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Zoophilie (Botanik)
Die Bestäubung durch von im Schneckenschleim mitgeführte Pollen (Malakophilie) wurde zwar mehrfach beschrieben (zum Beispiel Schusterpalme), ist aber umstritten …
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Zoophilie: Bestäubung durch Tiere
Zoophilie oder Zoogamie bezeichnet in der Botanik Anpassungen von Pflanzen an die Bestäubung durch Tiere („Tierblütigkeit“). Dabei transportieren Tiere Pollen von einer Blüte zur anderen. Das Gegenteil ist die abiotische Bestäubung, etwa durch Wind (Anemophilie) oder Wasser (Hydrophilie).
Beim Blütenbesuch haftet Pollen am Tier, oft durch klebrige Pollenanhängsel oder eine strukturreiche Außenschicht. Er gelangt anschließend auf die Narbe einer Blüte; bei Nacktsamern auf den Bestäubungstropfen. Damit ist die Bestäubung abgeschlossen.
Zoophile Pflanzen haben häufig zwittrige, also staminokarpellate Blüten mit Staubblättern und Fruchtblättern in derselben Blüte. Sie locken Bestäuber durch auffällige Farben, Gerüche oder Strukturen an, beispielsweise durch auffällige Blütenblätter oder Hochblätter. Als Belohnung oder nutzbare Ressource können sie Pollen, Nektar, fette Öle, Harze, Duftöle oder Schlafplätze bieten.
Bestäuber und Spezialisierung
Als Transportpartner kommen viele Tiergruppen infrage. Bei Insekten spricht man von Entomophilie. Dazu gehören unter anderem Fliegen und Mücken (My(i)ophilie), Aasfliegen (Sapromy(i)ophilie), Pilzmücken (Mycetophilie), Bienen und Hummeln (Melittophilie), Wespen (Sphecophilie), Käfer (Cantharophilie) sowie Schmetterlinge und Motten. Fledermäuse und Flughunde bestäuben bei der Chiropterophilie, Vögel bei der Ornithophilie. Weitere mögliche Bestäuber sind Säugetiere, Reptilien und Schnecken.
Ein Beispiel für starke Anpassung ist Stapelia gigantea: Die Pflanze sieht mit Haaren wie ein Tierkadaver aus und riecht nach Verwesung. Diese Merkmale passen zur Bestäubung durch Schmeißfliegen.
Die Bestäubung durch Pollen im Schneckenschleim, Malakophilie genannt, wurde mehrfach beschrieben, etwa bei der Schusterpalme. Sie ist jedoch umstritten; genannt wird Daumann 1963.
Zoogamie darf nicht mit Zoidiogamie verwechselt werden: Zoidiogamie bedeutet Befruchtung durch begeißelte Spermazellen.
Nutzt eine Tierart nur Pflanzen einer Gattung oder Familie, heißt sie oligo- oder monolektisch. Nutzt sie mehrere Pflanzenquellen, ist sie polylektisch. Pflanzen heißen monophil, wenn hauptsächlich eine Tierart sie bestäubt, polyphil bei mehreren Arten und oligophil bei einigen verwandten Taxa.
Nutzen verschiedener Bestäuber
Eine 2024 veröffentlichte Arbeit behandelte Äthiopische Wölfe als mögliche Bestäuber von Fackellilien der Art Kniphofia foliosa. Sie beschrieb unterschiedliche Wirkungen fliegender und nichtfliegender Bestäuber: Insekten und Vögel können Pollen weiträumiger zwischen verschiedenen Populationen verbreiten und damit zum Genfluss beitragen. Nichtfliegende Tiere wie der Äthiopische Wolf verbreiten Pollen eher lokal und können so zur Konservierung von Genen beitragen. Das Gleichgewicht beider Wirkungen könnte den Genfluss in lokalen Populationen verändern.