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Teerfarben

Als Teerfarben oder Teerfarbstoffe (auch Anilinfarben oder Anilinfarbstoffe) wurden ursprünglich die aus Bestandteilen des Steinkohlenteers (z.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und Entwicklung
  3. 3. Anwendungen

Begriff und Bedeutung

Teerfarben oder Teerfarbstoffe, auch Anilinfarben beziehungsweise Anilinfarbstoffe, sind ursprünglich synthetisch hergestellte organische Farbstoffe aus Bestandteilen des Steinkohlenteers, zum Beispiel Anilin. Der Begriff wurde häufig weiter gefasst und auch für alle synthetischen Farbstoffe verwendet. Sie wurden wichtig, weil sie zunächst Textilien und später auch andere Materialien sowie biologische Präparate färben konnten.

Entstehung und Entwicklung

Friedlieb Ferdinand Runge untersuchte um 1830 die technische Verwertung von Steinkohlenteer. Er isolierte und charakterisierte Anilin. Zum Nachweis entwickelte er die Rungesche Chlorkalkreaktion: Schon Spuren von Anilin färben sich beim Zusatz von Chlorkalklösung intensiv rotviolett.

Nach Arbeiten von August Wilhelm von Hofmann stellte dessen Schüler William Henry Perkin 1856 den ersten synthetischen Farbstoff her. Perkin patentierte das für Seide geeignete violette Mauvein. Er gründete in Greenford Green bei London die erste britische Teerfarbenfabrik; dort wurde Mauvein bereits ab 1857 produziert.

In den folgenden Jahren entwickelte sich die Teerfarbenchemie rasch. Wichtige Produktionsstätten entstanden unter anderem beim Teerfarbenwerk Oehler in Offenbach, bei Meister, Lucius & Co. in Frankfurt, Kalle & Co. in Biebrich, der Chemischen Fabrik Griesheim am Main, Friedrich Bayer & Co. in Barmen und der Badischen Anilin- & Sodafabrik (BASF) in Ludwigshafen. Friedrich Bayer & Co. war unter anderem mit dem selbst entwickelten Farbstoff Fuchsin erfolgreich.

Anwendungen

Die erste großtechnische Anwendung war die Färbung von Seide. Bald färbte man mit Teerfarben auch Naturfasern wie Baumwolle und Wolle. Weitere Einsatzgebiete waren Papier, Leder wie Saffian und Lebensmittel.

Methylviolett B, erfunden von Charles Lauth im Jahr 1861, zählt zu den ältesten Teerfarbstoffen und wird noch heute bei der Gram-Färbung verwendet. Diese Färbemethode dient zur Untersuchung von Bakterien. Ab 1875 führte Carl Weigert neue Verfahren ein, um Bakterien in Gewebe mithilfe von Anilinfarben nachzuweisen.

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