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Basso ostinato
Der Basso ostinato ist eine Spielart des musikalischen Gestaltungsmittels Ostinato, das die vergleichsweise größte Verbreitung und Popularität erreicht hat.
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Grundidee und Funktion
Der Basso ostinato ist eine besonders verbreitete und populäre Form des Ostinato. Ein Ostinato bezeichnet allgemein ein musikalisches Element, das immer wiederkehrt. Beim Basso ostinato ist dieses wiederkehrende Element eine stark festgelegte Bassstimme.
Der Basso ostinato entstand gegen Ende des 16. Jahrhunderts, etwa mit dem Aufkommen der Barockmusik. Besonders im Barock, dem sogenannten Generalbasszeitalter, war er ein wichtiges kompositorisches Mittel. In dieser Zeit wurde der Bass zur Fundamentalstimme der Musik: In ihm zeigte sich das harmonische Grundgerüst eines Stückes.
Die Bassstimme war häufig mit einer Bezifferung versehen. Diese erfüllte eine ähnliche Funktion wie heutige Akkordbezeichnungen, die beispielsweise einem Gitarristen oder Pianisten den harmonischen Verlauf eines Stückes anzeigen. Auf dem Bass beruhte somit letztlich die gesamte musikalische Handlung.
Der stark reglementierte Verlauf des Basses bildete ein festes Fundament. Dadurch konnten sich die Oberstimmen, also die höheren Stimmen, vergleichsweise frei bewegen. Kompositionen mit Basso ostinato stehen deshalb oft in großer Nähe zu musikalischen Variationen: Über einer gleichbleibenden oder streng geordneten Grundlage entstehen unterschiedliche Gestaltungen der Oberstimmen.
Beispiele
Als Beispiele für Kompositionen mit Basso ostinato werden genannt:
- Claudio Monteverdi: das Madrigal „Zefiro torna“
- Johann Sebastian Bach: „Crucifixus“ aus der h-Moll-Messe
- Johann Pachelbel: „Kanon in D“
- Heinrich Ignaz Franz Biber: Sonate Nr. 7 aus den „12 Sonaten für Trompeten, Violinen, Pauken und Basso continuo“ („Sonatae tam aris, quam aulis servientes“)
- Henry Purcell: „Chaconne in g“
- Johannes Brahms: Finale der „Variationen über ein Thema von Haydn“