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Forschungsquartett | Konfessionslosigkeit als Religion - Religion ohne Bekenntnis

detektor.fm7:54 15 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 54 Zeilen
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  1. das forschungsquartett Wissenschaft bei detekor FM bei allem Medienrummel um lutherjah und Kirchentag die Kirchen verlieren immer mehr Mitglieder vor
  2. allem junge Menschen treten aus organisierter Religion aus oder gar nicht erst ein in Umfragen geben sie an sich keiner Religion mehr zugehörig zu
  3. fühlen in Deutschland gibt es inzwischen mehr konfessionslose als Protestanten oder Katholiken in England stellen Sie bereits die absolute Mehrheit der
  4. Bevölkerung spielt Religion heute wirklich keine Rolle mehr befinden wir uns also in einem postreligiösen Zeitalter die
  5. britische religionssoziologen Linda wthet sieht das anders für sie ist Konfessionslosigkeit die neue Religion was sie zu dieser Einsicht bringt
  6. darüber berichtet mein Kollege Mike Sattler die Wissenschaft ist ein ernstes Geschäft Forscher brauchen harte Fakten um ihre Hypothesen zu prüfen aber wie
  7. bei jedem kreativen Prozess ist manchmal auch Humor geeignet um auf neue Gedanken zu kommen und als Linda wohead ihre These über die neue Religiösität zum
  8. ersten Mal formulierte da haben sie sie selber nicht wirklich ernst genommen sagt sie ich hatte einen Scherz machen wollen
  9. weil man ja in der Mode sagt blau ist das neue Schwarz oder sowas also sagte ich keine Religion ist die neue Religion und dann habe ich angefangen ernsthaft
  10. darüber nachzudenken ist da wirklich eine Alternative zu den Funktionen die die Kirchen einmal in christlichen Gesellschaften gespielt hatten
  11. denn Religion beschränkt sich ja nicht nur auf die Kirchen auf regelmäßige Gottesdienste und gemeindetreffs mit Kaffee und Kuchen auf seelsorgedienste
  12. und karitativer Arbeit seit anderthalbtausend Jahren ist Europa christianisiert die christlichen Religionen haben den Alltag durchdrungen
  13. haben mit ihren Werten unsere Kultur geprägt und mit ihren Ritualen unseren Alltag organisiert von den Institutionen der Kirchen also einmal abgesehen was
  14. ist Religion die Soziologie hat auf diese Frage in den letzten 100 Jahren verschiedene Antworten gegeben Linda W selbst religionssoziologin versucht eine
  15. Annäherung wenn wir Religion so verstehen wie der Soziologe Emil Dürkheim dass sie nämlich Menschen vereint um bestimmte heilige Werte dann
  16. kann Konfessionslosigkeit eine neue Religion sein in dieser Sichtweise sieht man auch wie sich neue Rituale neue Mythen und Geschichten
  17. bilden wer sind diese Konfessionslosen seit Jahren stellt sich die die Frage ob sie sich als Gruppe überhaupt beschreiben lassen klassische Merkmale
  18. wie Einkommen Beruf oder politische Orientierung reichen dazu jedenfalls nicht aus nicht einmal in der Frage nach der Existenz Gottes sind sie sich einig
  19. viele von ihnen Glauben an ein höheres Wesen einige halten die Frage für unbeantwortbar oder unsinnig manche sind Atheisten in der englischen
  20. Wissenschaftssprache nennt man das eine klassische dustbin category freundlich übersetzt mistkübelkategorie dort kommt alles
  21. hinein was in den anderen Kategorien keinen Platz hat auch Werte scheinen die Konfessionslosen auf den ersten Blick nicht zu teilen für Linda wohead erklärt
  22. sich die Gruppe aber gerade aus diesem Blickwinkel es seien eben religiöse Werte die diese Menschen
  23. vereinen es ist die Pflicht das eigene Talent oder Potenzial auszufüllen Christen hätten es die Berufung genannt und die Pflicht anderen zu helfen das
  24. gleiche zu tun also das Leben völlig auszuleben und andere dabei zu unterstützen für manche Menschen bedeutet das auch eine ökologische
  25. Weltsicht wichtig erscheint Woodhead vor allem die Unterstützung anderer konfessionslose lehnen Einmischung ab Vorschriften sehen sie als Angriff auf
  26. die Individualität das hört sich nach einem liberalen Weltbild an und tatsächlich sind die meisten Konfessionslosen auch eher liberal
  27. eingestellt nur der Soziologie hilft das wenig denn auch die Anhänger der Kirchen sind inzwischen größtenteils liberal dennoch liegt gerade hier der große
  28. Konflikt mit den Kirchen sagt wet deren Angebot besonders die Rituale sind zu unpersönlich geworden niemand möchte sich mehr die Lieder der eigenen
  29. Beerdigung vorschreiben lassen das spirituelle Bedürfnis nach Bedeutung aber ist geblieben nur soll es eben sehr persönlich befriedigt werden dort wo
  30. sich die Kirchen geöffnet haben und ihren Mitgliedern mehr Freiheiten lassen wie etwa in Skandinavien fällt der Schwund auch deutlich geringer
  31. aus die skandinavischen Kirchen sind immer noch sehr erfolgreich denn sie haben sich geöffnet und bieten den Menschen viele Freiheiten die dänische
  32. Kirche z.B hat immer noch dreiviertel der Bevölkerung als Mitglieder wer dagegen die gleichgeschlechtliche Ehe verurteile
  33. oder gar Gottesdienste wieder in Latein abhalten möchte der gerate sofort in schärfsten Konflikt mit den heiligsten Werten der Konfessionslosen der
  34. Wahlfreiheit der freien Entfaltung ist das schon Religion Freiheit als Wert für Woodhead zeigt sich der religiöse Aspekt in den Bedeutung Dingen und Taten
  35. zuweisen wir haben alle ein Bezugssystem von Bedeutungen sonst wäre das Leben sinnlos warum sollte man etwas tun und etwas anderes lassen und
  36. Konfessionslosigkeit gibt Menschen eine breite Freiheit diese Bedeutungen selbst zu wählen aber nur solange dieser Wert das eigene Leben zu leben nicht verletzt
  37. wird ich denke das ist das große verbindende Moment D wir dann persönlich ausgestalten können etwa eines von woodheads
  38. lieblingsbeispielen sind bis vor wenigen Jahren noch immer nach christlichen Vorstellungen abgelaufen wer andere Formen ausprobierte der riskierte
  39. verunsicherte Gäste heute sind alternative Formen normal geworden und niemand ist verstört nur weil es kein allseits bekanntes Drehbuch
  40. gibt Begräbnisse waren anderthalbtausend Jahre lang christlich jeder wusste das und wusste was zu erwarten war seit einigen Jahren ist es genauso normal ein
  41. konfessionsloses Begräbnis zu machen um ihre These zu prüfen hat wad konfessionslose Menschen gebeten ihnen wichtige Objekte mitzubringen und deren
  42. Bedeutung zu beschreiben und die Menschen haben eine unglaubliche Vielfalt von Objekten
  43. mitgebracht und konnten auch sehr eloquent über deren Bedeutung für Sie sprechen es variierte sehr stark vom Ehering über den Kiesel den jemand vom
  44. Strand mitgenommen hatte weil er für ihn Natur und seine eigene Rolle darin symbolisierte bis hin zu einem Apple den eine Designerin brachte weil er ihr
  45. ermöglicht kreativ zu sein Kreativität und der Wille zur Gestaltung schät sich so als ein weiterer Kern des Glaubens der
  46. Konfessionslosen heraus ständig neue Rituale entwickeln neue Mythen konstruieren neue sinnzuweisungen erfinden diese Freiheit setzt
  47. Kreativität voraus und so überrascht es kaum dass ein kleiner Teil an institution geblieben ist denn wo Kirchen mit Pfarrern und Priestern nicht
  48. weiterhelfen haben die Konfessionslosen neue Beratungsstellen gefunden die Werte der Konfessionslosen drehen sich nicht nur um Freiheit und
  49. Erfüllung sondern auch um Kreativität und ich denke wir sehen ein neues Interesse an Kunst nicht nur passiver Konsum von Hochkultur sondern aktive
  50. Beteiligung an großen öffentlichen Kunstaktionen und auch eigene Kreativität das ist ein großer kultureller Wandel und der Künstler
  51. übernimmt in gewisser Hinsicht die Rolle von religiösen Führern und Spezialisten specialist sagt die britische religionssoziologin Linda wotet ihre
  52. Beobachtung hat sie bislang größtenteils in England und den USA durchgeführt jetzt hat sie aber für ein Jahr die Hans Blumenberg Professur der westfelischen
  53. wilhelmsuniversität münsterinne und kann in dieser Zeit untersuchen ob es sich in Deutschland ähnlich verhält das forschungsquartett Wissenschaft bei
  54. detekor FM

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