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Bereitet die Wege, bereitet die Bahn!
Bereitet die Wege, bereitet die Bahn! (BWV 132) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte sie 1715 in Weimar für den 4.
Inhalt5 Abschnitte
Werk und Anlass
„Bereitet die Wege, bereitet die Bahn!“ (BWV 132) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Sie entstand 1715 in Weimar für den 4. Advent und wurde am 22. Dezember 1715 erstmals aufgeführt. Die Kantate ist für vier Solostimmen – Sopran, Alt, Tenor und Bass – sowie Oboe, Streicher und Basso continuo geschrieben.
Text und religiöser Bezug
Bach komponierte das Werk als Konzertmeister am Hof von Johann Ernst von Sachsen-Weimar; die Uraufführung fand in der Schlosskirche statt. Die vorgesehenen Bibellesungen waren Phil 4,4–7 LUT und Joh 1,19–28 LUT, das Zeugnis Johannes des Täufers.
Der Text stammt von Salomon Franck und erschien 1715 in dessen „Evangelisches Andachts-Opffer“. Die Eingangsarie greift wie das Evangelium den Jesaja-Aufruf „Bereitet dem Herrn den Weg“ auf. Franck bezieht außerdem die Taufe ein und spricht den einzelnen Christen als Glied Christi an. Als Abschluss war die fünfte Strophe von Elisabeth Crucigers Choral „Herr Christ, der einig Gotts Sohn“ vorgesehen.
Aufbau und Besetzung
Die Kantate ist klein besetzt, wie andere Weimarer Kantaten. Ein vierstimmiger Chor wird, wenn überhaupt, nur für den Schlusschoral benötigt. Dessen Musik ist verloren; möglicherweise stand sie auf einem getrennten Blatt. Meist wird deshalb der gleichlautende Schlusschoral aus „Ihr, die ihr euch von Christo nennet“ von 1725 gespielt.
Die sechs Sätze sind: eine Sopran-Arie „Bereitet die Wege, bereitet die Bahn!“, ein Tenor-Rezitativ, eine Bass-Arie „Wer bist du? Frage dein Gewissen“, ein Alt-Rezitativ mit Streichern, eine Alt-Arie mit Violine „Christi Glieder, ach bedenket“ und der Choral „Ertöt uns durch deine Güte“.
Musikalische Gestaltung
Die erste Arie ist eine Da-capo-Arie, also eine dreiteilige Arienform mit Wiederkehr des Anfangsteils, im 6/8-Takt. Alle Instrumente begleiten sie. Lange, virtuose Sechzehntelketten im Sopran veranschaulichen das Wort „Bahn“.
Im Tenor-Rezitativ gibt es längere Arioso-Abschnitte, also gesanglich ausgeformte Stellen zwischen Rezitativ und Arie. Stimme und Continuo ahmen einander teilweise nach; dies steht als Bild für die Nachfolge. In der nur vom Continuo begleiteten Bass-Arie richtet Jesus die Johannes-Frage „Wer bist du?“ an den Zuhörer; zahlreiche Oktavsprüngen prägen Melodie und Begleitung.
Das ausdrucksvolle Alt-Rezitativ wird von Streichern begleitet. In der folgenden Alt-Arie dominiert die Solo-Violine und macht die erwähnte „Wasserquelle“ klanglich hörbar. Für den vierstimmigen Schlusschoral kann ein Satz aus BWV 164 verwendet werden.
Einspielungen
Der Artikel nennt Einspielungen aus den Jahren 1966 bis 2008, darunter Aufnahmen unter Helmut Kahlhöfer, Karl Richter, Helmuth Rilling, Gustav Leonhardt, Ton Koopman, Masaaki Suzuki, John Eliot Gardiner, Sigiswald Kuijken und Rudolf Lutz.