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Bekenntnis

Bekenntnis nennt man die individuelle oder repräsentative offene Äußerung oder das Öffentlichmachen eines den Akteur oder eine Gruppe betreffenden …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundbedeutung
  2. 2. Recht und Kriminalistik
  3. 3. Religion und Weltanschauung
  4. 4. Literarische Verwendung
  5. 5. Alltagssprache

Grundbedeutung

Ein Bekenntnis ist eine individuelle oder stellvertretende offene Äußerung: Eine Person oder Gruppe macht öffentlich, was sie betrifft oder wofür sie steht. Es kann als Beteuerung, Betonung, Erklärung, Gelöbnis oder Versprechen auftreten. Der Begriff wird in mehreren Bereichen verwendet, unter anderem in Recht, Religion, Literatur und Alltagssprache.

Recht und Kriminalistik

Im rechtlichen Bereich wird für ein Bekenntnis meist der Begriff Geständnis verwendet. In der Kriminalistik heißt ein schriftliches Geständnis vor einer Festnahme Bekennerschreiben.

Im Einbürgerungsrecht ist ein Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung eine Voraussetzung für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit; genannt wird § 10 Abs. 1 StAG. Nach der Rechtsprechung muss dieses Bekenntnis der Wahrheit entsprechen. Es darf also nicht nur äußerlich abgegeben werden, während innerlich ein Vorbehalt besteht.

Religion und Weltanschauung

In Religion und Weltanschauung bezeichnet Bekenntnis auch verbindende Glaubensbekenntnisse und die daraus entstehenden Konfessionen. Dazu gehören Begriffe wie Bekenntnisgemeinschaft, Bekenntniskirche oder Bekenntnisschule.

Im Geltungsbereich der Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen gilt Bekenntnisfreiheit. Damit ist Religions- und Weltanschauungsfreiheit gemeint, also auch die Möglichkeit, kein Bekenntnis zu haben; das nennt man Bekenntnislosigkeit oder Konfessionslosigkeit.

In verschiedenen Religionen, besonders im Christentum, kann Bekenntnis außerdem Schuldbekenntnis bedeuten: das Eingeständnis persönlicher oder gemeinsamer Schuld vor Gott.

Literarische Verwendung

In der Literatur tragen zahlreiche Werke den Titel Bekenntnis oder Bekenntnisse, auch Konfessionen oder Confessions. Gemeint sein kann eine biographische Selbstanalyse mit bekenntnishaftem Charakter, etwa bei den Bekenntnissen des Augustinus, Rousseaus oder Friedrich Schlegels.

Der Begriff erscheint auch als Erzählform in Romanen. Beispiele aus dem Artikel sind Die neuen Bekenntnisse von William Boyd, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull von Thomas Mann und Bekenntnisse einer Highschool-Diva von Dyan Sheldon.

Alltagssprache

Auch in Redewendungen spielt das Bekenntnis eine Rolle. Ein Lippenbekenntnis ist ein Bekenntnis, das nur äußerlich oder mit Worten abgegeben wird. Die Wendung Farbe bekennen bedeutet, die eigene Haltung offen zu zeigen.

Im Zusammenhang mit Coming-out wird gelegentlich noch von einem Bekennen zur sexuellen Identität gesprochen, besonders wenn es um eine öffentliche Äußerung geht.

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