreren Blüten zusammengesetzt sein. Ein solches Pseudanthium wirkt als gemeinsame Anlockungs- und Landeinheit. Ein Beispiel sind die Körbchen der Korbblütler, etwa bei der Sonnenblume.
  • Auch Hochblätter, also blütennahe Laubblätter, können Teil der Blume sein. Bei Cyathien der Wolfsmilchgewächse und bei Kesselfallen der Aronstabgewächse übernehmen sie wichtige Funktionen. Beim Aronstab werden Bestäuber im Hochblatt gefangen gehalten, damit die Bestäubung erfolgt.

Blumentypen und Bestäuber

Blumentypen werden vor allem nach ihrer Form unterschieden. Diese Form steht eng mit dem jeweiligen Bestäuber in Verbindung.

Scheiben- und Schalenblumen sind flach und lassen die Blumenmitte leicht erreichen. Sie werden vorwiegend von pollenfressenden Käfern besucht; der Klatschmohn ist ein Beispiel. Becher- oder Glockenblumen sind stärker verengt und bilden einen Trichter oder Becher, wie Krokusse. Röhrenblumen besitzen eine meist längere und schmale Kronröhre; sie dürfen nicht mit Röhrenblüten der Korbblütler verwechselt werden. Stieltellerblumen haben eine schmale, oft lange Röhre mit flach ausgebreiteten Kronlappen, etwa Nelken.

Bei Spornblumen liegt der Nektar verborgen in einem Sporn, zum Beispiel beim Veilchen. Revolverblumen besitzen mehrere Zugänge und Nektarkammern; Gentiana acaulis, Stechäpfel (Datura) und Brugmansia sind Beispiele. Bei Rachenblumen gelangen Bestäuber durch einen großen Blütenschlund tief in die Blüte. Lippenblumen sind deutlich in Ober- und Unterlippe geteilt; die Unterlippe dient als Landefläche. Bei einer Maskenblume ist die große Unterlippe über die Oberlippe gestülpt und verschließt den Schlund. Der Bestäuber muss sie durch sein Gewicht öffnen, etwa beim Echten Leinkraut oder Großen Löwenmaul.

Bürsten- und Pinselblumen besitzen zahlreiche bürsten- oder pinselförmig herausgestreckte Staubblätter, beispielsweise die Blütenstände von Akazien und Weiden. Fallenblumen schließen Bestäuber zeitweilig ein; dazu gehören Klemmfallen bei Asclepias und Gleitfallen bei Arum. Bei Fahnenblumen ist die adaxiale Seite der Blütenhülle auffällig vergrößert; ein Beispiel ist die Schmetterlingsblüte.

Besondere Angebote und Anpassungen

Scheinblumen sind Pseudanthien: Mehrere Einzelblüten bilden gemeinsam den Eindruck einer Blüte. Körbchen- und Köpfchenblumen bestehen aus dicht stehenden Einzelblüten in einem rundlichen oder scheibenförmigen Blütenstand. Bei Kolbenblumen sitzen kleine Einzelblüten auf einer dicken, fleischigen, keulenförmigen Achse. Schirmblumen oder Doldenblüten heißen so wegen ihrer Ähnlichkeit mit einem Regenschirm.

Pollenblumen bieten Blütenbesuchern ausschließlich oder überwiegend Pollen als Nahrung. Sie haben viele Staubbeutel mit reichlich und meist leicht zugänglichem Pollen. Nektarblumen sondern in Honigdrüsen Nektar für bestäubende Tiere ab. Ölblumen bilden in Elaiophoren, besonderen Geweben, fette Blütenöle statt Nektar; spezifische Ölbienen sammeln diese Öle. Parfümblumen, hauptsächlich Orchideen-Arten, sind nektarfrei und bieten nur flüssige Duftstoffe oder Duftöle.

Täuschblumen locken Bestäuber an, indem sie Nahrung, Eiablagegelegenheiten oder Sexualpartner vortäuschen, ohne dass das Vorgegebene vorhanden ist. Ekel- oder Aasblumen verbreiten Aasgeruch, um Aasfliegen anzulocken. Andere Formen können Gerüche angegriffener, gefangener oder toter Insekten nachbilden. Weitere Blumen sind etwa Wespen-, Fliegen-, Schmetterlings-, Vogel-, Käfer-, Schnecken- oder Reptilienblumen; sie sind jeweils an bestimmte Bestäuber angepasst. Solche zusammenpassenden Merkmale heißen Blumenstile, etwa bei Vogelblumen und Bienenblumen.

Größe und übertragene Bedeutungen

Die größte Blume der Erde bildet die Titanenwurz (Amorphophallus titanum); sie wird über zwei Meter hoch. Die größte Blüte der Erde wird von Rafflesia arnoldii aus der Familie der Rafflesiengewächse gebildet und etwa einen Meter breit.

Übertragen kann „Blume“ verschiedene Bedeutungen haben. Im Mittelalter stand mittelhochdeutsch „bluome“ auch euphemistisch für Menstruation. Die Blumensprache ordnet Blumen eines Straußes nach Farbe und Form so an, dass sie eine Botschaft enthalten. „Durch die Blume gesagt“ bedeutet, eine negative Aussage durch beschönigende Wortwahl zu verhüllen. Eine Kunstblume ist ein haltbares Schmuckelement aus synthetischem oder natürlichem Material. Als Bierblume wird der cremig-weiße Abschluss über einem gelben Bier mit einer botanischen Blume verglichen.

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