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Auflösungszeichen

Das Auflösungszeichen ♮ ist ein in der Notenschrift angewandtes Schriftzeichen. Es macht Veränderungen der Tonhöhe (Erhöhung oder Erniedrigung), …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Funktion und Bedeutung
  2. 2. Anwendung im Notentext
  3. 3. Entstehung aus älteren Notenzeichen
  4. 4. Digitale und technische Darstellung
  5. 5. Verwendung in LaTeX

Funktion und Bedeutung

Das Auflösungszeichen ♮ ist ein Schriftzeichen der Notenschrift. Es macht eine Veränderung der Tonhöhe, die durch ein Vorzeichen oder Versetzungszeichen gefordert wurde, im selben Takt wieder rückgängig. Dazu wird es auf die entsprechende Zeile oder den Zwischenraum des Notensystems geschrieben und bezieht sich auf den Ton an dieser Tonhöhe. Steht der Ton auf einer Hilfslinie, wird das Zeichen vor die Hilfslinie gesetzt.

Ein durch ein Kreuz erhöhtes c′′ wird beispielsweise als cis′′ notiert. Ein Auflösungszeichen vor der nächsten Note auf derselben Position macht daraus wieder c′′. Eine durch ein ♭ erniedrigte Note wird entsprechend wieder auf ihren Stammton zurückgeführt: Aus des′′ wird d′′.

Anwendung im Notentext

Das Zeichen hebt auch doppelte Versetzungszeichen vollständig auf. Ein gisis′, also ein g′ mit Doppelkreuz, wird wieder zu g′; ein ases′, also ein a′ mit Doppel-B, wird wieder zu a′.

Versetzungszeichen rechnen immer vom jeweiligen Stammton aus. Deshalb ist vor einem Versetzungszeichen implizit bereits ein Auflösungszeichen enthalten, auch wenn es nicht notiert wird. Wird beispielsweise ein gis durch ein nachfolgendes ♭ verändert, entsteht ges, ohne dass zuvor ein Auflösungszeichen zur Rückkehr auf g gesetzt werden muss. In älteren Notendrucken findet sich in solchen Fällen gelegentlich zusätzlich ein Auflösungszeichen; diese Schreibweise gilt heute als veraltet.

Steht das Auflösungszeichen direkt vor einer Note, gilt es bis zum Ende des Takts. Es kann außerdem die Vorzeichnung eines Musikstücks ändern. Dann wird für jedes bisherige Vorzeichen ein Auflösungszeichen notiert; nach einem doppelten Taktstrich folgen die Vorzeichen der neuen Tonart. In der Bezifferung des Generalbasses zeigt das Zeichen an, dass die Alteration der Terz des zu spielenden Akkords ignoriert werden soll.

Entstehung aus älteren Notenzeichen

In der älteren Choralnotation bildeten sich ab dem 10. Jahrhundert zunächst zwei Versetzungszeichen heraus. Beide bezogen sich auf den Stammton B:

  • Das b rotundum („rundes B“), auch b molle („weiches B“) genannt, bezeichnete die niedrigere Tonvariante.
  • Das b quadratum („quadratisches B“), auch b durum („hartes B“) genannt, bezeichnete die höhere Tonvariante.

Aus dem b quadratum entwickelten sich sowohl das Kreuz als auch das Auflösungszeichen. Von der Bezeichnung b quadratum stammen die fremdsprachigen Bezeichnungen bequadro (Italienisch), becuadro (Spanisch) und bécarre (Französisch) für das Auflösungszeichen.

Digitale und technische Darstellung

Im internationalen Zeichenkodierungssystem Unicode steht das Auflösungszeichen ♮ an der Position U+266E. Die offizielle Unicode-Bezeichnung lautet „Natural Sign“.

Verwendung in LaTeX

In LaTeX wird das Auflösungszeichen mit der Syntax \natural erzeugt. Das Ergebnis ist das Zeichen ♮.

Lernvideos zu Auflösungszeichen

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