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Bar Mitzwa

Bar Mitzwa. Status der Religionsmündigkeit junger Juden. Artikel · Diskussion.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Religiöse Mündigkeit im Judentum
  2. 2. Tag der Übernahme der Pflicht
  3. 3. Feier nach dem Gottesdienst
  4. 4. Entwicklung und Schreibweisen

Religiöse Mündigkeit im Judentum

Bar Mitzwa oder Bar Mizwa bezeichnet im Judentum die religiöse Mündigkeit von Jungen; bei Mädchen heißt sie Bat Mitzwa oder Bat Mizwa. Jungen erreichen sie mit dreizehn, Mädchen mit zwölf Jahren. Die Begriffe meinen sowohl den Status als auch den Tag und die Feier des Eintritts der Religionsmündigkeit.

Ab diesem Zeitpunkt ist die Person nach jüdischem Recht selbst für die Beachtung der jüdischen Gebote verantwortlich. Diese Gebote heißen Mitzwot, im Singular Mitzwa. Der Übergang ist mit der physiologischen Pubertät verbunden. Bar oder Bat Mitzwa muss nun alle religiösen Aufgaben erfüllen, zum Beispiel in der Synagoge aus der Tora vorlesen und Tefillin anlegen. Tefillin sind Lederkapseln mit Tora-Stellen auf Pergament, die mit Lederriemen an Hand und Kopf befestigt werden.

Tag der Übernahme der Pflicht

Viele Jugendliche bereiten sich darauf vor, einen hebräischen, nicht vokalisierten Tora-Abschnitt und die Haftara vorzutragen. Die Haftara ist eine Lesung aus den Prophetenbüchern. Der erste Tora-Aufruf ist in der Regel der Maftir, also der Abschnitt für die Person, die auch die Haftara liest.

Der Tag wird feierlich begangen. Üblicherweise wird ein Junge am Sabbat nach seinem 13. Geburtstag und ein Mädchen am Sabbat nach ihrem 12. Geburtstag erstmals vollständig in den Gottesdienst einbezogen und in die Gemeinde aufgenommen. In Reformgemeinden dürfen Mädchen ebenso wie Jungen aus der Tora lesen; in orthodox jüdischen Gemeinden ist dies anders. Die Bat Mizwa setzte sich in Reformgemeinden erst im 20. Jahrhundert allgemein durch. Bekannt ist die Bat Mizwa von 1922 für die Tochter von Mordecai Kaplan, dem Begründer des Rekonstruktionismus. An der Berliner Synagoge Rykestraße wurden Mädchen seit Mitte der 1920er Jahre Bnot Mitzvah.

Feier nach dem Gottesdienst

Nach dem Gottesdienst stiften die Eltern einen Imbiss für alle Teilnehmenden. Dieser heißt Kiddusch. Am Abend oder am folgenden Tag findet häufig das eigentliche Fest statt, zu dem oft mehrere hundert Gäste eingeladen werden.

Entwicklung und Schreibweisen

Ursprünglich war Bar Mitzwa vor allem ein an die körperliche Reife gebundener Rechtszustand des Jungen. Frühe Quellen nannten ihn danach Gadol („Erwachsener“) oder Bar Onuschin („Sohn der Strafe“), also jemanden, der für sein Handeln verantwortlich ist. Der Ausdruck Bar-Mizwa im heutigen Sinn ist erstmals bei Mordechai ben Hillel belegt, einem Rabbiner und liturgischen Dichter, der 1298 in Nürnberg während des Rintfleisch-Pogroms ermordet wurde. Seit dem 14. Jahrhundert setzte sich die Bar-Mizwa-Feier durch.

Im Deutschen gibt es verschiedene Umschriften: Mitzwa kann auch Mitzva(h) oder Mizwa(h) heißen, Bat auch Bas. Der Duden empfiehlt Bar/Bat-Mizwa. Die männliche Mehrzahl lautet B'nei Mitzwa („Söhne der Pflicht“), die weibliche B'not Mitzwa („Töchter der Pflicht“).

Lernvideos zu Bar Mitzwa

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