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Entomophilie
Entomophilie ist eine Form der Zoophilie, die Anpassung von blühenden Pflanzen an die Bestäubung durch Insekten. Der häufig verwendete Ausdruck Entomogamie …
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Begriff und Bedeutung
Entomophilie ist die Anpassung blühender Pflanzen an die Bestäubung durch Insekten und damit eine Form der Zoophilie, also der Tierbestäubung. Der Ausdruck „Entomogamie“ sollte vermieden werden, weil die Endung „-gamie“ Befruchtung bedeutet, während bei der Entomophilie die Übertragung von Pollen gemeint ist.
Insekten bilden den Großteil der tierischen Bestäuber. Pflanzen locken sie durch Farbe, Form oder Duft an und bieten teilweise Nektar und/oder Pollen als Belohnung. Die Insekten nehmen dabei Pollen auf und übertragen ihn auf andere Blüten.
Die Insektenbestäubung ist bei den Bedecktsamern der ursprüngliche Bestäubungsmechanismus. Die Entwicklung des Fruchtblattes wird mit dem Schutz der Samenanlagen vor bestäubenden Käfern verbunden. Auch Palmfarne (Cycadales) und die Welwitschie (Welwitschia mirabilis), zwei Gruppen der Nacktsamer, werden durch Insekten bestäubt.
Bestäubertypen und Spezialisierung
Pflanzen können an bestimmte Insektengruppen angepasst sein. Solche Anpassungstypen heißen unter anderem Cantharophilie oder Coleopterophilie bei Käfern, Lepidopterophilie bei Schmetterlingen, My(i)ophilie bei Fliegen und Mücken, Melittophilie bei Bienen und Hummeln, Myrmekophilie bei Ameisen und Sphecophilie bei Wespen. Weitere Spezialisierungen betreffen beispielsweise Aaskäfer, Motten, Tag- und Nachtfalter, Zünsler, Pilzmücken, Prachtbienen oder Wanzen.
Je nach Anpassung an Blütennahrung werden Insekten unterschieden:
- Allotrop oder allophil: nicht spezialisiert; eine Blütenart wird von sehr unterschiedlichen Insekten besucht.
- Eutrop oder euphil: eindeutig spezialisiert; eine Blüte kann nur von einer Insektenart bestäubt werden.
- Hemitrop oder hemiphil: weniger spezialisiert; der Blütenbesuch durch eine andere Tiergruppe ist nicht völlig ausgeschlossen.
- Dystrop: Körperbau oder Verhalten passen nicht zur Organisation der Blüte. Solche Tiere fressen Blütenteile wahllos an und wirken als Blütenzerstörer; Bestäubung geschieht nur gelegentlich.
Der Pollen kann am Bauch des Insekts haften (ventral, sternotrib), am Rücken (dorsal, nototrib), an den Seiten (lateral, pleurotrib) oder an den Beinen.
Besondere Blütenanpassungen und Nektarraub
Bei Dientomophilie haben zwei Formen derselben Pflanzenart Bestäubungseinrichtungen, die an zwei verschiedene Gruppen besuchender Insekten angepasst sind. Dientiophilie liegt vor, wenn eine Pflanze zwei unterschiedliche Blütenformen bildet, die von verschiedenen Insekten bestäubt werden.
Anemoentomophilie bezeichnet den Fall, dass manche Individuen für Insektenbestäubung und andere stärker für Windbestäubung (Anemophilie) eingerichtet sind. Bei Ambo- oder Ambiphilie werden windbestäubte Arten zusätzlich durch Insekten bestäubt.
Nektarraub liegt vor, wenn Insekten Nektar aufnehmen, ohne die Blüte zu bestäuben. Solche Insekten werden Nektardiebe genannt.